F. A. Oehler, Zeitz.
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Speisesaal in der Zuckerwarenfabrik von F. A. Oehler, Zeitz.
UNTERSTÜTZUNG ARBEITSUNFÄHIGER ANGESTELLTER UND ARBEITER, sowie
von deren Hinterbliebenen zu stiften. Diesen Fonds erhöhte er später auf 35 000 M. Das
Denkmal der Dankbarkeit, welches sich der inzwischen Verstorbene, der Königl. Preuß.
Kommerzienrat Donalies, mit dieser Stiftung in den Herzen seiner Arbeiter errichtet hat,
erhält die beste Beleuchtung durch die Treue und Anhänglichkeit der Arbeiter an die Firma,
die über einen großen, sich jährlich vermehrenden Stamm von Personen verfügt, welche
länger als 25 Jahre bei ihr beschäftigt sind und von denen jede bei Erreichung dieser Arbeits
frist mit einer Ehrengabe bedacht wird. Der älteste Angestellte, ein 75 jähriger Werkmeister,
ist über 50 Jahre bei der Firma tätig. — Überhaupt hat es sich die Firma von jeher zur Auf
gabe gestellt, ein gutes Einvernehmen mit ihren Arbeitern zu pflegen, sie hat deshalb auch
an Einrichtungen festgehalten, die manchem heute als veraltet erscheinen mögen. Hierher
gehört die Verteilung von
WEIHNACHTSGESCHENKEN an alle Angestellten und Arbeiter (rund 1000 Personen),
die Auszahlung des vollen Lohnes an erkrankte männliche Arbeiter (das Krankengeld wird
eingerechnet), die
BEZAHLUNG FÜR ARBEITSFREIE FEIERTAGE, BESCHAFFUNG VON BILLIGEN
NAHRUNGSMITTELN in Teuerungszeiten. — Außerdem haben die jetzigen Besitzer, die
Herren Otto Donalies und Albert Donalies, die Gewährung von Sommerurlaub an solche
Arbeiter, die 5 Jahre bei der Firma beschäftigt sind, eingeführt. — Um das Bild der sozialen
Fürsorge vollständig zu machen, seien noch erwähnt:
AUSREICHENDE BADEGELEGENHEIT, HELLE, LUFTIGE SPEISESÄLE, in denen
Kaffee (y 2 Liter 2 Pfg.), und Kakao (Y 2 Liter 4 Pfg.), verabfolgt wird, sowie die günstigen
Arbeitszeiten (Sonnabend-Frühschluß). Dank dieser Maßnahmen ist die Firma bisher von
Lohndifferenzen jeder Art verschont geblieben.