Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Leguminosen 
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Leim 
Metall anzusehen. Sie werden nur durch 
gutes Rühren gleichmäßig, entmischen sich 
aber wieder, wenn den geschmolzenen Massen 
durch langes Stehen im flüssigen Zustande 
Zeit gelassen wird, sich nach dem Ge 
setze der Schwere zu trennen. Die schwerste 
Verbindung wird dann die tiefste Stelle ein 
nehmen, und ein so entstandenes Gußstück in 
der Regel zu unterst einen höheren Grad von 
Dichte und Härte zeigen als in den oberen 
Teilen. Da die für die Praxis hauptsächlich in 
Betracht kommenden L. bereits bei den ein 
zelnen Metallen oder unter ihren eigenen Namen 
(Argentan, Bronze, Messing) aufgeführt sind, 
so genügt es, hier eine allgemeine Übersicht 
über die wichtigsten Vertreter zu geben. Es 
entstehen aus Kupfer und Zinn: Glocken- 
und Kanonenmetall, echte oder antike Bronze. 
Kupfer und Zink: Messing, Tombak und son 
stige goldähnliche Mischungen. Kupfer und 
Aluminium: Aluminiumbronze. Kupfer, Zinn 
und Zink: Hoch- und rotgelbe Statuenbronze, 
Mannheimer Gold. Kupfer, Zink undNickel; 
Unechtes Blattsilber. Zinn und Blei: Schneilot, 
Zinngießermetall, Orgelpfeifenmetall. Zinn und 
Antimon: Britanniametall. Blei und Anti 
mon: Schriftgießermetall und Hartblei. Blei 
und Arsenik: Jagdschrot. Zink und Silber: 
Dopplers Spiegelmetall. Silber und Gold; 
Grünes, gelbes und Emailliergold. Zinn, Blei 
und Wismut: Leichtflüssige Metallgemische 
(Roses, Newtons Metall), namentlich zur Her 
stellung von Zeugdruckformen und zu Matrizen 
für die Galvanoplastik. Durch Einführung von 
etwas Kadmium läßt sich der Schmelzpunkt 
noch stark, bis auf 66° C, herabsetzen, so daß 
die Verflüssigung schon in heißem Wasser er 
folgt, während die erkaltete L. immer noch ein 
ziemlich festes Metall bildet (Woods Metall). — 
Kupfer endlich mit Gold oder Silber ver 
schmolzen gibt diejenigen L., welche anfänglich 
allein diesen Namen trugen und sich noch jetzt 
in jeder Silber- und Goldmünze und in allen 
goldenen und silbernen Gebrauchswaren vor 
finden. 
Leguminosen nennt man im Handel die Samen 
der Hülsenfrüchte, besonders Bohnen, Erbsen 
und Linsen, die wegen ihres hohen Stickstoff 
gehalts die wertvollsten Nahrungsmittel des 
Pflanzenreiches darstellen und zu Leguminosen 
mehl, Kaffee-Ersatz und zahlreichen diätetischen 
und Nährmitteln verarbeitet werden. 
Leim (lat. Gluten, frz. Colle, engl. Glue). 
Eine Reihe tierischer Stoffe, wie Knochen, 
Knorpel, Häute und Bindegewebe, besitzen die 
Eigenschaft, obgleich selbst in kaltem und 
heißem Wasser unlöslich, durch anhaltendes 
Kochen mit Wasser unter Verlust ihrer Form 
in eine klebende Lösung, die beim Erkalten 
gallertartig erstarrt, überzugehen, und werden 
daher als leimgebende bezeichnet. Die Leim 
siederei verwendet demnach als Ausgangsstoff 
die Abfälle von Fleischereien, Gerbereien und 
Abdeckereien, wie Hautabschnitzel, Flechsen, 
Gedärme, Kalbs- und Hammelfüße, Ohrlappen, 
und benutzt auch die Felle von Hasen und 
Kaninchen, denen das Haar für die Hutmacherei 
abgeschoren ist, ferner havarierte Häute, Ab 
fälle von Pergament, Weiß- und Handschuh 
leder als Leimgut. Nach der chemischen Zu 
sammensetzung unterscheidet man das Kolla- 
gen, welches die eigentliche Leimsubstanz, das 
Glutin (Haut- oder Knochenleim) liefert, und 
das Chondrogen, aus welchem das Chondrin 
(Knorpelleim) gewonnen wird. Das letztere 
kommt wegen seiner geringeren Bindekraft we 
niger in Betracht. Um eine Fäulnis der leicht 
zersetzlichen tierischen Stoffe zu verhindern, 
werden sie entweder mit Karbolsäure behandelt, 
oder getrocknet oder in Kalkmilch eingelegt. 
Das letztere Verfahren hat gleichzeitig den Vor 
teil, daß es das Fett und andere lösliche Stoffe 
entfernt, macht aber eine spätere Wässerung 
erforderlich, weil der Kalk für die Bildung und 
Beschaffenheit des Leims verderblich ist. Aus 
dem gleichen Grunde werden Knochen vor ihrer 
Verarbeitung meist so lange mit verdünnter Salz 
säure mazeriert, bis nur die organische Sub 
stanz zurückbleibt. Nach erfolgter Wässerung 
breitet man die Masse in dünner Schicht aus, 
um die noch vorhandenen Kalkspuren in unlös 
lichen köhlensauren Kalk überzuführen, oder 
man behandelt sie zur Bleichung auch wohl mit 
schwefliger Säure. Zum Versieden des Leim 
gutes bediente man sich früher meist mit Sieb 
boden versehener Kessel auf offenem Feuer, ist 
aber jetzt dazu übergegangen, das in geschlosse 
nen Zylindern auf etagenförmigen Sieben an 
gebrachte Leimgut mit Dampf zu extrahieren. 
Die unten angesammelte Leimlösung wird in 
bestimmten Zeiträumen abgezapft und, vielfach 
in Vakuumapparaten, eingedampft. Das zuerst 
erhaltene Erzeugnis, welches am kürzesten er 
hitzt worden ist, gibt die hellste und beste 
Sorte. Die folgenden zeigen nach und nach 
immer dunklere Färbungen und geringere Kleb 
kraft. Die eingedampfte und durch Stehen ge 
klärte Lösung wird dann filtriert, wenn nötig 
durch Einleiten von schwefliger Säure noch 
etwas gebleicht und in hölzernen oder metalle 
nen Formen dem Gerinnen überlassep. Zum 
Zerschneiden der Gallerte bedient man sich ge 
spannter Messingdrähte und bringt die erhal 
tenen Tafeln auf Rahmen mit weitem Draht 
oder Bindfadengeflecht' in die Trockenräume. 
Nach dem Trocknen, welches sehr vorsichtig in 
einströmender warmer Luft von allmählich stei 
gender Temperatur erfolgen muß, taucht man 
die Tafeln zur Erzeugung des Glanzes einen 
Augenblick in heißes Wasser und trocknet noch 
mals schnell zu Ende. — Als Nebenerzeug 
nisse gewinnt man Knochenfett, präzipitiertes 
Kalziumphosphat und entleimtes Knochenmehl. 
— Eine besondere Abart, der Fischleim, wird 
in den Donaufürstentümern u. a. O. aus der 
Haut, den Blasen und Gedärmen von Knorpel 
fischen durch anhaltendes Kochen mit Wasser 
hergestellt und in Form zusammengerollter 
dünner Blättchen vom Aussehen der Hausen 
blase in den Handel gebracht. Die Flausenblase 
selbst ist kein eigentlicher Leim, sondern die 
getrocknete innere Haut der Schwimmblase, 
also unverändertes Kollagen. — Die Farbe des 
L. wechselt von hellgelb bis dunkelbraun, und 
ebenso ist der Grad der Durchsichtigkeit großen 
Schwankungen unterworfen. Im allgemeinen 
wird heller und klarer L. höher bewertet und 
für gewisse Zwecke ausschließlich benutzt. Je'
	        
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