Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

337.  ©editier  DaniPf-Kreifelftiineefchmifel  für  die  Itimtgl.  ungarischen  Ktaatoeifenbahnen.
Vorderen  Stirnwand  drehbaren,  etwa  3  in  großen  Schaufelrade.  Dieses  ist  nach  Abb.  336
mit  zehn  eisernen  Trichtern  oder  Tüten  besetzt,  die  in  ganzer  Länge  einen  breiten  Schlitz  besitzen, ­
  um  hier  eine  Messerschneide  zur  Wirkung  zu  bringen,  wenn  das  Rad  gedreht  wird.
Diese  Schneiden,  die  sich  je  nach  der  Drehrichtung  selbstthätig  verstellen,  trennen  beim  Borrücken ­
  in  die  Schneemasse  je  eine  Schicht  von  dieser  ab,  die  sich  in  das  Trichterinnere  schiebt
und  durch  die  Schleuderkraft  des  Rades  kräftig  an  einem  Leitblech  entlang  nach  außen  geworfen ­
  wird.  Die  Schleudermaschine  wird  von  einer  oder  zwei  Lokomotiven  vorgedrückt.
In  einem  mit  Fenstern  versehenen  Vorderraum  sitzt  der  Maschinist,  der  je  nach  der  Lage
benachbarter  Bauwerke  u.  s.  w.  das  Leitblech  umzulegen  und  den  Drehsinn  des  Rades  zn
*)  An  der  Arlbergbahn  sind  Kolonnen  bis  1200  Mann  zum  Schneeschaufeln  beschäftigt
worden.  Nach  dem  „Centralblatt  für  Bauverwaltung"  1889  haben  auf  einer  nur  34  km  langen
Gleisstreckc  im  Thüringer  Walde  die  durchschnittlichen  Jahreskosten  für  das  Hinwegräumen  de.
Schnees  von  Hand  auf  freier  Strecke  12  403  Mark  betragen,  also  auf  1  km  rund  wcarr.
Dieser  Betrag  hat  sich  nach  Einführung  des  Schneepflugs  auf  7503  Mark  —  -20  Mart  sur
bas  km  gemindert.
IX  42

Schnceschleudermaschinen.  329
Schneepflüge  vermögen  aber  nur  weiche  Schneemassen  von  nicht  zu  großer  Dicke  zu
beseitigen.  -Bei  starker  Schneelage,  auch  bei  sehr  dichtem  oder  gefrorenem  Schnee  werden
sie  vom  Gleise  abgehoben,  fahren  fest,  geben  auch  Anlaß  zur  Entgleisung  des  Fahrzeugs
hinter  ihnen.  Dann  muß  man  oftmals  durch  große  Arbeiterkolonnen,  die  in  den  Nächstliegenden ­
  Ortschaften  angeworben  werden,  die  Gleise  freilegen  lassen.  Aber  das  ist  kostspielig*) ­
  und  bedingt  viel  Zeit,  so  daß  der  Verkehr  sehr  darunter  leidet.
Von  verschiedenen  Seiten  sind  deshalb  Versuche  gemacht  worden,  den  Schnee  durch
Maschinen  fortzuräumen.  Im  Jahre  1884  baute  der  Amerikaner  Jull  die  erste  derartige
Maschine,  die  dann  durch  Leslie  wesentliche  Abänderungen  und  Verbesserungen  erfahren
hat  und  als  Leslies  rotierende  Dampfschneeschaufel  oder  Schneeschleudermaschine ­
  bekannt  geworden  ist  (Abb.  335).  Sie  besteht  im  wesentlichen  aus  einer  in  einem
fahrbaren  Wagenkasten  gelagerten  Zwillingsdampfmaschine  mit  Kessel  und  einem  vor  der
            
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