Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Das Generalkommando teilte folgendes als Ergebnis der 
eingeleiteten Untersuchung mit: 
Münster i. W., den 9. Oktober 1916. 
An den Verband der Bergarbeiter Deutschlands, Bochum. 
In Sachen gegen Unbekannt wegen Mißhandlung von Kriegs 
gefangenen auf der Zeche Westerholt eröffne ich Ihnen unter Bezug 
nahine auf die am 28. Setember 1916 nach dort gesandte beglaubigte 
Abschrift der Einftellungsverfügung vom 23. September 1916 noch 
folgendes: 
Da bereits mehrfach in den letzten Monaten infolge grundloser 
Beschuldigungen von Mitgliedern seitens des Verbandes dem General 
kommando Anzeigen unterbreitet worden sind, die nicht nur zur Ein 
leitung umfangreicher Verfahren, sondern sogar zu Anklageerhebungen 
gegen deutsche Soldaten geführt haben, deren Unschuld durch die Ge 
richtsverhandlungen dargetan wurde, wird dringend ersucht, daß der 
Verband seine Mitglieder mit aller Strenge darauf hinweist, daß der 
artige Anzeigen in Zukunft unterbleiben oder doch nur erhoben werden, 
wenn tatsächlich begründeter Anlaß zu Beschwerden vorliegt. Dies um 
so mehr, als im vorliegenden Falle die sämtlichen vom Verbände be 
nannten Zeugen keinerlei Mißhandlungen seitens des Kommando 
führers oder der Wachmannschaften wahrzuhalten in der Lage waren. 
Es wird insbesondere noch darauf hingewiesen, daß es nicht Sache 
des Verbandes ist, die Angelegenheiten der Kriegsgefangenen zu ver 
treten, sondern die Interessen seiner deutschen Mitgliederschaft zu 
fordern. (Unterschrift.) 
Aus dieser Antwort ersieht man, wie leicht Zeugen in der 
Kriegszeit umfallen. 
Eingabe wegen Maßregelung von Bergarbeitern. 
An das Königliche Kriegsministerium, Berlin. 
Ew. Exzellenz! 
Die ergebenst unterzeichneten Vorstandsmitglieder fühlen 
sich veranlaßt, dem Königlichen Kriegsministerium Mitteilung 
davon zu machen, daß trotz der Kriegszeit noch immer Maßrege 
lungen von Arbeitern stattfinden und auch die Sperre aus ein 
zelnen Gruben noch besteht. So wird von unserer Bezirks 
leitung des Senftenberger Reviers berichtet, daß aus dem Ein 
tracht-Werke Grube Klara bei Welzow Arbeiter eine Eingabe 
verfaßten, wonach sie die 12 Stunden, die sie in der Fabrik II 
beschäftigt sind, voll bezahlt haben wollten, da meist ununter 
brochen in den Pausen, die nicht mitbezahlt werden, gearbeitet 
werden muß und das Essen nebenbei verzehrt wird. Trotz dieser 
zwölfstündigen Arbeitszeit wird nur Lohn für 10 Stunden ge 
zahlt. Die Unterschriften wurden im Betriebe gesammelt, da es 
sich doch um eine Arbeitsangelegenheit handelte.
	        
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