Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Kreolin

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Kreuzbeeren

den  gelben  Ocker  und  den  Rötel.  Schwarze
K.  (frz.  Crayon  noir)  ist  eine  feinmassige,  durch
Kohlenstoff  schwarz  gefärbte  Art  Tonschiefer,
der  in  der  Mineralogie  den  Namen  Zeichenschiefer ­
  führt  und  auf  dem  Längsbruch  schiefrig, ­
  im  Querbruche  feinerdig  und  bald  gräulich,
bald  bläulichschwarz  erscheint.  Sie  findet  sich
unter  anderem  bei  Ludwigsstadt  im  Fichtelgebirge, ­
  um  Nürnberg,  Osnabrück,  in  Frankreich, ­
  Spanien,  am  schönsten  in  Italien.  Aus
den  besseren  Stücken  werden  mit  Spalthammer
und  feinen  Sägen  die  zum  Zeichnen  dienenden
Stängelchen  geformt,  die  von  den  Künstlern  am
höchsten  geschätzt  werden,  aber  zur  Vermeidung ­
  des  Hartwerdens  an  einem  feuchten  Orte
aufbewahrt  werden  müssen.  Zu  den  gewöhnlichen ­
  Stiften  wird  das  Mineral  gepulvert,  geschlämmt ­
  und  mit  Gummiwasser  zu  einem  Teig
angemacht.  Die  hieraus  geformten  runden  oder
vierkantigen,  nach  dem  Trocknen  lackierten
Stifte  (Pariser  Stifte)  färben  wegen  des  Bindemittels ­
  nicht  so  gut  ab.
Kreolin  nennt  man  eine  dunkelbraune,  dickflüssige, ­
  ölige,  der  Karbolsäure  ähnlich  riechende
Flüssigkeit,  die  wie  jene  als  Desinfektionsmittel
Verwendung  findet,  aber  weniger  reizend  auf  die
Haut  wirkt.  Sie  besteht  als  ein  Nebenerzeugnis
der  Karbolsäureherstellung  aus  den  in  Natronlauge ­
  schwer  löslichen  höheren  Phenolen  und
Phenoläthern  des  Teers  sowie  aus  kleineren
Mengen  Pyridinbasen  und  Naphthalin  und  erhält ­
  meist  einen  Zusatz  von  Seife,  um  eine
bessere  Verteilung  in  Wasser  zu  ermöglichen.
Der  Name  ist  der  Firma  Pearson  geschützt.
Kreosol  (Creosol),  nicht  zu  verwechseln  mit
Kresol  (s.  d.),  ein  im  Buchenholzteer  enthaltener
Phenoläther,  C 6 H 3 (CH3)(OCH3)OH,  bildet  eine
farblose,  stark  riechende  Flüssigkeit  vom  Siedepunkt ­
  220°  C.
Kreosot  (lat.  Kreosotum,  frz.  Cröosote,  engl.
Creosote)  ist  eine  aus  dem  Holzteer,  namentlich ­
  dem  Buchenholzteer,  durch  fraktionierte
Destillation  gewonnene  Flüssigkeit  von  starkem,
der  Karbolsäure  ähnlichem  Gerüche  und  brennend ­
  scharfem  Geschmack.  Das  im  frischen  Zustande ­
  farblose,  durch  Einwirkung  von  Licht
und  Luft  bald  gelblich  und  rötlichbraun  werdende ­
  Öl,  das  bei  200—220 0  übergeht,  besteht
der  Hauptmasse  nach  aus  Güajakol  und  Kreosol, ­
  neben  welchen  in  kleinerer  Menge  Kresol,
Methylkresol,  Xylenol  u.  a.  Vorkommen.  Unter
dem  Namen  Kreosotöl  oder  Steinkohlenkreosot ­
  kommt  das  rohe,  schwere  Steinkohlenteeröl ­
  in  den  Handel,  welches  zur  Darstellung
von  Karbolsäure  und  Kresol  sowie  zum  Konservieren ­
  des  Holzes  benutzt  wird.  Außerdem
wird  K.,  besonders  das  Buchenteerkreosot,
als  ausgezeichnetes  Mittel,  z.  B.  gegen  tuberkulöse ­
  Krankheiten,  medizinisch  angewandt.
Kreosotal  (kohlensaures  Kreosot,  lat.
Kreosotum  carbonicum,  frz.  Carbonate  de  creosote,
  engl.  Sodium  Creosote)  entsteht  durch  Einwirkung ­
  von  Chlorkohlenoxyd  auf  Kreosotnatrium
als  ein  gelbes  öl,  das  nur  sehr  wenig  nach
Kreosot  riecht  und  schmeckt,  außerdem  nicht
ätzt  und  daher  mit  Vorteil  als  Ersatz  des  Kreosots ­
  in  der  Medizin  benutzt  wird.
Kresol  (Cresol,  Kresylsäure,  Kresylalkohol),
  eine  dem  Phenol  sehr  ähnliche  und  nahestehende ­

  Verbindung,  C 6 H 4 (CH 3 )OH,  ist  einer  der
HauptbestandteiledesBuchenholzteerkreosots  und
findet  sich  auch  im  Braunkohlen-  und  Steinkohlenteer ­
  neben  Phenol,  von  dem  es  nur  durch  wiederholte ­
  sorgfältige  fraktionierte  Destillation  getrennt ­
  werden  kann  (vgl.  Karbolsäure).  Die
Handelsware,  eine  frisch  bereitet  farblose,  ölige
Flüssigkeit  von  starkem  Kreosotgeruche,  die
an  Licht  und  Luft  bald  braun  wird,  besteht  in
der  Regel  aus  drei  isomeren  Kresolen,  von  denen  das
Orthokresol  bei  188°,  das  Parakresol  bei
19g 0  und  das  Metakresol  bei  201 0  siedet.  Alle
drei  sind  in  reinem  Wasser  unlöslich,  in  ammoniakhaltigem ­
  aber  löslich.  Man  verwendet  das
reine  K.  zur  Darstellung  von  Safransurrogat
(s.  d.),  von  Kresotinsäure  und  Viktoriaorange, ­
  phenolhaltiges  K.  dagegen  zur  Herstellung ­
  von  Korallin  (s.  d.)  und  einigen  anderen
Farben.  Wegen  seiner  das  Phenol  übertreffenden ­
  bakterientötenden  Wirkung  dient  es  zur
Herstellung  von  Desinfektionsmitteln,  wie  Kresolseifen,
  Saprol,  Solveol,  Lysol,  Sanatol.
Kresolrot  (Cresolrot),  ein  zur  Gruppe  der
Azofarben  gehöriger,  seit  1878  im  Handel  vorkommender ­
  Farbstoff,  färbt  Wolle  im  sauren
Bade  rot.
Kresotinsäure  (Parakresotinsäure,  Cresotylsäure,
  lat.  Acidum  cresotinicum,  frz.  Acide
cresotinique,  engl.  Cresotinic  acid),  die  Methylverbindung ­
  der  Salizylsäure,  wird  in  gleicher
Weise  wie  diese  gewonnen,  indem  man  statt  des
Phenolnatriums  das  Kresolnatrium  mit  trockener
Kohlensäure  behandelt.  Sie  ähnelt  in  Aussehen
und  Reaktionen  der  Salizy  lsäure,  ist  aber  schwerer
in  Wasser  löslich  als  'diese,  schmilzt  bei  151°  und
erstarrt  wieder  bei  144°.  Wegen  ihrer  geringen
Nebenwirkungen  wendet  man  sie  an  Stelle  der
Salizylsäure  an.
Kreuzbeeren  (lat.  Baccae  rhamni  catharticae
seu  spinae  cervinae,  frz.  Baies  de  nerprun,  engl.
Buckthorn  berries),  die  Früchte  des  bei  uns  in
Wäldern,  Gebüschen,  Hecken  und  an  Wiesenrändern ­
  wild  wachsenden  Wegdorns  (Kreuzdorn, ­
  Purgierkreuzdorn,  Rhamnus  cathartica),
  besitzen  bei  der  Reife  im  September  und
Oktober  eine  schwarze  Farbe  und  enthalten  nebst
vier  harten  Samenkernen  ein  violettgrünes,  bitter
und  widrig  schmeckendes  Fleisch,  das  abführend
wirkt.  Sie  finden  meist  in  Form  des  Kreuzdornbeerensirups ­
  (lat.  Sirupus  rhamni  catharticae ­
  seu  spinae  cervinae,  frz.  Sirop  de  nerprun,
engl.  Sirup  of  buckthorn),  der  zum  Abführen  in
kleinen  Gaben  genossen  wird,  medizinisch  Anwendung. ­
  —  Im  unreifen,  grünen  Zustande
dienen  die  Beeren  zur  Herstellung  von  Saftoder
  Blasengrün,  das  als  Wasserfarbe  von
Malern  und  Zuckerbäckern  sowie  zum  Färben
von  Papier,  Leder  usw.  benutzt  wird,  jetzt  aber  nur
noch  selten  in  den  Handel  kommt.  Die  Beeren
werden  zu  diesem  Zwecke  zerstoßen,  eine  Woche
lang  der  Gärung  überlassen,  dann  ausgepreßt,
und  der  Saft  unter  Zusatz  von  etwas  Pottasche
oder  Alaun  zur  Honigdicke  eingedunstet.  Hierauf ­
  füllt  man  die  noch  warme  Masse  in  Schweinsblasen ­
  oder  starke  Rindsdärme  und  läßt  sie  anfangs ­
  an  Luft  und  Sonne,  dann  in  künstlicher
Wärme  oder  durch  Hängen  in  einen  Rauchfang
vollends  austrocknen.  Zur  Erzielung  rein  grüner
i  Töne  setzt  man  etwas  Indigolösung,  bisweilen
            
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