Der Skhepticismus.
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lediglich in äusseren Rücksichten auf theologische Forderungen
ihren Grund haben und somit die sachliche Bedeutung des Grund-
gedankens nicht berühren. In ihnen kennzeichnet sich nur jene
Doppelrolle, zu der — nach Charrons allgemeinem Urteil — der
„Weise“ notwendig verurteilt bleibt. „Das Wort, dass alle Welt
die Schauspielkunst übt, gilt im eigentlichen und wahren Sinne
von dem Weisen, der immer innerlich ein anderer sein wird, als
er sich nach aussen zu zeigen vermag.“ (De la sagesse IL, 2.)
Aus diesem Satze begreift sich der Gegensatz, der auch Charrons
literarische Wirksamkeit durchzieht und der Widerspruch, der
zwischen seiner philosophischen Hauptschrift und seinem apo-
logetisch-dogmatischen Werke: „Les trois verites“ (1594) bestehen
bleibt.
7 S. Sanchez, „Quod nihil scitur“, S, 57f.
0) „Quod nihil scitur.“ S. 96f.
) (La Mothe le Vayer) Cinq dialogues faits a l’imitation
les anciens par Orosius Tubero, Mons 1673.