Leguminosen
246
Leim
Metall anzusehen. Sie werden nur durch
gutes Rühren gleichmäßig, entmischen sich
aber wieder, wenn den geschmolzenen Massen
durch langes Stehen im flüssigen Zustande
Zeit gelassen wird, sich nach dem Ge
setze der Schwere zu trennen. Die schwerste
Verbindung wird dann die tiefste Stelle ein
nehmen, und ein so entstandenes Gußstück in
der Regel zu unterst einen höheren Grad von
Dichte und Härte zeigen als in den oberen
Teilen. Da die für die Praxis hauptsächlich in
Betracht kommenden L. bereits bei den ein
zelnen Metallen oder unter ihren eigenen Namen
(Argentan, Bronze, Messing) aufgeführt sind,
so genügt es, hier eine allgemeine Übersicht
über die wichtigsten Vertreter zu geben. Es
entstehen aus Kupfer und Zinn: Glocken-
und Kanonenmetall, echte oder antike Bronze.
Kupfer und Zink: Messing, Tombak und son
stige goldähnliche Mischungen. Kupfer und
Aluminium: Aluminiumbronze. Kupfer, Zinn
und Zink: Hoch- und rotgelbe Statuenbronze,
Mannheimer Gold. Kupfer, Zink undNickel;
Unechtes Blattsilber. Zinn und Blei: Schneilot,
Zinngießermetall, Orgelpfeifenmetall. Zinn und
Antimon: Britanniametall. Blei und Anti
mon: Schriftgießermetall und Hartblei. Blei
und Arsenik: Jagdschrot. Zink und Silber:
Dopplers Spiegelmetall. Silber und Gold;
Grünes, gelbes und Emailliergold. Zinn, Blei
und Wismut: Leichtflüssige Metallgemische
(Roses, Newtons Metall), namentlich zur Her
stellung von Zeugdruckformen und zu Matrizen
für die Galvanoplastik. Durch Einführung von
etwas Kadmium läßt sich der Schmelzpunkt
noch stark, bis auf 66° C, herabsetzen, so daß
die Verflüssigung schon in heißem Wasser er
folgt, während die erkaltete L. immer noch ein
ziemlich festes Metall bildet (Woods Metall). —
Kupfer endlich mit Gold oder Silber ver
schmolzen gibt diejenigen L., welche anfänglich
allein diesen Namen trugen und sich noch jetzt
in jeder Silber- und Goldmünze und in allen
goldenen und silbernen Gebrauchswaren vor
finden.
Leguminosen nennt man im Handel die Samen
der Hülsenfrüchte, besonders Bohnen, Erbsen
und Linsen, die wegen ihres hohen Stickstoff
gehalts die wertvollsten Nahrungsmittel des
Pflanzenreiches darstellen und zu Leguminosen
mehl, Kaffee-Ersatz und zahlreichen diätetischen
und Nährmitteln verarbeitet werden.
Leim (lat. Gluten, frz. Colle, engl. Glue).
Eine Reihe tierischer Stoffe, wie Knochen,
Knorpel, Häute und Bindegewebe, besitzen die
Eigenschaft, obgleich selbst in kaltem und
heißem Wasser unlöslich, durch anhaltendes
Kochen mit Wasser unter Verlust ihrer Form
in eine klebende Lösung, die beim Erkalten
gallertartig erstarrt, überzugehen, und werden
daher als leimgebende bezeichnet. Die Leim
siederei verwendet demnach als Ausgangsstoff
die Abfälle von Fleischereien, Gerbereien und
Abdeckereien, wie Hautabschnitzel, Flechsen,
Gedärme, Kalbs- und Hammelfüße, Ohrlappen,
und benutzt auch die Felle von Hasen und
Kaninchen, denen das Haar für die Hutmacherei
abgeschoren ist, ferner havarierte Häute, Ab
fälle von Pergament, Weiß- und Handschuh
leder als Leimgut. Nach der chemischen Zu
sammensetzung unterscheidet man das Kolla-
gen, welches die eigentliche Leimsubstanz, das
Glutin (Haut- oder Knochenleim) liefert, und
das Chondrogen, aus welchem das Chondrin
(Knorpelleim) gewonnen wird. Das letztere
kommt wegen seiner geringeren Bindekraft we
niger in Betracht. Um eine Fäulnis der leicht
zersetzlichen tierischen Stoffe zu verhindern,
werden sie entweder mit Karbolsäure behandelt,
oder getrocknet oder in Kalkmilch eingelegt.
Das letztere Verfahren hat gleichzeitig den Vor
teil, daß es das Fett und andere lösliche Stoffe
entfernt, macht aber eine spätere Wässerung
erforderlich, weil der Kalk für die Bildung und
Beschaffenheit des Leims verderblich ist. Aus
dem gleichen Grunde werden Knochen vor ihrer
Verarbeitung meist so lange mit verdünnter Salz
säure mazeriert, bis nur die organische Sub
stanz zurückbleibt. Nach erfolgter Wässerung
breitet man die Masse in dünner Schicht aus,
um die noch vorhandenen Kalkspuren in unlös
lichen köhlensauren Kalk überzuführen, oder
man behandelt sie zur Bleichung auch wohl mit
schwefliger Säure. Zum Versieden des Leim
gutes bediente man sich früher meist mit Sieb
boden versehener Kessel auf offenem Feuer, ist
aber jetzt dazu übergegangen, das in geschlosse
nen Zylindern auf etagenförmigen Sieben an
gebrachte Leimgut mit Dampf zu extrahieren.
Die unten angesammelte Leimlösung wird in
bestimmten Zeiträumen abgezapft und, vielfach
in Vakuumapparaten, eingedampft. Das zuerst
erhaltene Erzeugnis, welches am kürzesten er
hitzt worden ist, gibt die hellste und beste
Sorte. Die folgenden zeigen nach und nach
immer dunklere Färbungen und geringere Kleb
kraft. Die eingedampfte und durch Stehen ge
klärte Lösung wird dann filtriert, wenn nötig
durch Einleiten von schwefliger Säure noch
etwas gebleicht und in hölzernen oder metalle
nen Formen dem Gerinnen überlassep. Zum
Zerschneiden der Gallerte bedient man sich ge
spannter Messingdrähte und bringt die erhal
tenen Tafeln auf Rahmen mit weitem Draht
oder Bindfadengeflecht' in die Trockenräume.
Nach dem Trocknen, welches sehr vorsichtig in
einströmender warmer Luft von allmählich stei
gender Temperatur erfolgen muß, taucht man
die Tafeln zur Erzeugung des Glanzes einen
Augenblick in heißes Wasser und trocknet noch
mals schnell zu Ende. — Als Nebenerzeug
nisse gewinnt man Knochenfett, präzipitiertes
Kalziumphosphat und entleimtes Knochenmehl.
— Eine besondere Abart, der Fischleim, wird
in den Donaufürstentümern u. a. O. aus der
Haut, den Blasen und Gedärmen von Knorpel
fischen durch anhaltendes Kochen mit Wasser
hergestellt und in Form zusammengerollter
dünner Blättchen vom Aussehen der Hausen
blase in den Handel gebracht. Die Flausenblase
selbst ist kein eigentlicher Leim, sondern die
getrocknete innere Haut der Schwimmblase,
also unverändertes Kollagen. — Die Farbe des
L. wechselt von hellgelb bis dunkelbraun, und
ebenso ist der Grad der Durchsichtigkeit großen
Schwankungen unterworfen. Im allgemeinen
wird heller und klarer L. höher bewertet und
für gewisse Zwecke ausschließlich benutzt. Je'