Kino
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Kirschstiele
stens neben ihr benutzt werden können. Unter
allen Umständen muß verlangt werden, daß die
K. völlig aufgeschlossen sind, da der kindliche
Organismus rohe Stärke nicht assimiliert. Zweckmäßig
erfolgt die Verabreichung daher nur bei
älteren Kindern und bei Verdauungsstörungen,
bei denen Kufekes K. verstopfend, Mellins
und Theinhardts Nahrung hingegen schwach
abführend wirken.
Kino (Kinogummi, lat. Gummi kino, frz.
Gomme kino, engl. Kino gum) besteht aus dem
eingetrockneten Extrakte oder natürlichen Ausflüssen
verschiedener Bäume, namentlich aus
der Familie der P ap iliona z e en, und bildet
dem Katechu ähnliche rote Massen von stark
zusammenziehendem Geschmack, Unter den
verschiedenen Handelssorten hat das malabarische
oder Amboinakino von Pterocarpus
Marsupium die größte Bedeutung. Es bildet
kleine eckige, leicht zerbrechliche Bruchstücke
von glänzend schwarzer Farbe, die in dünnen
Splittern rot durchscheinen. Das Pulver ist
dunkelrot und löst sich nur teilweise in Wasser,
aber vollständig in Alkohol und Alkalien. Das
afrikanische K. aus dem Senegalgebiete, das
früher die Hauptrolle spielte, kommt jetzt nicht
mehr in den Handel, wohl aber asiatisches
(Butea- oder bengalisches) K. von Butea
frondosa, westindisches oder Jamaikakino
von Coccoloba uvifera und neuholländisches
oder Eukalyptuskino von verschiedenen
Eukalyptusarten. Der wichtigste Bestandteil
aller Kinosorten ist ein bis zu 75 °/o vorhandener
Gerbstoff, Kinogerbsäure, aus der
beim Erwärmen der rote Farbstoff, Kinorot,
entsteht. K. findet in der Pharmazie sowie zur
Herstellung von Zahntinkturen und Zahnpulvern
nur noch beschränkte Verwendung, wird aber
in steigendem Maße zum Gerben und Färben
benutzt.
Kipari, das Holz eines in Indien und auf Java
wachsenden Baumes, Lepisanthes montana,
wird als Nutzholz verwendet,
Kirschbaumholz, das Holz des Kirschbaumes,
Prunus Cerasus, ist gelblichrot bis rotbraun,
bei manchen Arten grünbraun, gestreift
und geflammt, sehr fest, ziemlich hart und
feinfaserig und hat ziemlich ansehnliche Spiegel.
Es läßt sich leicht bearbeiten und durch Beizen
dem Mahagoniholze ähnlich machen. Das Holz
alter Bäume ist ein vortreffliches Tischlerholz,
hat jedoch die unangenehme Eigenschaft, mit
der Zeit blasser zu werden, welchem Übelstande
man aber durch Behandlung mit Kalkwasser
begegnen kann.
Kirschen (lat. Fructus cerasi, frz. Cerises,
engl. Cherrys), die bekannten Steinfrüchte
der verschiedenen Abarten des Kirschbaumes,
bilden einen wichtigen Gegenstand des
Obsthandels, der im frischen Zustande allerdings
von geringer Haltbarkeit ist. Man unterscheidet
Süßkirschen und Sauerkirschen
und rechnet zu den ersteren die Herzkirschen,
Knorpelkirschen und Amaranthenkirschen, zu
den halbsüßen oder süßsaueren die Glaskirschen,
Ammern, Amarellen und Süßweichsein, zu
den Sauerkirschen die Sauerweichsein, Nonnenkirschen,
Kirchheimer Kirschen u. a. Außer
im frischen Zustande bilden die K. auch in zubereiteter
Form, so namentlich als getrocknete
oder Darrkirsehen, ferner in Essig oder
in Zucker eingemacht einen wichtigen Handelsartikel.
Kirschgummi (lat. Gummi cerasi, frz. Gomme
de c6rise, engl. Cherry gum), das aus der Rinde
der Kirschbäume freiwillig ausfließende, an der
Luft erhärtende Gummi zeigt meist eine dunkelbraune
bis rote Farbe, eine ziemlich weiche
Beschaffenheit und widerlichen Geschmack. Das
in Wasser nur zurri Teil lösliche Gummi wird
in der Industrie vielfach an Stelle des arabischen
Gummis, dem es ähnlich ist, benutzt.
Kirschkernöl, das in den Kernen enthaltene
fette Öl, ist hellgelb, geruchlos und von mildem
und angenehmem Geschmack. Das spez. Gew.
liegt bei 0,9184, der Gefrierpunkt bei —22 °.
Kirschlorbeerblätter (lat. Folia laurocerasi,.
frz. Feuilles de laurier-cerise, engl. Cherry
laurel leaves). Die lederartigen, glänzenden,
oben dunkelgrünen, unten helleren Blätter von
Prunus laurocerasus, eines in Persien und
Kleinasien heimischen, in Südeuropa kultivierten
Strauches, werden bis 13 cm lang und
4Y2 cm breit und sind an den zurückgebogener..
Rändern entfernt sägezähnig. Sie werden, noch
frisch, zerstampft, mit Wasser übergossen und
nach einigem Stehen der Destillation mit Wasserdampf
unterworfen. Das in Menge von 0,05 0/0
erhaltene Kirschlorbeeröl (lat. Oleum laurocerasi,
frz. Essence de laurier-cerise, engl. Cherry
laurel oil) hat ein spez. Gew. von 1,050—1,066,.
einen charakteristischen Geruch und löst sich in
jedem Verhältnis in Alkohol. Es ist dem Bittermandelöl
außerordentlich ähnlich und enthält wie
dieses Benzaldehyd, Blausäure undBenzaldehydzyanhydrin,
jedoch entstammen diese Bestandteile
hier einem anderen Glykoside, dem Prulaurasin,
das durch Emulsion in Blausäure, Glukose
und Benzaldehyd zerlegt wird. Der Gehalt
an Blausäure beträgt bis zu 40/0. Das bei der
Destillation erhaltene aromatischeWasser wird als
Kirschlorbeerwasser (lat. Aqua laurocerasi,
frz. Eau distil!6e de laurier-cerise, engl. Cherry
laurel leaves water) in den Handel gebracht.
K.-BJätter und -Wasser finden in der Medizin
sowie nach der Entfernung der Blausäure zur
Herstellung von Likören Anwendung.
Kirschsaft (lat. Succus cerasorum, frz. Suc
de cerises, engl. Cherry juice), der, wie unter
Himbeersaft beschrieben, ausgepreßte, geklärte
und der Haltbarkeit wegen gewöhnlich mit
etwas Spiritus versetzte Saft von Kirschen, namentlich
Sauerkirschen, dient teils zur Bereitung
von Likör und Sirup, teils zum Färben
anderer Liköre und Obstweine.
Kirschsirup (lat. Sirupus cerasorum, frz. Siropde
cerises, engl. Cherry sirup) wird durch Einkochen
des Kirschsaftes mit Zucker erhalten
und findet vielfache Verwendung in der Likörfabrikation,
zu Fruchteis und Limonaden sowie
in Apotheken als geschmackverbesserndes
Mittel.
Kirschstiele (lat. Pedunculi seu Stipites cerasorum,
frz. Queues de cerises, engl. Cherry
stalks), die getrockneten Stiele der Sauerkirschen,
werden bisweilen als Aufguß gegen,
Blasenleiden angewandt.