Kayota
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Kerzen
(i—2 cm lang, 4—5 mm dick) und die mehr
gelbrötliche Farbe unterscheidet. Infolge seines
Gehaltes an Kapsaizin besitzt er einen brennend
scharfen Geschmack und wird als Gewürz,
besonders zu Essigfrüchten, in großen Mengen
verbraucht. Außerdem aber wird er mit Mehl
zu einem Teige angerührt, gebacken, gemahlen
und als sog. „amerikanischer K.“ (Papperpot)
in den Verkehr gebracht.
Kayota, eine aus Mexiko eingeführte, gerbstoffreiche
Rinde unbekannter Abstammung, wahrscheinlich
aber von einer Malpighia, welche
zum Gerben verschiedener Lederarten benutzt
wird und letzteren eine rötliche Farbe verleiht.
Die auch in gemahlenem Zustande eingeführte
Rinde, welche 23—27 °/o Tannin enthält, soll als
Gerbmaterial dem Quebracho vorzuziehen sein,
in der Färberei zum Schwarzfärben mit Eisensalzen
dem Sumach ähnlich wirken und namentlich
der Seide die Geschmeidigkeit nicht nehmen.
Kazaza, ein aus Zuckerrohrsaft oder aus Melasse
bereitetes geistiges Getränk, das fh der brasilianischen
Provinz Maranhao viel genössen wird
und sich vom Rum durch seine Farblosigkeit und
geringeren Alkoholgehalt unterscheidet.
Kefir (Kephyr) ist ein alkoholisches Getränk,
das schon seit alten Zeiten im Kaukasus
durch eine eigentümliche Gärung aus Stutenmilch
hergestellt wird. Zur Erregung der Gärung
dienen Anhäufungen gewisser Hefen- und
Spaltpilze, die als Kefirkörner in den Handel
kommen und auch bei uns zur Gewinnung
eines gleichartigen Erzeugnisses aus Kuhmilch
benutzt werden. Nach Mercks Jahresbericht
gibt man in eine Selterwasserflasche
von 375 ccm Inhalt 5—-io Kefirkörner, übergießt
diese abends, mit 100 ccm frischem Wasser
und läßt über Nacht stehen. Morgens um acht
Uhr gießt man das Wasser möglichst vollständig
ab, füllt die Flasche zu 3 / 4 mit unabgekochter
Milch und läßt tagsüber bei 8 bis
20° C gut verkorkt unter zeitweiligem Umschütteln
liegen. Am Abend nach dem Abseihen
des Ferments kann der Kefir schon getrunken
werden. Im Verlaufe dör Gärung geht
ein Teil des Milchzuckers in Milchsäure und
-ein Teil des Kaseins in lösliche Hemialbumosen,
Azidalbumosen und Peptone über, während
gleichzeitig Alkohol und Kohlensäure entstehen.
Das fertige schäumende Getränk enthält
nach König: 88,86 0/0 Wasser, 2,800/0
Kasein, 0,38 o/ 0 • Albumin, 0,25 % Azidalbumin,
0,180/0 Hemialbumosen, 0,030/0 Pepton, 2,760/0
Fett, 2,520/0 Milchzucker, 0,980/0 Milchsäure,
0,84 % Alkohol und 0,65 0/0 Asche. K. wird als
diätetisches Mittel bei Magen- und Lungenieiden
und Schwächezuständen angewandt.
Kehrsalz (Fegsalz), das in der Salzsiederei
beim Beladen der Trocken Vorrichtungen und
beim Abtragen des getrockneten Salzes abfallende
Salz, welches vom Fußboden zusammengekehrt
wird und daher verunreinigt
ist, kann nur als Viehsalz Verwendung finden.
Keramische Waren. Diese Bezeichnung, vom
griechischen Worte Keramos, der Ton, abstammend,
umfaßt alle aus Ton und Tonmischungen
hergestellten Waren, wie Terrakotta,
Töpferwaren, Siderolith, Steingut,
Fayence, Majolika, Steinzeug und
Porzellan.
Kermek, die Wurzeln von Statice coriaria
und St. limonium, werden in Rußland als
Gerbmaterial verwendet.
Kermes. Mit diesem Namen belegt man drei
verschiedene Farbstoffe; I. Tierischer Kermes
(Kermesbeeren oder -körner, Scharlachbeeren,
Purpurkörner, Alkermes, lat.
Grana kermes, frz. Grains d’öcarlate, engl. Scarlet
berries) besteht aus den getrockneten trächtigen
Weibchen einer Schildlaus (Coccus ilicis).
die auf den Zweigen der in Südeuropa und
im Orient häufiger wachsenden, strauchartigen
Scharlacheiche (Quercus coccifera) lebt.
Das Weibchen schwillt nach der Befruchtung
kugelförmig an, strotzt von Eiern und rotem
Farbstoff und wird in diesem Zustande gesammelt.
Die durch Besprengungen mit Essig getöteten und
an der Luft getrockneten Tiere bilden glatte oder
etwas runzelige, dunkelro.braune, zum Teil auch
violette, den Korinthen ähnliche Körner, welche
denselben Farbstoff wie Koschenille enthalten
und im Orient noch heute als Färbematerial
dienen. 2. Die pflanzlichen Kermesbeeren,
die früher zum Färben von Rotwein benutzt
wurden, jetzt jedoch ihrer abführenden Wirkung
wegen verboten sind, bestehen aus den
Früchten eines von Virginien nach dem südlichen
Europa verpflanzten und dort verwilderten,
schon in Österreich häufig vorkommenden,
ausdauernden Gewächses, Phytolacca decandra.
3. Mineralischer K. ist ein altes, unter
dem Namen Karthäuserpulver bekanntes
und zuweilen noch jetzt medizinisch gebrauchtes
Antimonpräparat, das durch Kochen von schwarzem
Schwefelantimon mit Pottaschelösung erhalten
wird. Beim Kochen der filtrierten Lösung
fällt der K. als ein feines, leichtes, rotbraunes
Pulver, das aus Schwefelantimon und Antimonoxyd
in wechselnden Verhältnissen besteht.
Kerzen (Lichte frz. Bougies, engl. Candles)
werden nach dem Ausgangsmaterial meist in
Talg-, Stearin-, Wachs-, Walrat-, Paraffin-
und Zeresin-K. unterschieden. Zu
ihrer Herstellung bediente man sich früher
hauptsächlich der Methode des Ziehens, bei |
der zahlreiche, an einem Stabe hängende Dochte
so oft in das geschmolzene Material eingetaucht
wurden, bis die verlangte Dicke erreicht
war. Heutzutage kommt fast nur noch das Gießen
in Betracht. Eine Reihe schwach konischer Formen
aus Blei-Zinn-Legierungen werden mit dem
verjüngten Ende nach unten in die Löcher des
Gußtisches eingehängt, dann mit je einem Docht
und Trichter versehen und mit der geschmolzenen
Masse vollgegossen. Die Temperatur ist
für jede Sorte besonders zu wählen. Während
z. B. der, heute übrigens kaum noch benutzte.
Talg eben ein Häutchen bilden soll und bet
kühler Temperatur gegossen wird, ist das Paraffin
möglichst dünnflüssig in die vorgewärmte
Form zu gießen und dann schnell abzukühlen.
Die Stearin-, richtiger Stearinsäure-K.
werden zur Vermeidung des unbe- |
liebten großkristallinischen Gefüges meist aus
einem Gemisch von Stearin und etwas Wachs
oder Paraffin, das man unter Umrühren bis
zum Dickflüssigwerden abkühlen läßt, hergc-