Full text: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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!) Weltr. 148. — 2 ) Weltr. 150. - 3 ) Ök. 233. — 4 ) Rtgb. 1. 63. - 
5 ) Ök. 235. — 6 ) Weltr. 151. 
»man müsse bei der Besteuerung die Gegenstände nach 
ihrer mehr (größeren) oder mindern Unentbehrlichkeit gra 
duieren« und Bedürfnisse der ersten Notwendigkeit möglichst 
schonen. 1 ) Endlich müssen die Abgaben »gegen Auswärtige 
berechnet sein«, damit das Inland seine Machtstellung 
gegenüber dem Auslande behaupten könne. »So ist es gut 
aufkeimende und, wohl verstanden, nötige Erwerbszweige 
durch mäßige Zollbelastung fremder Produkte zu erleichtern, 
bis sie zu Kräften gekommen sind«. 2 ) Mit der letzten 
Äußerung Kankrins ist auch seine Stellung in der Zollfrage 
klar angedeutet. »Freier Handel — sagt er — ist ein 
großes klangvolles Wort, aber (es gibt) auch Mißverstand 
dabei«. 3 ) Kankrin geht von der Tatsache aus, daß die 
Schutzsysteme schon überall existieren, und »sie abändern 
hieße eine alte blühende Stadt niederreißen, um eine neue 
zu bauen«. 8 ) Da nun aber »die Zollsätze auf den Konsu 
menten fallen, so müssen — nach Kankrin —- nur solche 
Zweige der Industrie besonders geschützt werden, die einen 
ausgedehnten Nahrungszweig für das Innere und am Ende 
Selbständigkeit versprechen, nicht aber solche, die erkünstelt 
werden müssen, oder (die) nur eine kleine Zahl durch die 
ihr zu Nutzen kommenden Zollsätze auf Kosten der Nation 
begünstigen«. 4 ) Daß es sich dabei nicht um die Prohibition 
handelt, hebt Kankrin besonders hervor, 5 ) denn diese würde 
nicht nur den Konsumenten wegen der eingetretenen un 
geheuren Teurung, sondern auch der Industrie selbst durch 
Erschlaffung der Energie Schaden stiften. 6 ) 
Hiermit haben wir verschiedene Quellen der ordent 
lichen Staatseinnahmen besprochen und die Stellung Kankrins 
in den diesbezüglichen Fragen gekennzeichnet; es bleibt uns 
nur noch übrig, die Äußerungen unseres Autors über Be 
ziehungen zwischen den Staatseinnahmen und Staatsaus-
	        
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