tionen sie in Sachen des Gehorsams und der Freiheit im Betragen
Dinge gelehrt haben, von denen die Männer nichts wissen.
Der Sozialismus ist eine Gesellschaftsform, in der die Disziplin und
die Autorität des Staates neben der individuellen Freiheit einen
befriedigenden Ausdruck finden. Das beste uns bekannte Beispiel
einer solchen Organisation ist aber die Familie, und sie ist keine
männliche Einrichtung, weshalb das Schicksal des sozialistischen
Staates auch nicht ausschließlich den Männern anvertraut werden kann.
Dieselben Erfahrungen, Motive und Empfindungen, die die Familie ge
schaffen haben, müssen auch ihn errichten. Die Familie ist in einem
wörtlich strenger zu nehmenden Sinne, als es gewöhnlich geschieht,
die Grundlage des Staates. Kurzum, die Sozialisten sollten sich nicht
zum Frauenstimmrecht bekennen, bloß um den Frauen Gerechtigkeit
widerfahren zu lassen, bloß um sie mit staatsbürgerlichem Geiste zu
erfüllen, ich sage: bloß, d. h. aus Gründen, deren sich der bürgerliche
Radikalismus bedient, wenn er das Wahlrecht für die Landarbeiter for
dert, — sondern weil sie über andere Erfahrungstatsachen gebieten als die
Männer, sollten die Frauen mit der Wahlfähigkeit ausgestattet werden.
Die Auffassung über das Wahlrecht, seine Gründe und seine Unver
meidlichkeit deckt sich mit den Grundsätzen der sozialistischen
Organisation. Der vom Toryführer Disraeli definierte Begriff der
Whigs von der Volksvertretung war, daß „alle Teile des Volkes, diesich
Ansehen erwerben und Interessen des Landes vertreten, wählen sollten".
Zur Zeit dieses Ausspruches betrachtete man die Masse des Volkes
gegenüber den bevorrechtigten Klassen als minderwertige Geschöpfe,
Qualitätsunterschiede sollten sie angeblich von den Hohen der Erde
trennen. Die Ansicht, daß diese Artverschiedenheit bestehe, hat
nicht die Erfahrung der letzten zwei oder drei Generationen überlebt.
Alle Volksschichten genießen heute die Achtung des Landes und
beanspruchen sein Interesse, und die Gründe, die Wahlfähigkeit durch
Besitz, Bildung und Geschlecht einzufriedigen, sind vollständig ver
schwunden. Auf halbem Wege darf nicht endgültig Rast geboten wer
den, kein phantastischer, erträumter Ruheplatz kann dem Waffengang
ein Ziel setzen. Draußen im Lande ist eine Bewegung zur Erringung
des Wahlrechts im Flusse; sie wird anhalten, bis alle Erwachsenen
stimmberechtigt geworden sind — es sei denn, die politischen Instinkte
sterben aus.
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