Full text: Weltporto-Reform

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anstalten mit etwa 3000 Beamten, von denen, beiläufig gesagt, 
der Taxisscfie Generalpostdirektor damals ein höheres Gehalt 
(26 000 Fl. = 52 000 M) bezog, als der gegenwärtige Staats 
sekretär der deutschen Reichspost, der Gebieter von 34 072 Post 
anstalten mit 277 116 Beamten, dem die bestehende Minister 
gehaltsskala nur 30 000 M Gehalt — ebensoviel wie 1835 der 
preussische Generalpostmeister v. Nagler erhielt (Stephan, S. 695) 
— und 14 000 M Repräsentationskosten aussetzt, während Row- 
land Hill schon in den 1850er Jahren als „Secretary“ des 
englischen Generalpostamts sich auf 40 000 M (2000 £) stand 
und der Generalpostmeister 2500 £ bezieht. 
Die Thum und Taxissche Postverwaltung, die früher auch 
in Württemberg und Bayern 14 ) Fuss gefasst hatte, herrschte in 
Frankfurt, Nassau, Hessen-Darmstadt, Hohenzollern, Hessen-Hom 
burg, Sachsen-Weimar, Meiningen, Koburg-Gotha, Schwarzburg, 
Reuss, Kurhessen und Lippe, auch hatte sie Postanstalten in den 
Hansastädten 15 ) und entsprechende Postkurse. Sie hatte zweierlei 
Briefmarken, nach Silbergroschen und nach Kreuzern berechnet, 
und beförderte 1865 etwa 16 Millionen Briefe und insgesamt 
22 Millionen Briefpostgegenstände neben 14,2 Millionen Zeitungen. 
Nur zögernd und dem Drucke der öffentlichen Meinung 
folgend, trat die Thurn und Taxissche Post dem seit dem 
1. Juli 1850 bestehenden deutsch-österreichischen Postverein (mit 
dem dreizonigen Porto von ], 2 und 3 Sgr.) bei, und zwar mit 
ihrem Postgebiet in den Thüringischen Staaten und ihren Post 
anstalten in Frankfurt, Bremen, Hamburg und Lübeck vom 
l.Mai 1851 ab, mit Nassau am 30. April 1851, mit den beiden Hessen 
am 1. Oktober 1851 und mit den Lippeschen Gebieten erst 1853. 
Auch hier sehen wir nun ein ähnliches Verhältnis, 
wie es der durch die fremden Postanstalten in China 
geschaffene Postverein des chinesischen Reiches mit 
jenen andern Ländern heute darstellt, nur dass der Fürst 
zu Thurn und Taxis eine fremde Privatpost, aber keine fremde 
staatliche Post darstellte, die in einem andern Lande den Betrieb 
14 ) Vgl. auch. „Archiv für Post turd Telegraphie“ 1909, S. 33 ff.: „Zum 
100jährigen Bestehen der Königlich Bayerischen Post“, von Eaddatz. 
’ 5 ) Seit 1817 wechselten sie auch Briefpakete mit Belgien und Frank 
reich durch Preussen. Stephan, S. 439.
	        
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