thumbs: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

24 
andere Gläubiger. So hören wir, dass er dem Pfalzgrafen 
Friedrich 2400 fl schuldig war 1 ). Als seine finanziellen Schwie 
rigkeiten in Nürnberg ruchbar wurden, hielt er sich dort nicht 
mehr für sicher. Er ritt am 20. Juni 1465 aus der Stadt 2 ), in 
der er ebenfalls viele Gläubiger zurückliess, sagte sein Bürger 
recht auf und begab sich in den Schutz des Markgrafen Albrecht 
Achilles nach Schwabach. 
Von hier aus strengte er gegen seine Vaterstadt eine Klage 
am kaiserlichen Hofgerichte an. Zurückgreifend auf die oben 
von uns ausführlich geschilderten Ereignisse des Jahres 1453 
erklärte er, dass der Anfang seines Verderbens jene Bezahlung 
der 18 350 fl an Anna Arzt gewesen sei, zu der ihn der Rat 
von Nürnberg gezwungen habe. Er suchte nun auf dem Prozess 
wege die Rückzahlung jener Summe vom Rat zu erreichen. 
Dadurch wurde jener ganze Streit von neuem aufgerollt 3 ). 
Die Nürnberger erhoben vor dem Hofgericht Gegenklage wider 
Anton Paumgartner wegen einer Schuld von 644 fl und holten 
von verschiedenen Universitäten (z. B. Heidelberg, Köln, 
Padua, Bologna) Rechtsgutachten ein 4 ). Der Prozess am 
Hofgerichte, der sich vom August 1466 bis Februar 1469 hin 
zog, führte zu keinem Resultat. Die Parteien einigten sich 
nun dahin, dass ein Schiedsgericht auf einem dazu bestimmten 
Rechtstage die Streitsache entscheiden solle. Der zum Schieds 
richter ernannte Landkomtur der Ballei Franken (Deutsch 
herrnorden), Melchior v. Neuneck, berief während der Jahre 
1469 bis 1472 mehrmals solche Tagungen zu Vergleichshand 
lungen. Schliesslich wurde der Streit zugunsten Nürnbergs 
entschieden und Paumgartners Ansprüche auf Wiederheraus 
zahlung der 18 350 fl für nichtig erklärt. Mit seinen übrigen 
Gläubigern scheint sich Paumgartner auf friedlichem Wege 
geeinigt zu haben. Zum Teil kamen auch seine Geschwister 
für seine Schulden auf. 
1 ) Nürnberger Kreisarchiv D 1773. 
2 ) In mehreren Schreiben an den Rat der Stadt (Nbg. Kreisarchiv 
D 1807) suchte er sein „Ausreiten" zu rechtfertigen. 
3 ) Aus den Verhandlungen des Jahres 1465 stammen die oben 
bei der Erzählung der Ereignisse des Jahres 1453 benützten Quellen, 
besonders der Aschaffeuburger Kodex, der eine grosse Fülle von Einzel 
heiten über den Prozess am kaiserlichen Hofgericht (Zeugenaussagen, 
inserierte Urkunden usw.) enthält. 
4 ) Nbg. Kreisarchiv D 327.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.