Korallenholz
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Kork
I für das Kilogramm, schwarze K., durch Lagern
I in Schlamm geschwärzt, im Werte von 12—15 Fr.;
die gewöhnliche, lebend gefangene Ware, in
; Kisten, 45—70 Fr.; ausgewählte, besonders dicke
und rosenrote Stücke 400—500 Fr. und endlich
I sehr seltene weiße K. Man überarbeitet zu
ll nächst die rohen Stücke aus dem Groben mit
Raspeln und Feilen und schleift sie dann auf
Schleifscheiben mit immer feinerem Schmirgel.
Aus den hinreichend großen Stücken werden
1 Stockknöpfe, Messerhefte u. dgl., aus den klei-
I neren Schmucksachen verschiedener Art, wie
runde, ovale, bimförmige und unregelmäßige
[ Perlen zu Halsbändern und Rosenkränzen, Knöpfe,
I Einsätze von Nadeln und Broschen hergestellt.
Die Farben wechseln vorn tiefsten Blutrot und
i| schönen Zinnoberrot bis zum Blaßrosa. Früher
waren die dunkelsten Farben die beliebtesten,
] später hat sich der Geschmack hierin geändert.
| In Europa hat die Vorliebe für K. ziemlich ab-
; genommen, obschon ab und zu versucht wird,
dieselbe durch schöne Schmuckwaren, wie sie
sich z. B. auf den Leipziger Messen zeigen, wie
der emporzubringen. Einen ständigen und von
: der Mode nicht beeinflußten Absatz finden die
Waren hingegen in Japan, China, Arabien und
dem Orient überhaupt. Bei den Orientalen ist
die Vorliebe für Korallenschmuck so lebhaft,
daß man denselben überall an Kleidern, Waf
fen, Pferdegeschirren, Gerätschaften und selbst
an den Wänden vornehmer Wohnungen an
bringt. Außerdem gehen K, nach Rußland,
Amerika und, als Ersatz der Münzen, in Form
von Perlenschnüren, zu Neger- und anderen wil
den Stämmen.
Korallenholz (frz. Corail vegetal), das harte,
| schönfarbige Holz von Adenanthera pavo-
nina, einem auf Madagaskar und Röunion hei-
; mischen Baume aus der Familie der Papiliona-
[ zeen, wird in der Kunsttischlerei verwandt.
Korallin (Corallin), ein zu den Teerfarben
■ gehörender, kräftig roter Farbstoff, entsteht bei
gleichzeitiger Einwirkung von «Oxalsäure und
Schwefelsäure auf rohes, kresolhaltiges Phenol.
Das erste Produkt der Einwirkung, das sog.
gelbe K., wird durch Erhitzen mit Ammoniak
auf 140—150° in das rote K. (Paeonin) über
geführt, dunkelbraunrote Stücke mit schwachem,
metallischem Glanz. Sie lösen sich in Alkohol
mit orangegelber Farbe, welche durch Säuren
} m Gelb, durch Alkalien in ein prächtiges Rot
übergeht. Das K. enthält mehrere, unterein
ander sehr ähnliche Farbstoffe, von denen einer
isomer mit der aus Rosanilin darstellbaren Ro-
s olsäure (s. d.) ist und Pararosolsäure oder
Aurin (s. d.) heißt, während ein anderer Me-
thylaurin genannt wird. Neben diesen finden
s ich Leukorosolsäure und Pseudorosol-
s äure, eine violette und eine in granatroten Kri
stallen kristallisierbare Masse. K. wird teils in
üer Zeugfärberei und -druckerei, teils zur Her
stellung von bunten Papieren benutzt.
Korduan ist ein feines, sehr geschmeidiges,
„ ^ er schieden gefärbtes, kleinnarbiges Leder aus
“°ck- und Ziegenfellen, von dem die stärkeren
Porten zu feinen Schuhmacherarbeiten, d;e dün-
"eren. zu Buchbinder- und Galanteriearbeiten die
sen. Der Name stammt von Kordova in Spanien,
''m es von den Mauren zuerst hergestellt worden
ist. K. ist dem Saffian oder Maroquin sehr
ähnlich, aber zum Unterschiede von diesen nur
gekrispelt, hingegen nicht geglänzt. Auch das
auf der Fleischseite schwarz gefärbte zarte Bauch
leder wurde früher K. genannt.
Koriander (lat. Fructus coriandri, frz. Se-
mence de coriandre, engl. Coriander seed)
nennt man die würzhaften Früchte der in Süd
europa heimischen, in Deutschland, besonders
in Thüringen und Franken sowie auch in Frank
reich in Gärten und Feldern angebauten einjäh
rigen Doldenpflanze Coriandrum sativum.
Wegen des leichten Ausfallens der Früchte muß
die am Morgen geschnittene oder geraufte Pflanze
schon am Nachmittag ausgeklopft werden. Die.
Früchte sind rundlich, oben zugespitzt, von der
Größe eines kleinen Pfefferkornes, der Länge
naCh gerieft, von sehr geringer Schwere und
trocken von gelbbräunlicher Farbe. Vorherr
schendes Dunkelgelb gilt als ein Zeichen der
Güte. Frisch riechen die Früchte unangenehm
wanzenartig und betäubend, daher der Name
Schwindelkörner. Getrocknet riechen und
schmecken sie hingegen angenehm aromatisch
und haben eine erwärmende, Blähung treibende
Wirkung, wie Anis und Kümmel. Sie werden
daher in beschränktem Maße zu medizinischen
Zwecken, hauptsächlich aber zum Würzen von
Backwerk und zur Herstellung von Likören und
Konditorwaren (überzogener oder kandierter K.)
benutzt. Das durch Destillation mit Wasser ge
wonnene blaßgelbe, ätherische Öl der Früchte,
das Korianderöl (lat. Oleum coriandri, frz.
Essence de coriandre, engl. Oil of coriander) hat
ein spez. Gew. von 0,870—0,885 bei 15 0 C, ist
rechtsdrehend und wird zur Herstellung von Li
kören und zum Parfümieren von Kräuterseifen
benutzt.
Kork (Pantoffelholz, lat. Suber, frz. Liöge,
engl. Cork) nennt man das eigentümliche -. Ge
webe, das in der Rinde vieler Gewächsq'' 1 mit
zunehmendem Alter an die Stelle der Epidermis
tritt und durch vielfach wiederholte Querteilung
der unter der Oberfläche liegenden Zellen ent
steht. Es setzt sich aus lückenlos aneinander- ‘
gefügten Zellen von meist rechtwinkliger Form
zusammen, die mit Luft gefüllt sind, und deren
Wandungen von einem Umwandlungsprodukt
der Zellulose, dem für Wasser und Gase schwer
durchlässigen Korkstoff (Suberin) gebildet wer
den. Der letztere enthält neben Fetten beson
ders einen wachsartigen Körper, das Korkwachs
oder Cerin, In technisch verwertbarer Menge
findet sich der K. nur bei der Korkeiche,
deren Rinde schon im Altertum zu denselben
Zwecken benutzt wurde wie heute. Diese in den
westlichen Mittelmeerländern heimische Eiche
kommt in zwei Arten, Quercus suber und Q.
occidentalis, vor, von denen die erstere den
besseren Kork liefert. Der immergrüne Baum
wächst auf trockenen Anhöhen in lichtem Stand
und bildet kleinere oder größere Wälder, be
sonders in Spanien, Portugal, Algier und Tunis.
Auch in den bergigen Teilen Südfrankreichs, und
auf Korsika findet sich die Korkeiche. Die in
Mittelitalien und der Provence vorkommende Ab
art, Quercus Pseudo-Suber, liefert nur K.
geringerer Güte. Sobald die Bäume bei einem
Alter von 15—20 Jahren 20—30 cm dick gewor