Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Weise  &  Monski,  Spezialfabrik  für  Pumpen,  Halle  a.  S.  409*
HEIMSPARKASSEN.  Um  einen  weiteren  Anreiz  zur  Spartätigkeit  zu  geben  und  auch
die  kleinsten  Beträge  dieser  wichtigen  Einrichtung  zuzuführen,  schenkte  Herr  Weise  dem
Werkverein  Heimsparkassen,  die  jedem  Mitglied  ausgehändigt  und  auch  schon  fleißig
benutzt  wurden.
BELEHRUNGS-  UND  UNTERHALTUNGSABENDE.  Von  den  Beiträgen  der  Mitglieder ­
  fließen  wöchentlich  5  Pf.  in  die  Vereinskasse,  ebenso  die  vollen  Beiträge  der  außerordentlichen ­
  Mitglieder,  und  aus  diesen  Beiträgen  hat  der  Verein  außer  seinen  Unkosten
die  Kosten  für  Belehrungs-  und  Unterhaltungsabende  bestritten.
Im  nachstehenden  geben  wir  eine  Übersicht,  was  der  Verein  mit  diesen  Beiträgen  für  die
Belehrung  und  Unterhaltung  seiner  Mitglieder  und  ihrer  Familien  leistete.  Er  hätte  das  in
dem  gegebenen  Umfange  wohl  nicht  ausführen  können,  wenn  er  nicht  aus  den  Kreisen  der
Mitglieder  tatkräftige  Unterstützung  gefunden  hätte,  sei  es  durch  Lichtbildervorträge  oder
durch  Darbietungen  der  Theater-  und  Turnabteilungen.  —  Die  Maschinenbauerliedertafel
„Eintracht“,  die  schon  mehr  als  20  Jahre  in  der  Firma  besteht,  folgte  besonders  gern
den  Einladungen  des  Werkvereins  und  erfreute  ihn  durch  ihre  gesanglichen  Darbietungen.
LICHTBILDERVORTRÄGE  wurden  gehalten  über  Sächsische  Schweiz  —  Algier  und
Tunis  —  Eisenach  und  die  Wartburg  —  Moderne  Meßwerkzeuge  —  Farbenphotographie
und  Kunststätten  am  Rhein.
Außer  mehreren  Unterhaltungsabenden  und  Theateraufführungen  der  Theatralischen ­
  Abteilung  wurde  im  Sommer  1911  ein
SOMMERFEST  in  der  Heide  veranstaltet  und  im  Juni  1912  ein  Ausflug  mittels  Sonderzuges ­
  nach  Thale  i.  H.  Zu  den  Kosten  dieses  Extrazuges  hatte  Herr  Weise  sen.  einen  Teil
der  Kosten  zur  Verfügung  gestellt.
JUGENDABTEILUNG.  Seine  ganz  besondere  Aufmerksamkeit  widmete  der  Verein
der  bestehenden  Jugendabteilung,  weil  auf  ihr  ja  die  Hoffnung  für  das  weitere  Blühen  des
Vereins  ruht.  Die  Leitung  der  Veranstaltungen  der  Jugendabteilung  liegt  in  den  Händen
des  Jugendausschusses,  der  sich  aus  10  Mitgliedern  des  Vereins  zusammensetzt.
TURNABTEILUNG.  Die  im  November  1911  gegründete  Jugendabteilung  zergliedert
sich  in  die  Turnabteilung,  welche  ihre  Ubungsabende  in  der  Turnhalle  der  Huttenschule
abhält  (zu  ihrer  Leitung  ist  ein  Turnlehrer  angestellt),  und  die
FUSSBALLABTEILUNG,  der  die  Garnisonverwaltung  die  Benutzung  des  Artillerieexerzierplatzes ­
  als  Spielfeld  freundlichst  gestattet  hat.
Für  beide  Abteilungen  gemeinsam  fanden  Lichtbildervorträge  und  Spielabende  in  den
Speisesälen  der  Firma  statt.  Im  Sommer  vereinigte  sich  die  Jugendabteilung  regelmäßig
zu  volkstümlichen  Spielen.
GEMEINSAME  AUSFLÜGE.  Unter  der  Leitung  des  Turnlehrers  und  Jugendausschusses
wurden  gemeinsame  Ausflüge  in  die  weitere  Umgebung  veranstaltet.
Die  schulpflichtigen  Kinder  wurden  Sonntags  hinausgeführt,  um  in  ihnen  Liebe  zur
Natur  wachzurufen  und  sie  dabei  in  ihrer  Gesundheit  zu  kräftigen.  —  Erfrischungen
dazu  wurden  ihnen  durch  die  Kasinoverwaltung  der  Fabrik  mitgegeben.
THEATRALISCHE  ABTEILUNG.  Die  schon  weiter  oben  erwähnte  Theatralische
Abteilung  des  Werkvereins  hat  sich  unter  bewährter  Leitung  ganz  vorzüglich  ausgebildet.
MUSIKALISCHE  ABTEILUNG.  Seit  Dezember  1912  hat  der  Werkverein  auch  eine
Musikalische  Abteilung,  die  ebenfalls  zu  den  besten  Hoffnungen  berechtigt.
Der  Fortbildung  der  Mitglieder  dienten  die  Besichtigungen  gewerblicher  und  kommunaler ­
  Anlagen.  Der  Verein  besichtigte  1911  die  innere  technische  Einrichtung  des
Halleschen  Stadttheaters  und  1912  das  städtische  Elektrizitätswerk.  Weitere  Besichtigungen
sind  für  1913  in  Aussicht  genommen.
BÜCHEREI.  Eine  vorzügliche  Einrichtung  zur  Weiterbildung  seiner  Mitglieder  verdankt ­
  der  Verein  Herrn  Weise  sen.  in  der  Bücherei,  die  1908  mit  56  Bänden  eröffnet  wurde
und  heute  schon  einen  Bestand  von  576  Bänden  aufweist.  Die  bedeutendsten  Autoren  sind
            
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