Kohlensäure
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Koipufelle
Güte als „Fine Champagne“ hergestellt wird.
Weniger wertvolle, als „Eau de vie“, „Petit
Champagne“, „Armagnac“ bezeichnete Sorten
stammen aus den Departements AngouKme,
Chäteauneuf, Languedoc. Auch in Ungarn, Spanien
und Portugal sowie neuerdings vor allem
in Deutschland wird viel K. destilliert. Das
frische Weindestillat ist eine völlig farblose
Flüssigkeit von meist so—6o°/o Alkoholgehalt,
welche erst im Verlaufe der Lagerung auf eichenen
Fässern ihre gelbe Farbe und die prächtige
Blume annimmt. Neben verschwindenden Spuren
von Furfurol finden sich geringe Mengen Fuselöl,
flüchtige Säuren, Aldehyde und Ester, deren
Gehalte aber zu großen Schwankungen unterliegen,
als daß darauf eine sichere Beurteilung
gegründet werden könnte. Im Laufe der Zeit
hatte sich der Begriff des K. nun außerordentlich
verschoben. An Stelle des reinen Weindestillates
tauchten Mischungen mit Kartoffelbranntwein
(sog. Weinsprit) in immer größerer
Menge auf. Ja, es wurden ganz offen als Kbgnahes
senz Auflösungen von echtem oder künstlichem
Weinbeeröl (s. d.) zur Darstellung von K.
auf kaltem Wege, d. h. durch einfaches Vermischen
mit Feinsprit, angepriesen. Zur Bekämpfung
der hierdurch hervorgerufenen Mißstände
wurden in § 18 des Weingesetzes vom 7. IV. 1909
folgende Vorschriften erlassen; „1. Trinkbranntwein,
dessen Alkohol nicht ausschließlich aus
Wein gewonnen ist, darf im geschäftlichen Verkehr
nicht als Kognak bezeichnet werden.
2. Trinkbranntwein, der neben Kognak Alkohol
anderer Art enthält, darf als Kognakverschnitt
bezeichnet werden, wenn mindestens V10 d es
Alkohols aus Wein gewonnen ist. 3. Kognak
und Kognakverschnitte müssen in 100 Raumteilen
mindestens 38 Raumteile Alkohol enthalten.
4. Trinkbranntwein, der in Flaschen oder
ähnlichen Gefäßen unter der Bezeichnung Kognak
gewerbsmäßig verkauft oder feilgehalten wird,
muß zugleich eine Bezeichnung tragen, welche
das Land erkennbar macht, wo er für 'den Verbrauch
fertiggestellt worden ist. Die näheren
Vorschriften trifft der Bundesrat. 5. Die vom
Bundesrate vorgeschriebenen Bezeichnungen sind
auch in die Preislisten und Weinkarten sowie in
die sonstigen im geschäftlichen Verkehr üblichen
Angebote mit aufzunehmen. Die in § 10, 16 des
Weingesetzes verbotenen Stoffe (s. Wein) dürfen
auch zur Herstellung von Kognak nicht benutzt
'Verden.“ — Gemische von Kognak mit Spiritus
dürfen nur als Kognakverschnitt in den Handel
gebracht werden. Künstliche Färbung mit
Teerfarbstoffen ist unzulässig. Die Bezeichnung
Kunstkognak oder Fassonkognak wird von der
neueren Rechtsprechung durchweg verworfen.
Kohlensäure (Kohlensäureanhydrid, Kohlendioxyd,
lat. Acidum carbohicum, frz. Acide
carbonique, engl. Carbonic acid) bildet zwar
nicht im gasförmigen Zustande, wohl aber als
komprimierte, sog. flüssige K. einen wichtigen
Handelsartikel. Sie gehört zu den verbreitetsten
Stoffen der Erdoberfläche. Als regelmäßiges
Erzeugnis der Verbrennung organischer
"toffe sowie der tierischen und pflanzlichen Atmung
findet sie sich beständig in der Atmosphäre
in Menge von etwa 0,039 °/o. Ferner wird
S1 e von den tätigen Vulkanen ausgestoßen, entströmt
aus Erdrissen und Spalten und gelangt, in
Wasser gelöst, in Form von Säuerlingen zutage.
Ihre Verbindungen mit Basen, die Karbonate,
wie Kalkstein, Marmor, Kreide, Dolomit und
Magnesit, sind verbreitete Mineralien, die sogar
gesteins- und gebirgsbildend auftreten. Zur Darstellung
der K. zersetzt man Karbonate (Marmor,
Magnesit) entweder mit verdünnten Säuren oder
durch Glühen, oder gewinnt sie durch Verbrennung
von Koks. Die reine K., C0 2 , ist ein
färb- und geruchloses Gas von deutlich saurem
Geschmack. Sie vermag weder selbst zu brennen,
noch die Verbrennung zu unterhalten, löscht
vielmehr brennende Körper aus und führt, eingeatmet,
Erstickung herbei. Sie dient in den
Zuckerfabriken, in denen sie beim Glühen des
Kalksteins als Nebenprodukt entsteht, zum Saturieren,
ferner zur Darstellung von Ammoniaksoda
und von Bleiweiß. Auf ihrer hohen Löslichkeit
in Wasser (1 Vol. Wasser nimmt bei o°
1,8 Vol. K- auf) beruht ihre Verwendung zur Herstellung
kohlensaurer Getränke. Zu letzterem
Zwecke führt man sie jedoch zunächst in dqn
flüssigen Zustand über. Das nach den angegebenen
Verfahren dargestellte pder auch natürlich
vorkommende K.-Gas wird durch Überführung
in Bikarbonat oder Waschen mit Kaliumpermanganat
gereinigt, getrocknet und in Zylindern
aus Schmiedeeisen oder Stahl bei so—60 Atmosphären
komprimiert. Die schmiedeeisernen Flaschen
haben 9 mm dicke Seitenwände und 15 mm
dicken Boden und sind auf einen Überdruck von
250 Atmosphären geprüft. Sie enthalten 8, 10,.
20 oder 30 kg K. zum Preise von je 25—30 Pfg.
und werden den Abnehmern leihweise überlassen.
Die flüssige K. ist eine wasserhelle, bewegliche
Flüssigkeit, welche bei —78,2° siedet und sich
bei schneller Verdunstung in eine lockere schneeähnliche
Masse, die feste K., verwandelt. Die
flüssige K. findet äußerst mannigfaltige Verwendung.
Sie dient in den Gastwirtschaften zum
Bierausschank, ferner zur Herstellung von kohlensaurem
Wasser, beim Gießen von Gußstahl und
anderen Metallen zur Erzielung dichter, blasenfreier
Gußstücke, zum Betriebe von Feuerspritzen
und als Feuerlöschmittel. Krupp in Essen benutzt
sie außerdem bei Wiederherstellung von beschädigten
Kanonen zum Loslösen der konischen
Mantelrohre von dem zylindrischen Kernrohre.
Der Versand der flüssigen K., der früher auf
Feuerzüge beschränkt war, ist jetzt auf allen
Eisenbahnzügen gestattet, aber an folgende Bedingungen
geknüpft: Die Behälter müssen aus
Schweißeisen, Flußeisen pder Gußstahl hergestellt
und amtlich auf einen Druck von 250 Atmosphären
geprüft sein. Ein amtlicher Vermerk
auf den Flaschen muß darauf hinweisen, daß
diese Prüfung, und zwar innerhalb der letzten
drei Jahre, erfolgt ist. Zum Schutze der Ventile
müssen Kappen aufgeschraubt sein, die mit
einem Kranze zur Verhinderung des Rollens versehen
sind.
Koipufelle (Nutria). Das Koipu, eine biberartige,
große Seeratte, lebt in großer Menge
in den südamerikanischen, La-Platastaaten. Sein
Fell, das ohne den wertlosen Schwanz 4V2 dm
oder mehr in der Länge mißt, wird teils zu
Pelzwerk, teils bei der Herstellung von Hüten
verwandt, wöbei das meist braunrote Oberhaar