Full text: Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

i) Ök. 285 - -) Rtgb. 1. 51. — 8 ) Ök. 303. - «) Weltr. 196. - 
5 ) Weltr. 197. 
— 71 
valent«. 1 ) Die Schulden sind — sagt Kankrin an einem 
anderen Orte noch — ein Unglück, wenn wirkliche Not sie 
fordert ohne daß Aussicht vorhanden ist, »das Kapital oder 
wenigstens die Zinsen durch eine kräftige Erhöhung der 
Produktion zu decken,« und — »eine Narrheit und (ein) 
Verbrechen, wenn man sie ohne Not und gar ohne obige 
Aussichten macht.« 2 ) Trotzdem sei die Unvermeidlichkeit 
der Schulden für das Staatsleben nicht zu verkennen, doch 
müsse der Kredit des Staates »auf das sorgfältigste erhalten 
werden, und zwar durch regelmäßige Auszahlung der Zinsen 
in Frieden und Krieg und durch eine nicht billige Behandlung 
der Gläubiger, wenn man zu den Reduktionen schreitet.« 3 ) 
Im »Weltreichtum« finden wir Kankrin zwei Systeme 
des Schuldenmachens seitens des Staates unterscheiden: 
das sog. Papiersystem, das im Papiergeld seinen Ausdruck 
findet, und das Schuldensystem. Das erstere gleiche »dem 
Überfall eines Räubers,« das letztere — »einem schleichenden 
Gift.« 4 ) Im ganzen und großen findet dort Kankrin, daß 
das Schuldensystem mit den Tilgungsfonds nur scheinbar, 
aber nicht wirklich besser sei, als das Papiersystem, denn 
es führe »zu nicht minder schweren Katastrophen.« Es 
könne nur gerechtfertigt sein, wo »schon große Schulden 
da sind,« doch sollte alles »dahin arbeiten, sich davon zu 
befreien.« Es sei übrigens »ein gewöhnlich angenommener 
Grundsatz, daß ein festes Schuldensystem nur in konstitutionel 
len Reichen bei ständischen Verfassungen fußen könne.« 4 ) 
Und in dieser Hinsicht muß unser Autor trotz seiner mo 
narchistischen Überzeugung das Ständewesen als ein »in 
gewissen Lagen notwendiges Übel« anerkennen. 5 ) 
In der »Ökonomie« finden wir Kankrin nur noch von 
dem Schuldensystem mit dem Tilgungsfonds reden. Die 
beste Form der Tilgung von Schulden sieht er dort in den 
Tilgungszinsen, die »an die Gläubiger selbst mit den ge-
	        
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