Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Kajabokah

187

Kakao

0,0003  S,  Magnesiums  0,0684  g.  Eisenoxyduls
o.ooiog;  Chloride  des  Natriums  2,6381  g;  Natriumbromid ­
  0,0031  g,  Natriumjodid  0,0006  g;
Sulfate  des  Kaliums  0,1542  g,  Natriums  0,2830  g,
Natriumsulfid  0,0130  g;  Kieselsäure  0,0662  g,  Organische ­
  Stoffe  0.0146  g.
Kajabokah  (Kiaboocah,  Amboinaholz),  eip
von  Singapore  kommendes  Nutzholz,  anscheinend
der  Auswuchs  irgend,  eines  großen  Baumes  (vermutlich ­
  von  Pterospermum  indicum),  ist  ziemlich
hart,  kleinmaserig,  orange  bis  rotbraun,  und
wird  in  China  und  Indien  viel  zu  Kunsttischlereiarbeiten ­
  verwendet.
Kajalithwaren,  aus  Magnesiazement  gefertigte
Waren,  namentlich  Tischplatten,  Fußbodenplatten ­
  usw.,  die  in  den  verschiedensten  Farben  hergestellt
  werden.
Kajeputöl  (lat.  Oleum  cäjeputi,  frz.  Essence
de  cajeput,  engl.  Oil  of  cajeput),  ein  dünnflüssiges, ­
  durch  Kupfer  grün  bis  grünblau  gefärbtes,
klares,  ätherisches  Öl  von  starkem  Geruch  nach
Kampfer  und  Rosmarinöl  und  ähnlichem,  anfangs ­
  brennendem,  dann :  kühlendem  Geschmack,
gelangt  in  Wein-  oder  Bierflaschen  gefüllt  und
in  Kisten  verpackt,  zu  uns.  Es  ist  ein  Destillat
aus  den  Blättern  und  Zweigspitzen  des,'  ostindischen ­
  Strauches  Melaleuca  leucadendron
und  noch  einer  oder  mehrerer  Melaleuca-Arten
  und  wird  für  medizinischen'  Gebrauch
gewöhnlich  rektifiziert,  wodurch  man  es  farblos ­
  erhält.  Im  Handel  findet  sich  auch  verfälschtes ­
  und  völlig  nachgemachtes  öl,  das  aus
Rosmarinöl,  Terpentinöl  und  Kampfer  zusammengesetzt ­
  und  grün  gefärbt  wird.  Reines  K.  besteht ­
  neben  wenig  Terpen  hauptsächlich  aus
Zineol  (Eukalyptol)  und  außerdem  Terpineol,
hat  ein  spez.  Gew.  von  0,919—0,930,  dreht
schwach  links,  bis  —  3 0  40',  und  muß  sich  in
der  gleichen  Menge  80  0/0  igem  Weingeist  klar
lösen.  Das  öl  dient,  äußerlich  zu  Einreibungen
gegen  nervöses  Kopfweh,  Spulwürmer,  Koliken,
auf  Baumwolle  eingeführt  gegen  Zahnschmerz
und  Ohrenleiden,  und  wurde  früher  gegen
Cholera  äußerlich  und  innerlich  angewandt.
Auch  eignet  es  sich  gut  zur  Vertreibung  von
Motten  und  überhaupt  zur  Verhütung  von  In
sektenfraß.
Kakao  (Cacao,  lat.  Semen  seu  Fabae  cacao,
frz.  Cacao,  engl.  Cocoa,  Cacao)  nennt  man  die
Samen  des  prachtvollen,  zu  der  Familie  der
Büttneriazeen  gehörenden  Baumes  Theobroma ­
  cacao,  der  im  tropischen  Amerika  vom
23. 0  n.  Br.  bis  zum  20. 0  südl.  Br.  heimisch  ist,
■aber  auch  in  anderen  Ländern  vielfach  angebaut
wird.  Er  findet  sich  hauptsächlich  auf  den  westindischen ­
  Inseln,  in  Venezuela,  Kolumbia,  Ekuador, ­
  Peru  und  Nordbrasilien,  außerdem  auf  den
Philippinen,  den  Sundainseln,  Zeylon,  Bourbon,
San  Thomd  und  den  Kanaren  und  neuerdings  auch
m  den  deutschen  Kolonien  (Kamerun).  Die  von
Linnd  aufgestellte  botanische  Bezeichnung  Theobroma ­
  bedeutet  Götterspeise.  Der  Baum,  der
ltl t  Schmucke  seiner  dichten  Belaubung,  seiner
r ?ten  Blütenbäschei  und  goldgelben  Früchte
einen  prachtvollen  Anblick  '  gewährt,  erreicht
eine  Höhe  von  12  m.  Er  beginnt  im  5.  bis
b-  Jahre  an  zu  tragen,  gibt  im  12.  Jahre  die
höchsten  Erträge  und  bleibt  30  Jahre  lang  nutzbar, ­
  indem  er  das  ganze  Jahr  Blüten  und  Früchte

trägt.  Die  im  Verlaufe  von  S—6  Monaten  reifen
den  Früchte  von  der  Gestalt  einer  20  cm  langen
und  10  cm  dicken  Gurke  enthalten  in  einem
wohlschmeckenden,  rötlichen  Fleische  25—40'Samen. ­
  Die  letzteren  werden  aus  den  aufgeschnittenen ­
  Früchten  herausgestoßen,  durch  Reiben  und
Sieben  von  dem  anhängenden  Fruchtmus  möglichst ­
  befreit  und  an  der  Sonne  getrocknet  (ungerotteter
  K.).  Ein  feineres  Erzeugnis,  der  sog.
gerottete  K.  wird  erzielt,  wenn  man  die  Samen
zuerst  in  losen,  mit  Laub  bedeckten  Llaufen  oder
in  Erdgruben  einer  Selbsterhitzung  überläßt,
wobei  sie  ihre  Keimfähigkeit  und  einen  Teil  ihrer
Bitterkeit,  sowie  den  krautartigen,  herben  Geschmack ­
  verlieren  und  eine  dunklere,  bräunliche
Farbe  annehmen.  Die  gerotteten  Bohnen,  die
meist  an  ihrem  erdigen  Überzüge  kenntlich  sind,
werden  zur  Verarbeitung  auf  menschliche  Nahrungsmittel ­
  einer  sorgfältigen  Reinigung  durch
Sieben  und  Auslesen  unterworfen,  darauf  geröstet ­
  und  schließlich  in  besonderen  Maschinen
durch  Brechen  von  den,  Schalen  befreit.  In
dieser  Form,  in  welcher  sie  das  Ausgangsmaterial ­
  für  Kakaopulver  und  Schokolade  bilden,
bestehen  sie  nur  aus  den  reinen  Kotyledonen  des
Samens.  Diese  sog.  Kerne  enthalten  in  chemischer ­
  Hinsicht  neben  den  allen  Samen  gemeinsamen ­
  Bestandteilen:  Eiweiß,  Stärke,  Holzfaser ­
  und  .Salzen  gewisse  charakteristische  Stoffe,
die  für  die  Verwendung  von  größter  Bedeutung
sind,  nämlich  das  dem  Koffein  verwandte  Alkaloid ­
  Theobromin  (s;  d.),  ferner  einen  eigentümlichen ­
  Farbstoff,  das  Kakaorot,  welches
erst  beim  Rotten  durch  Oxydation  entsteht,  und
schließlich  beträchtliche  Mengen  eines  besonderen ­
  Fettes,  der  sog.  Kakaobutter  (s.  d.).  Im
Mittel  enthält  K.:  4—8°/o  Wasser,  i4°/o  Protein,
50%  Fett,  10  0/0  Stärke,  14%  stickstofffreie  Extraktstoffe, ­
  je  4  0/0  Rohfaser  und  Asche  und  0,5  »/o
Theobromin.  Unter  den  sog..  Extraktstoffen  finden ­
  sich  Zucker,  Gerbstoff  und  Phlobaphen
(Rindenfarbstoff),  während  die  Asche  erhebliche
Mengen  Kaliumphosphat  enthält.  Von  den  zahlreichen ­
  Handelssorten  werden  die  feinsten
Sorten,  der  mexikanische  Sokonusko  und  Esmeraldas ­
  aus  Ekuador,  meist  im  Ursprungslande ­
  verbraucht,  während  die  Kakaos  aus  Venezuela ­
  als  Karakas  und  Puerto  Cabello  in
großen  Mengen  nach  Europa  ausgeführt  und
hier  zu  den  feinsten  Schokoladen  verarbeitet
werden.  Aus  Ekuador  gelangen  in  den  europäischen ­
  Handel  die  Guayaquil-K.  (Ariba,  Machala,
  Balao),  die  besonders  in  Deutschland  verbraucht ­
  werden.  Holländisch-Guyana  führt  den
Surinam-K.  ans,  der  in  zwei  Sorten,  einer  feineren, ­
  durch  Plantagenkultur  gewonnenen  und
einer  geringwertigen,  ranzig-bitterschmeckenden
von  wild  wachsenden  Bäumen  in  den  Verkehr,
hauptsächlich  nach  Holland,  gelangt.  Britisch-Guyana
  liefert  die  weniger  wichtigen  Berbice
und  Essequibo,  Französisch-Guyana  den  geringwertigen ­
  Kayenne-K.  und  Kolumbia  den
Marakaibo  und  Angostura.  Von  brasilianischen ­
  Marken  seien  die  bitteren  Maranon  und
Para-K.  sowie  der  früher  häufig  ungerottete
Bahia,  das  Haupterzeugnis  Brasiliens,  erwähnt.
Die  westindischen  Inseln  liefern  den  Kuba-,
Haiti-  oder  Port  au  Prince-,  Trinidad-,  St
Domingo-  und  Märtinique-K.  Das  wichtigste
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.