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III. JIAÜPTTEIL.
Eine Statistik über die heutige Verteilung der vertriebenen
Elsaß-Lothringer auf die einzelnen deutschen Länder gibt
es natürlich nicht. Aber aus den Mitgliederzahlen der
einzelnen Landesgruppen des Hilfsbundes für die Elsaß-
Lothringer im Reich ergibt sich hierfür ein wichtiger An-
haltspunkt:
von
den am 1. März 1920 im Hilfsbund
einigten 28 590
Vertriebenen gehören an:
der Landesgruppe Preußen Mitte
2 297
n
»
„ Ost
1268
V
n
„ Nord-West
861
Y)
n
Rheinland
1703
r
n
Westfalen
1573
w
V
rhein.-westf. Industriegebiet
1100
n
n
Thüringen
2 205
n
»
Sachsen-Anhalt
1020
n
Sachsen
673
V
55
Groß-Hessen
2 500
n
»
Bayern
1697
V
n
Württemberg
3 340
n
33
Baden
8 353
Summa
28 590
Faßt man die preußischen Landesgruppen zusammen, so
ergibt sich für das gesamte Norddeutschland eine Zahl
von 8822 Vertriebenen. Das heißt; alle norddeutschen
Landesgruppen des Hilfsbundes vereinigen kaum mehr
Flüchtlinge in sich, als die Landesgruppe Baden allein.
Aus dieser Tatsache das Urteil abzuleiten, es seien ebenso
viele elsaß-lothringische Flüchtlinge in Baden ansässig ge
worden wie im gesamten Norddeutsohland, wäre trotzdem
falsch. Sicherlich ist es den einzelnen Landesgruppen in
verschiedenem Maße gelungen, die Flüchtlinge in ihren
Kreis hereinzuziehen. Es muß betont werden, daß die
Landesgruppe Baden in jeder Beziehung Vorbildliches ge
leistet hat. Erleichtert wurde ihre Tätigkeit gerade durch
die große Zahl der in Baden sich für die Dauer nieder
las senden Flüchtlinge. Und wenn wir auch aus den Mit
gliederzahlen der Landesgruppen kein völlig genaues Bild
von der Verteilung der Vertriebenen auf die verschiedenen
deutschen Länder erhalten, eine Gegenüberstellung dieser