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neues Anlehen contrahirt wird, der zufällige Stand des Geld
wertlies sofort von ausschlaggebendem Einflüsse auf die vom
Staate zu übernehmenden Opfer ist. Abgesehen davon, dass
bei hohem Agiostande der Zinsfuss, den der Staat auf oftenera
Geldmärkte zu bezahlen hat, auch absolut höher zu sein
pflegt, ist für alle Fälle auch bei gleichem Zinsfusse der Er
trag eines Papiergeldanlehens geringer liei hohem, und höher
bei massigem Disagio. Es muss eben zur Deckung des näm
lichen Bedürfnisses der nominelle Stand des Anlehens höher
bei hohem als bei niedrigem Disagio bemessen werden.
Dass die Zinsen der Silberanlehen einen grösseren Theil
der Staatseinnahmen vorweg absorbiren bei hohem als bei
niedrigem Agiostande, ist selbstverständlich. Ganz das näm
liche aber gilt von den Einkäufen des Staates auf offenem
Markte, gleichviel ob dieselben iin Auslande oder im Inlande
vorgenommen werden. Denn in beiden Fällen richten sich die
Preise in der Hauptsache nach dem in ^Metallgeld umgerech
neten Weltpreise ; es muss also ein höherer Preis in Papier
geld gezahlt werden, wenn der Werth des letzteren sinkt, ein
niässigerer, wenn dieser Geldwerth sich gehoben hat.
Dass aber auch die Gehalte schliesslich durch die Schwan
kungen des Geldwerthes beeinflusst werden müssen, folgt mit
Noth Wendigkeit daraus, dass in Folge dieser Schwankungen
der Kaufweidh der ursprünglich in ^Metallgeld flxirten Gehalte
sich stetig verringert, die Staatsbeamten demgemäss stets
schlechter bezahlt erscheinen und nunmehr der Staat vor der
Alternative steht, die Gehalte entweder auf den früheren
oflectiven Stand zu erhöhen, oder aber in Folge der luigenü-
gendeii Gehalte die Tüchtigkeit und Arbeitslust seiner Diener
andauernd zu verringern. Da in den Ländern mit gestörtem
Geldwesen die Finanzlage aus den oben angegebenen Ursachen
beinahe immer schlecht ist, so werden sich diese nur sehr
»ehwer entschliessen, ihren Staatsdienern jene Gehaltzulagen
zu bewilligen, die nothwendig wären , um den effectiven Werth
der Gehalte auch nur annähernd auf der gleichen Höhe zu
erhalten. Erspart wird aber dadurch nichts ; denn nunmehr
muss an die Stelle der Gehaltaufbesserung eine continuirlich
fortschreitende Vermehrung der Beamtenzahl treten, da der
Natur der Sache nach die tüchtigeren arbeitsfähigen Individuen