Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

—  43  —

derselben,  durch  Entdeckungen,  durch  Maschinenwesen
fruchtbarer;  die  höchste  Stufe  der  Arbeit  ist  die  des  Genies. 1 )
Die  hier  hervorgehobene  Arbeitsteilung,  sowie  das  Maschinenwesen ­
  und  die  Erfindungen,  welche  Umstände  für
die  Entwickelung  der  Produktion  von  größter  Bedeutung
sind,  tragen  zweifelsohne  den  Stempel  der  A.  Smith’schen
Lehre  über  die  Teilung  der  Arbeit. 2 )
In  der  »Ökonomie«  nimmt  Kankrin  nur  noch  Bezug
auf  die  Menschenkräfte,  die  dort  in  physische,  intellektuelle
und  moralische  eingeteilt  werden. 8 )
Diese  beiden  Arten  von  Kräften,  die  als  Quellen  der
Produktion  gelten:  Naturkräfte  als  auch  Tier-  und  Menschenkräfte ­
  äußern  sich  nicht  in  gleicher  Weise,  sind  auch  nicht
in  gleichem  Masse  produktiv.  Je  nach  Ortslage,  Rasse,
Religion,  Staatsverfassung  und  Kultur  ist  die  Wirkung  beider
Kräfte  verschieden. 1 )
In  Bezug  auf  die  Produktivitätsfrage  der  Arbeit  ist  die
Meinung  unseres  Autors  in  seinen  beiden  Hauptwerken
verschieden.
Im  »Weltreichtum«  unterscheidet  Kankrin,  abgesehen
von  der  zerstörenden  Arbeit,  dreierlei  Stufen:  produktive,
reproduktive  und  bedingt  produktive  Arbeit.
Von  den  tierischen  und  physisch-menschlichen  Kräften
meint  Kankrin,  daß  sie  »als  bloß  entwickelnd  und  verändernd
an  sich  nur  den  Wert  dessen  hervorbringen,  was  sie  verzehren ­
  und  was  zu  ihrer  Erhaltung  und  (ihrem)  Nachwuchs
erforderlich  ist,  das  heißt,  sie  sind  bloß  reproduktiv«. 5 )  Als
bloß  reproduktiv  betrachtet  Kankrin:  »Handel,  Fabriken,  und
die  mittelbar  auf  die  Produktion  wirkenden  intelligenten  Beschäftigungen: ­
  die  gewöhnliche  Gelehrsamkeit,  den  Staatsdienst, ­
  insofern  sie  sich  mit  Anlernung,  Vervollkommnung
°der  Schutz  der  Kräfte  beschäftigen«. 6 )
b  Weltr.  6/7.  —  2 )  A.  Sm.  I.  11.  —  3)  Ök.  7.  Vgl.  Storch  Hdb.  I,
50 /5l.  -  <)  Weltr.  11  16;  Ök.  13.  —  5 )  Weltr  25  ö )  Weltr.  26
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.