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Zeit ist eine Wandlung eingetreten. Die stets wachsende
Zahl der im Umlaufe befindlichen Genussaktien musste not
wendig dazu treiben. Der erste, der sich in eingehender
Weise mit den Genussaktien befasste, war Thaller 1 ). Er
findet es sonderbar, dass das gleiche Faktum einmal als
Verteilung von Reingewinn, ein andermal als Rückzahlung
von Grundkapital erscheint. Reingewinn kann nur in Form
von Dividende zur Verteilung gelangen 2 ). Er sieht somit
in der Genussaktie nichts anderes als eine mit einer ausser
ordentlichen Dividende bedachte Aktie. Diese Theorie rvird
durch folgendes praktisches Beispiel gestützt 8 ). Eine Aktien
gesellschaft mit einem Kapital von 1 Million hat in wenigen
Jahren ihre Aktien aus dem Reingewinn amortisiert. Auf
die fetten Jahre folgen magere. Die Gesellschaft arbeitet
während mehreren Jahren ohne Gewinn, aber auch ohne
Verlust. Da die Aktionäre eine Katastrophe befürchten,
beschliesst die Generalversammlung zu liquidieren. Was
wird nun verteilt werden? Vielleicht etwa Gewinn? Nein.
Denn die Gesellschaft kennt leider seit langem keinen
Gewinn mehr, sie hat nur das Grundkapital gerettet. Die
Aktionäre erhalten einfach ihre Einlage wieder zurück. Da
die gleiche Schuld nicht zweimal bezahlt werden kann, so
muss man annehmen, dass jene Zahlung, vermittelst welcher
die Amortisation durchgeführt wurde, nichts anderes war
als eine spezielle Dividende. Könnte man aber nicht gerade
so gut annehmen, dass das Grundkapital damals amortisiert
wurde und jetzt eine Gewinnverteilung vorliegt?
Wenn aber nur ein Teil der Aktien amortisiert werden
konnte 4 ), und dann, ohne dass ein Verlust auf das Grund
kapital zu buchen wäre, die Gesellschaft liquidiert, so er
halten nach der Theorie von Thaller die nicht amortisierten
') Thaller, Traite elementaire Nr. 587 ff. Auf dem gleichen
Standpunkte steht auch Lehmann, RdAG 1 141.
2 ) Maria, 1. c., 18.
3 ) L. c., 27 ff.
4 ) L. c., 20.