Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Kessambi

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Kindermehle

stellt.  Die  dicken  Wachskerzen  für  kirchliche ­
  Zwecke  endlich  werden  auch  durch  Ausrollen ­
  des  erweichten  Wachses  um  einen  Docht
erhalten.  Von  größter  Bedeutung  für  gutes
Brennen  der  K.  ist  die  Beschaffenheit  der
Dochte,  welche  bei  den  neueren  Erzeugnissen
zur  Vermeidung  des  Kriimmens  aus  3  Strähnen
geflochten  werden  und  zur  Erleichterung  des
Verbrennens  mit  besonderen  Beizen  aus  chlorsaurem ­
  Kalium,  Salpeter,  Wismutnitrat,  ferner
Borsäure,  Ammoniumsulfat  oder  -phosphat  imprägniert ­
  sind.  Als  gute  und  preiswürdigste  K.
haben  zurzeit  die  Paraffin-,  danach  die  Kompositions-K.
  aus  Stearin  und  Paraffin  als  beste
reine  Stearin-K.  zu  gelten.
Kessambi,  das  Holz  der  in  Indien  wachsenden ­
  Sapindazee  Schleichera  trijuga,  liefert
ein  festes  Arbeitsholz.
Kessowurzel,  die  Wurzel  einer  japanischen
Baldrianart,  Valeriana  officinalis  L.  var.
angustifolia,  liefert  bei  der  Destillation  das
ätherische  Kessoöl,  welches  dem  gewöhnlichen ­
  Baldrianöl  sehr  ähnlich  ist,  aber  ein
höheres  spez.  Gew.  von  0,960—1,004  besitzt.
Kesu-dan  (Palas-phul)  nennt  man  die  in
Indien  zum  Gelbfärben  dienenden  Blüten  von
Butea  frondosa.
Ketgeeöl  (Uttur  Khetkee),  ein  sehr  wohlriechendes ­
  ätherisches  Öl  aus  Rajopootana  in
Ostindien,  wird  aus  einer  gelbblühenden
Fand  an  e  gewonnen.  Die  weißblühende
Pandane,  Pandanus  odoratissimus,  liefert
durch  Destillation  ihrer  Blüten  ebenfalls  ein
sehr  wohlriechendes  Öl  (Uttur  khera),  das
zu  Parfümeriezwecken  Verwendung  findet.
Khaboungycayi,  die  giftigen  Samen  des  in
Birma  wachsenden  Baumes  Strychnos  potatorum,
  enthalten  Strychnin.
Kiefernholz  (Föhrenholz),  das  Holz  verschiedener ­
  Arten  der  Gattung  Pinus.  1.  Das
gemeine  Kiefernholz,  von  Pinus  si  1  -
vestris,  besitzt  eine  gelblichweiße  Farbe  mit
braunrotem,  verschwindend  kleinem  Mark,  zahlreichen ­
  Holzporen  und  regelmäßigem,  engmaschigem ­
  Holzgewebe.  Es  ist  leicht,  sehr  harzreich ­
  und  läßt  sich  unter  allen  Nadelhölzern
am  wenigsten  gerade  spalten.  Gegen  Witterungseinflüsse ­
  zeigt  es  große  Widerstandskraft
und  wird  zu  Grubenbauten  in  Bergwerken,
Brunnenröhren,  Balken  und  namentlich  zu
Fensterrahmen  benutzt.  2.  Schwarzföhrenholz, ­
  von  der  österreichischen  Kiefer,
Pinus  laricio  var.  austriaca,  unterscheidet
sich  von  dem  vorigen  nicht  wesentlich.  3.  Arvenholz, ­
  Zirbelkiefernholz,  das  dichte,  rötliche ­
  und  wohlriechende  Holz  von  Pinus  cembra,
  kommt  nur  aus  den  Alpen  und  wird  viel
als  Schnittholz  verwendet.  4.  Knieholz,
Krummholz,  Zwergkiefernholz,  von  der
nur  im  Hochgebirge  vorkommenden  Krummholzkiefer, ­
  Pinus  pumilio,  mit  auf  der  Erde
liegendem,  hin  und  her  gebogenem  Stamm  und
Ästen,  ist  sehr  dicht  und  fest,  rotbraun  mit
weißem  Splint  und  wird  vielfach  zu  Holzschnitzereien ­
  verwandt.
Kieselfluorwasserstoffsäure  (lat.  Acidum  hydro-silicio-fluoricum,
  frz.  Acide  hydrofluorsilicique,
  engl.  Silico  hydrofluoric  acid),  eine  Verbindung ­
  von  der  Formel  H 2 SiF 6 ,  entsteht  in
Mercks  Warenlexikon.

wäßriger  Lösung  durch  Erhitzen  von  Quarz  und
Flußspat  mit  konzentrierter  Schwefelsäure  und
Einleiten  des  gasförmigen  Fluorsiliziums  SiF, t  in
Wasser.  Die  stark  saure  Flüssigkeit,  die  sich
beim  Eindampfen  zersetzt,  muß  in  Guttaperchaflaschen ­
  aufbewahrt  werden,  da  sie  Glas  angreift. ­
  K.  dient  zur  Konservierung  von  Holz,
zum  Härten  von  porösen  Baumaterialien  und
Mauerwerk  und  ist  giftig.
Kieselsäure  (Kieselerde,  lat.  Acidum  silicicum,
  frz.  Acide  silique,  engl.  Siliciosus  acid),
die  Verbindung  des  Elementes  Silizium  mit
Sauerstoff,  Si0 2 ,  findet  sich  in  der  Natur  in
reinem  Zustande  und  in  Form  von  Verbindungen ­
  als  der  verbreitetste  Bestandteil  der
Erdrinde  vor.  Aus  reiner  kristallisierter  K.  besteht ­
  der  Quarz  in  seinen  zahlreichen  Spielarten ­
  als  Bergkristall,  Amethyst,  Quarzit,  Sand
und  Kies;  aus  amorpher  K.  der  Feuerstein,
Opal  und  Achat.  Von  den  wichtigsten  Mineralien ­
  sind  der  Feldspat,  die  Hornblende,  der
Ton  und  Glimmer  als  Verbindungen  der  K,,
als  Silikate,  anzusprechen.  Außerdem  ist  K.
ein  regelmäßiger  Bestandteil  pflanzlicher  Organismen, ­
  besonders  der  Gräser  und  Schachtelhalme, ­
  und  findet  sich  als  Panzer  niederer  Infusorien ­
  und  Diatomeen,  die  in  ungeheuren
Mengen  die  Lager  von  Kieselgur,  Infusorienerde, ­
  zusammensetzen.  Die  K.  ist  in  den
meisten  Säuren  mit  Ausnahme  der  Flußsäure
und  in  verdünnten  Alkalien  unlöslich  und  verhält ­
  sich  bei  gewöhnlicher  Temperatur  ziemlich ­
  indifferent.  Bei  höheren  Temperaturen
zeigt  sie  die  Eigenschaften  einer  Säure,  treibt
beim  Schmelzen  mit  Pottasche  Kohlensäure  aus
und  bildet  kieselsaure  Salze.  In  Form  des
Quarzes  und  der  Silikate  Glas  und  Wasserglas ­
  ist  .sie  für  die  Technik  von  größter  Bedeutung. ­

Kieserit,  ein  aus  natürlicher,  schwefelsaurer
Magnesia  (MgS0 4 -(-H 2 0)  bestehendes  Mineral,
kommt  auf  Salzstöcken  vor  und  bildet  namentlich ­
  im  Abraumsalze  des  Staßfurter  Steinsalzwerkes ­
  Bänke  bis  zu  30  cm  Stärke.
Kihoe,  das  sehr  harte  Holz  der  in  Indien
wachsenden  Aritera  littoralis,  wird  im  Ursprungslande ­
  zur  Herstellung  von  Werkzeugen
benutzt.
Kindermehle  nennt  man  als  Ersatz  für  Muttermilch ­
  bestimmte  Nährpräparate,  die  aus  Getreidemehl ­
  (besonders  Weizen  und  Hafer)  hergestellt ­
  werden  und  die  Bestandteile  des  letzteren ­
  in  leicht  löslicher  Form  enthalten.  Die
Aufschließung  erfolgt  entweder  durch  trockene
Hitze  oder  durch  Dämpfen,  ferner  durch  Behandlung ­
  mit  verdünnten  Säuren  oder  Diastase
und  hat  den  Erfolg,  daß  die  Stärke  in  Dextin
und  das  Eiweiß  in  Albumosen  übergeht.  Die
entstehenden  Erzeugnisse  werden  für  sich  allein
oder  nach  Zusatz  von  Fett,  Eiweiß  und  Salzen
getrocknet  oder  gebacken  und  in  ein  feines
Mehl  verwandelt.  Von  den  bekannteren  Waren
sind  die  K.  von  Knorr,  Hohenlohe  und
Kufeke  nur  aus  Mehl  hergestellt,  während
Nestles  K.  und  Theinhardts  lösliche
Kindernahrung  gleichzeitig  Milch  und  Zucker
enthalten.  Die  Ansichten  über  den  Wert  der  K.
sind  sehr  geteilt,  doch  steht  soviel  fest,  daß  sie
die  Milch  nicht  völlig  ersetzen,  sondern  höchst ­

            
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