25. Titel: Unerlaubte Handlungen. $ 844. 1723
. 2, Der Verleßte kann ferner Anfpruch auf Entf{häbigung nah Maßgabe
de8 & 847 erworben haben (vol. €. I, 722 Ubhf. 3, 728, IM. II, 776, %. II, 620). Üeber
die befhränkte Vererblidhkfeit diefes Anfpruchs |. S 847 Abi. 1 Sag 2.
3. Der Anfpruch des Berlekten auf Entrihtung einer Rente gemäß
8 843 endigt mit dem Tode des Verleßten (vol. €. I, 722 Ubi. 3, 726, M. II, 776,
Bem. 7 zu 8843; vol. au S3 AUbf. 1 Sag 1 des HattpflichtgefeßeS in der FJaffımg des
(£®%. Art. 42, I). Ueber den Musfhluß der Rückforderung eines als Abfiindung ge-
zahlten Capitals |]. Dem. 10 zu $ 843.
IV. Borausfegung für die Anwendbarkeit des $ 844 ift, daß durch eine uner-
faubte Handlung im Sinne des 25. Titels ein Menicdh getötet morden ijt. Während
allo nach €. I, 722 Abf. 1 nur eine auf Vorfaß oder Fahrläfligkeit beruhende wider-
rechtliche Handlung in Betracht kommen jollte, greifen die Bejtimmungen des $ 844 auch
in den Fällen Pla, in denen daS Gefeß die Erjaßpflicht unabhängig von jedem Ber]chulden
eintreten läßt (88 829, 833 Saß 1; vol. M. 11, 768, 771 F, B. IL, 613 F.; |. Bem. 8
zu S 843 und hinfichtlih der Eriaßpflicht des Tierhalter8 Urt. d. ReichSger, vom 6. März
1902 RGE Bd. 50 S. 253; unridhtig Liszt S. 108).
Tötung im Sinne des 85844 (val. Bem. II, A, 2, a zu $ 823) liegt auch vor,
wenn der Tod des Verleuten nicht fofort, fondern erft nach einiger Zeit einge:
treten ijt, vorausgefeßt, daß der nach allgemeinen Grundfägen erforderlidhe KXaufal-
ujammenhang vorliegt (Me. 11, 768 f.; vol. Bem. II, D und I, DD zu $ 823), Diele
orausfeßung fehlt 3. B., wenn der Verlebte Selbftmord begeht (val. Scherer Bem. 3
zu £& 823; and. Anf. für den Fall des SelbitmordS infolge traummatijcher YHeurofe Urt.
d. Reichsger. vom 8. Oktober 1906 ROGR.-Komm. Bem., 2), mährend fie bei fahrläffiger
Tötung (St®B. S 222) gegeben ft (Urt, d. DL®G. Stuttgart vom 11. April 1901
ipr. d. DLG. Bd. 2 S. 440 ff). Soweit aber die in Trage ftehende unerlaubte Handlung
Vorfjaß oder Fahrläffigkeit des Täters vorausfeßt (alfo inSbefondere in den
Sällen des S 823), it zur Unwendbarkeit des S 844 erforderlich, daß der Tod des Verlegten
dem Täter ee werden fanız, während außerdem der Täter nur nach den für
Körper und Gefundheitsverlebung geltenden Borfchriften erfaßpflichtig it SM. 1, 770.
Salt alio dem Täter eine vorfäßlide Körperberlekung zur Laft, durch die der
Tod des Verlebten veruriacht worden ift (StGB. 8226), fo ift zu prüfen, ob die Herbei:
a des Todes dem Täter als Fahrläffigfeit zugerechnet merden kann; ift dies nicht
der Fall, jo bemißt ich die Erfabpflicht des Täters nicht nach S 844, fondern nach S 843
R. IT, 614 ff., ebenfo Urt. d. OLS. Stuttgart vom 2. März 1905 Recht 1905 S. 194 und
vom 10. Suli 1906 BI f. KU. Bd. 72 S. 79, Urt, d, OLG. Karlsruhe vom 24. Oktober
1906 9ipr. d. OLG. Bd. 14 S. 54 f., Neumann Note I, anfcheinend_ auch Liszt S. 29;
and. Anf. Rümelin im Archiv f. d. zivililt. Praxis Bd. 90 S, 240 ff., Pland Bem. 1,
DVertmann Bem. 3, ROR.-Komm. Bem. 2, Urt, d. Reihsger. vom 1. Iuli 1907 ROCS.
Bd. 66 S. 251 f., Urt. d, DL®. Oldenburg vom 28. April 1909 Iecht 1909 Kr. 2805;
unentichieden Urt. d. DLS. Stuttgart vonı 11. April 1901 Kipr. d. DLS. Bd. 2 S. 440 ff.
und Urt. d. DL®. Bamberg vom 31. Oktober 1903 Bl. f. RA. Bd. 70 S. 459. Das
gleiche gilt für die Delikte der SS 178, 229 Ab]. 2, 239 bi. 3, 307 Nr. 1, 312, 314, 315
6). 2, 321 bf. 2, 322 Ubi. 2, 323, 324 St@OB. 1
Neber Tötung im Raufhandel f. Bem. 3, b zu 8830 (vol. M&.. IT, 769).
Y. Inhalt und Umfang der Erjaßpflicht desjenigen, der durch eine unerlaffbte
Handlung einen Menfhen getötet Hat, bemißt ch im allgemeinen nach den SS 249 ff.
Morbem. VID. Abweichend von dem Grundlage der 88 249, 251 beftimmt jedoch S 844
b{. 2, daß der dem Dritten wegen Entziehung feines UnterhaltsanipruchsS zu leiftende
Exfaß {f. oben Bem. III, A, 2) in Form einer Geldrente zu gewähren ift (M. 1,
785; vgl. Bem. 1 zu $843, 87 Abf. 1 des HaltpflihtgefebeS in der Saflıma des CO.
rt. 42, IN. Im einzelnen ift in diefer Beziehung folgendes hervorzuheben:
1. Ausnahmsweife Kann der Dritte eine Wbfindung in Kapital verlangen,
wenn ein wichtiger rund vorliegt (SS 844 Abf. 2 Sat 1, 843 Ab]. 3; M. IT, 785; vgl.
87 Moj.2 Sag 1 des HaftpflichtgefeBeS in der Jaflung des ES. Art. 42, IIK, bayr.
Öberit. LS. Bd. 16 S. 37). Dem Erfakpflidhtigen it das Necht, den Dritten durdh
eine Abfindung in Kapital zu ent{hädigen, nicht eingeräumt (anders €. I; vgl. B. IT, 625,
Bem. 1 zu 8 843).
2, Auf die zu entridhtende Geldrente finden die nach S& 760 für die Leibrente
geltenden Vorjehrirten Unmendung. Die Kente ift demgemäß im DvorauS zu entrichten
und für drei Monate vorauszubezahlen; Hat der Dritte den Beginn des Biertelijahr8s
erlebt, jo gebührt ibm der volle auf diefen Zeitraum entfallende Betrag (SS 844 Abi. 2
Sag 1, 843 Ubi. 2 Saß 1, M. IT, 788 {ff.; vol. & 7 Abi. 2 Sal des Haftpflichtgejeßes
in der Zahlung des E®. Art. 42, IM, Bem. 2 zu S 843). NacH E. 1 follten auch die Be:
immunagen der 88 660 und 662 Gebt 8 759 Abi. 1 und 2) entfpredhend anwendbar fein.