Patanaöl
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Pech
in großer Menge angebaut wird, benutzt man
sie als Futter für Rindvieh und Pferde und
stellt auch Liköre und eine Art von Wein
daraus her.
Patanaöl (Batavaöl), ein fettes Öl aus den
Früchten von Oenocarpus Batava, einer am
Orinoko, Rio Negro und Maranhon wachsenden
Palme, wird zur Herstellung von Kerzen und
Seifen benutzt.
Patentblau nennt man eine Reihe von Tri-
phenylmethanfarbstoffen, die als Sulfosäuren
von Tetraalkyldiaminotriphenylkarbinolen mit
verschiedenen Radikalen anzusprechen sind.
Die Farbstoffe haben wegen ihrer Alkaliecht
heit und ihres schönen grünlichblauen Tones
hohe praktische Bedeutung.
Paternosterkörner (Paternostererbsen,
Abrusbohnen, Abrussamen, lat. Semen abn
s. jequirity, frz. Grains oder Pois d’Amerique,
engl. Red beans, Aggry beans), die Samen der
in Brasilien, Ostindien und Arabien heimischen
Papilionazee Abrus precatorius, haben
eine schön rote Farbe mit einem schwarzen
Fleck am Keimende. Man benutzte sie bei uns
bisher nur als Halsketten oder zu Rosenkränzen
(daher der Name), hat aber gefunden, daß sie
einen äußerst giftigen Stoff, das Abrin oder
Jequiritin, enthalten, welches wie das Rizin
zu den giftigen Eiweißkörpern, und zwar zur
Gruppe der sog. ungeformten Fermente, gehört,
in Amerika werden die Samen bei Augenerkran
kungen und gegen Lupus, in Ostindien als
Aphrodisiakum angewandt.
Patschuli (Patchoulikraut, lat. Herba pat
chouli, frz. Patchouli, engl. Patchouly). DerTrä-
ger des bekannten P.-Parfüms ist eine rauhfilzige,
hppenblütige, unserem Wiesensalbei ähnliche
Pflanze, P ogostemon Patchouli, die als Un
kraut in Ostindien wild wächst, aber auch viel
fach angebaut wird. Die Blätter des Krautes
s®d eiförmig in den langen Blattstiel verschmä
ht, am Rande mit gezahnten Ausbuchtungen
'(ersehen, fiedernervig und beiderseits behaart.
Fine neuerdings in den Handel kommende un
echte Ware besitzt fünf- bis siebenlappige
Blätter mit herzförmiger Basis, aus welcher
Sämtliche Hauptnerven entspringen. Die Blätter
dieser falschen Pflanze sind getrocknet, wie
’han sie erhält, auf der oberen Seite schwarz-
S r ün, auf der unteren infolge der stärkeren
Behaarung fast silbergrau, während die echte
Ware gelbbräunlich, stellenweise gelbgrünlich
^scheint. P. wird als Mittel gegen Motten ver
wendet, da diese durch den starken Geruch
a hgeschreckt werden sollen, dient aber haupt
sächlich in der Parfümerie zur Gewinnung des
iberischen Patchuliöles (s. d.).
^atschuliöl (Patchouliöl, lat. Oleum pat-
c nouIi, frz. Essence de patchouli, engl. Oil of
Patchouly), das aus dem trockenen Kraute
durch Destillation mit Wasserdampf erhaltene,
®‘ark riechende ätherische Öl ist bräunlichgelb,
ftat ein spez. Gew. von 0,960—0,995, eine Drehung
—50 bis —68° und ist in 0,5 bis 8 Teilen
y°°/oigem Alkohol löslich. Bei längerem Stehen
p der Kälte scheiden sich weiße Kristalle von
utschulikampfer, C 15 H 26 0, aus, die bei 56° C
pChrnelzen und leicht in den Kohlenwasserstoff
at schulen, C 16 H 2 .j, übergehen. Das P. wird
Mercks Warenlexikon.
in der Parfümerie zur Herstellung des Pat-
schuliparfüms benutzt.
Pauchontöe heißt eine der Guttapercha
ähnliche, aus Ostindien kommende Masse, die
bei gewöhnlicher Temperatur hart und brüchig
ist, bei gelindem Erwärmen aber weich und
klebrig wird und erst nach mehreren Tagen
ihren ursprünglichen harten Zustand wieder an
nimmt. Beim Kochen in Wasser wird sie röt
lichbraun und macht das Wasser trübe und
etwas schäumend.
Paulliniawurzelrinde stammt von der in Bra
silien und Westafrika heimischen Sapindazee
Paullinia pinnata und wird in Brasilien im
gepulverten Zustande äußerlich als Arzneimittel
angewandt, da sie auf die Haut sehr reizend
wirkt. Sie bildet lange dicke Stücke von gelb
lichgrauer Farbe und enthält das Alkaloid Tim
bonin.
Päyar, eine ostindische Bastfaser, stammt von
Urostygma pseudo-tjela.
Paytin, ein in der weißen Chinarinde
von P a y t a enthaltenes Alkaloid, kristallisiert
in farblosen Prismen, deren Lösung links
drehend ist.
Pech (lat. Pix, frz. Poix, engl. Pitch) ist ein
Sammelname für verschieden zusammengesetzte
und in verschiedener Weise gewonnene feste,
braune bis schwarze, harzige Stoffe, von denen
meist folgende Sorten unterschieden werden:
1. Das schwarze oder Schiffspech, auch
Schusterpech genannt, gewinnt man aus
Holzteer, und zwar aus dem zuletzt erhal
tenen dicksten schwarzen Teer, dem Schiffs
teer, indem man ihn in offenen Kesseln so
lange erhitzt, bis eine herausgenommene Probe
beim Erkalten feste Form annimmt. Man gießt
die Masse noch warm in die zum Versenden
bestimmten kleinen Fässer oder Kübel, aus
denen sie dann herauszuschlagen ist. Dieses P.
stellt eine dunkelschwarzbraune, auf frischem
Bruche stark glänzende Masse dar, die beim
Daraufschlagen zerspringt, aber schon in der
Wärme der Hand weich und sehr klebrig wird
und auf warmem Wasser zerfließt. Es wird
auf Schiffen zum Kalfatern und Wasserdicht
machen von Segel- und Tauwerk, ferner zu
Kitten und Pflastern, zu Pechfackeln, zum
Pichen des Schühmacherdrahtes und zum Aus
pichen geringerer Holzgefäße benutzt. 2. Das
hellere, meist gelbbräunliche Faß- oderBrauer-
pech wird aus Fichtenharz durch sorgfältiges
Ausschmelzen gewonnen und zeigt je nach der
Herkunft und Bereitungsweise ziemlich ver
schiedene Güte. Das beste Brauerpech aus rei
nem Fichtenharz kommt aus den Staatsforsten
des sächsischen Vogtlandes, während die in
Böhmen, Thüringen und Tirol erzeugte Ware
den Anforderungen des Brauers viel weniger
genügt. Das vogtländische Erzeugnis ist aber
sehr teuer und sein Preis entsprechend der
Nachfrage gestiegen. Außer der guten Ware
(Kesselpech) gewinnt man durch Nachbear
beitung der rohen Harzstoffe noch eine zweite,
nur ein Drittel so hoch bewertete, das Griefen
pech. Zur Darstellung von weißerem Faßpech
werden die harzigen Rohstoffe in Kesseln mit
Wasser gekocht, bis das Terpentinöl ausge
trieben ist, dann abgeschöpft und geläutert. Im
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