Knallerbsen
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Knochenmehl
schwach, parfümierte Auszug der K,, ist ein
ständiger Artikel der Kosmetik geworden.
Knallerbsen, kleine, mit etwas Knallsilber
oder Knallquecksilber gefüllte Feuerwerkskörper,
sind zür Versendung auf der Eisenbahn nur
bedingt zugelassen. Sie müssen sorgfältig in
Sägemehl verpackt sein, und auf dem Fracht
briefe ist die von einem vereidigten Chemiker
unterschriebene Bescheinigung anzubringen,
welche die Ungefährlichkeit verbürgt.
Knallquecksilber und Knallsilber sind die
äußerst explosiblen Salze der Knallsäure, die
zur Füllung der Knallerbsen Verwendung fin
den. Sie entstehen bei der Auflösung von
metallischem Quecksilber oder Silber mit kon
zentrierter Salpetersäure und nachfolgendem
Alkoholzusatz als weiße Kristailpulver, die aber
nicht getrocknet werden können, sondern unter
Wasser aufzubewahren sind. Eine abweichende
Zusammensetzung besitzt das Knallsilber
Berthollets, das durch Behandlung von Silber
oxyd mit Ammoniak hergestellt wird und in
trocknem Zustande schon bei Berührung mit
einer Federfahne explodiert.
Kneipps Mittel. Unter dieser Bezeichnung
kommen verschiedene Mittel, meist pflanzlicher
Herkunft, z. B. Kräuter, Wurzeln, Öle usw. in
den Handel, die nach Vofschriften des verstor
benen Wörrishofener Pfarrers Kneipp aus zahl
reichen, z. T. schon veralteten Vegetabilien her
gestellt werden.
Knoblauch (lat. Radix seu bulbus allii, frz.
Ail commun, engl. Garlic), die Zwiebel von
Allium sativum, einer im südlichen Europa
einheimischen Pflanze, welche in Deutschland
vielfach angebaut wird, hat einen eigentüm
lichen, sehr starken, unangenehmen Geruch und
einen scharfen, etwas süßlichen Geschmack.
Man verwendet sie in geringerer Menge als Zu
satz zu manchen Speisen, namentlich auch bei
der Bereitung der Salamiwurst, medizinisch als
Klistier gegen Madenwürmer. K. muß gut ab
getrocknet werden, damit er sich im Winter
hält.
Knoblauchöl (lat. Oleum allii aethereum, frz.
Essence d’ail, engl. Oil of garlic), das äthe
rische Öl des Knoblauchs, wird durch Destilla
tion mit Wasserdampf als dunkelbraungelbe
Flüssigkeit erhalten, welche durch Rektifikation
hellgelb wird. Es hat ein spez. Gew. um 1,050,
besitzt einen starken, die Augen zum Tränen
reizenden Geruch und besteht atis einem Ge
misch von Polysulfiden, u. a. Allylpropyldisulfid.
Knochen (lat. Ossa, frz. Os, engl. Bones) fin
den sowohl zur Herstellung von Gebrauchs
gegenständen durch Drechsler, Schnitzer, Knopf
macher (Beinarbeiter), als auch von chemi
schen Präparaten vielfache Anwendung. Zu
ersterem Zwecke werden die festen Röhren
knochen größerer Tiere, wie Rinder, Pferde
und Hirsche, zur Entfernung des Fettes mit
Wasser ausgekocht, dann an den Enden ab
gesägt, an der Sonne oder in Pottaschelösung
gebleicht und schließlich in Stücken von 50 bis
60 cm Länge und etwa 4 kg Gewicht in den
Handel gebracht. Außerdem werden noch
Gänseflügelknochen und zu langen Filet
nadeln auch Giraffenknochen verarbeitet.
Alle sonst nicht verwertbaren Knochen und Ab
fälle werden auf die in den folgenden Ab
schnitten besprochenen Handelswaren usw. ver
arbeitet. Sie enthalten neben rund 50 */ 0 Wasser
im Durchschnitt etwa 16 0/0 Fett, 22 0/0 minera
lische und 12 0/0 einer stickstoffhaltigen leim
gebenden Substanz (Ossein und Kollagen).
Knochenasche, weißes Spodium, auch
weißgebranntes Elfenbein genannt, ent
steht, wenn Knochen im offenen Feuer völlig
verbrannt werden. Sie dienen dabei selbst als
Heizmaterial, und nach Zerstörung der orga
nischen Bestandteile hinterbleiben die MineraF
Stoffe in Form harter, aber poröser weißer
Stückchen. Die pulverisierte K., ein Gemisch
von durchschnittlich 80—850/0 Trikalziumphos-
phat, io—12 0/0 Kalziumkarbonat und geringen
Mengen Magnesiumkarbonat und Kalzium
fluorid, findet vielfache Anwendung als Dünge
mittel, Putzpulver und Poliermittel sowie zur
Herstellung von Phosphor, Phosphorsäure,
Superphosphaten, Milchglas und Glasuren.
Knochenkohle (Tierkohle, Beinschwarz,
Spodium, gebranntes Elfenbein, lat. Carbo
ossium, frz. Noir d’os, engl. Bone black) hinter
bleibt beim Glühen entfetteter Knochen unter
Luftabschluß in eisernen oder tönernen Retorten,
während gleichzeitig gasförmige und flüssige
Zersetzungsprodukte, wie Kohlenwasserstoffe,
Ammoniumkarbonat, Pyridin- und Chinolinbasen
sowie Pyrrol übergehen und als Knochenteer,
Franzosenöl, Tieröl, Dippelsches Stink
öl (s. unter Teer) kondensiert werden. Der
aus den Retorten herausgenommene Rück
stand, welcher bei Innehaltung der richtigen
Temperatur ein mattes Schwarz zeigt, enthält
neben rund 900/0 Mineralstoffen 10 0/0 Kohlen
stoff in feinster Verteilung. Er wird gröblich
zerkleinert und nach der Korngröße sortiert.
Das abgesiebte Pulver findet zur Herstellung
von Wichse und schwarzer Farbe sowie von
Polierpulver für Silberarbeiter Anwendung. Die
gekörnte, gut gebrannte K. hat infolge ihrer
großen Porosität in noch höherem Maße als
Holzkohle die Eigenschaft, zahlreiche orga
nische Stoffe, besonders färbende Bestandteile,
Bitterstoffe, Kalk- und andere Salze aus Flüssig
keiten abzuscheiden und bildet daher ein un
entbehrliches Hilfsmittel bei Reinigungs- und
Klärungsprozessen, besonders in Zuckerfabriken
(s. d.), Glyzerin- und Paraffinfabriken.
Knochenmehl. Die Knochen bilden wegen
ihres hohen Gehaltes an Stickstoff und Phos
phorsäure ein vielbenutztes Düngemittel und
werden zu diesem Zwecke in verschiedener
Weise'verarbeitet. Durch einfaches Zerstampfen
der Knochen in Stampfmühlen erhält man das
rohe K., das aber wegen der ungenügenden
Zerkleinerung und des hohen Fettgehaltes nur
eine äußerst langsame Wirkung äußert. In
neuerer Zeit wird daher ausschließlich ge-,
dämpftes K. hergestellt. Die gereinigten und
gröblich zerbrochenen Knochen werden zu
nächst durch Extraktion mit Benzin oder durch
Kochen mit Wasser entfettet und darauf in ge
schlossenen Behältern mit Wasserdampf behan
delt (gedämpft). Hierbei geht ein Teil der
zu Leim verwandelten Knorpelsubstanz in das
Wasser über, welches abgelassen wird und zur
Gewinnung des Knochenleims dient. Die nach