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!) Weltr. 148. — 2 ) Weltr. 150. - 3 ) Ök. 233. — 4 ) Rtgb. 1. 63. -
5 ) Ök. 235. — 6 ) Weltr. 151.
»man müsse bei der Besteuerung die Gegenstände nach
ihrer mehr (größeren) oder mindern Unentbehrlichkeit gra
duieren« und Bedürfnisse der ersten Notwendigkeit möglichst
schonen. 1 ) Endlich müssen die Abgaben »gegen Auswärtige
berechnet sein«, damit das Inland seine Machtstellung
gegenüber dem Auslande behaupten könne. »So ist es gut
aufkeimende und, wohl verstanden, nötige Erwerbszweige
durch mäßige Zollbelastung fremder Produkte zu erleichtern,
bis sie zu Kräften gekommen sind«. 2 ) Mit der letzten
Äußerung Kankrins ist auch seine Stellung in der Zollfrage
klar angedeutet. »Freier Handel — sagt er — ist ein
großes klangvolles Wort, aber (es gibt) auch Mißverstand
dabei«. 3 ) Kankrin geht von der Tatsache aus, daß die
Schutzsysteme schon überall existieren, und »sie abändern
hieße eine alte blühende Stadt niederreißen, um eine neue
zu bauen«. 8 ) Da nun aber »die Zollsätze auf den Konsu
menten fallen, so müssen — nach Kankrin —- nur solche
Zweige der Industrie besonders geschützt werden, die einen
ausgedehnten Nahrungszweig für das Innere und am Ende
Selbständigkeit versprechen, nicht aber solche, die erkünstelt
werden müssen, oder (die) nur eine kleine Zahl durch die
ihr zu Nutzen kommenden Zollsätze auf Kosten der Nation
begünstigen«. 4 ) Daß es sich dabei nicht um die Prohibition
handelt, hebt Kankrin besonders hervor, 5 ) denn diese würde
nicht nur den Konsumenten wegen der eingetretenen un
geheuren Teurung, sondern auch der Industrie selbst durch
Erschlaffung der Energie Schaden stiften. 6 )
Hiermit haben wir verschiedene Quellen der ordent
lichen Staatseinnahmen besprochen und die Stellung Kankrins
in den diesbezüglichen Fragen gekennzeichnet; es bleibt uns
nur noch übrig, die Äußerungen unseres Autors über Be
ziehungen zwischen den Staatseinnahmen und Staatsaus-