Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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hervor,  daß  in  diesen  beiden  Lohnklassen  in  sämtlichen  (14)  Prem
ßischen  Bergwerksbezirken  mit  Ausnahme  von  nur  zweien  die
Durchschnitts-Schichtlöhne  sich  noch  immer  meist  weit  unter  6  Mk.
halten!  In  den  6  Steinkohlenbezirken  stehen  die  Durchschnittslöhne ­
  der  Klassen  II  und  III  in  den  meisten  Fällen  noch  unter
5  Mark!  Dabei  handelt  es  sich  hier  um  Arbeitergruppen,  deren
tägliche  effektive  Arbeitszeit  bis  über  10  Stunden  ausgedehnt  ist.
Mithin  stellt  sich  deren  durchschnittlicher  Stundenlohn  meistens
aus  nicht  einmal  60  Pfennig!  Zieht  man  die  auch  unternehmerseits
  wiederholt  anerkannten  außerordentlich  tüchtigen  Leistungen ­
  unserer  Bergwerksarbeiter,  ferner  die  Schwere  und  die  besondere ­
  Gesundheitsgefährlichkeit  der  Bergwerksarbeit  in  Betracht, ­
  so  muß  mit  großem  Bedauern  ausgesprochen  werden,  daß
das  unlängst  in  einer  Werksbesitzerversammlung  geprägte  Wort:
„Für  außerordentliche  Leistungen  sind  außerordentliche ­
  Verdien  st  e  gerechtfertig  t",  auf  die
Bergarbeiter  noch  immer  keine  Anwendung  gefunden  hat.
Der  Umstand,  daß  vor  einiger  Zeit  in  einer  werksseitigen
Veröffentlichung  erklärt  worden  ist,  die  Bergarbeiterlöhne  hätten
eine  Steigerung  erfahren,  die  ziemlich  der  Erhöhung  der  Lebensunterhaltskosten ­
  entspreche,  veranlaßt  uns,  folgendes  festzustellen:
Seit  dem  2.  Vierteljahr  1914  bis  einschließlich  dem  3.  Vierteljahr ­
  1916  ist  der  Durchschnitts-Schichtverdienst  der  Lohnklasse  I
gestiegen  im  Saargebiet  rund  22  Prozent,  im  Wurmgebiet
(Aachen)  und  in  Niederschlesien  27  Prozent,  im  Ruhrgebiet  und
am  linken  Niederrhein  38  Prozent,  in  Oberschlesien  40  Prozent.
Im  letztgenannten  Revier  stand  trotz  dieser  verhältnismäßig
höchsten  Verdienstzunahme  der  absolute  Lohn  doch  nur  aus  6,85
Mark  für  8^  bis  10-stündige  schwere  Untertagsarbeiten.  Die
Lohnzulagen  der  Schichtlohnarbeiter  in  den  niedrigeren  Lohnklassen ­
  sind  bisher  meist  noch  geringer  gewesen.
Demgegenüber  brauchen  wir  nicht  erst  eingehend  die  auch
den  Herren  Werksvertretern  wohlbekannten  kolossalen
Preise  r  h  ö  h  u  n  g  e  n  für  die  Nahrungs-  und  sonstigen  Lebensmittel ­
  zu  erörtern,  sondern  wollen  uns  begnügen,  einen  auf
die  notwendigsten  Bedarfsartikel  beschränkten  Preisvergleich  zu
bieten.  Nachgenannte  Verkaufspreise  sind  zusammengestellt  nach
amtlichen  Veröffentlichungen  und  nach  privaten  Angaben
aus  den  verschiedenen  Jndustriebezirken.  Danach  ist  nur  für
Brot  kein  wesentlich  höherer  Preis  wie  vor  dem  Kriege  zu
zahlen,  wobei  allerdings  die  nun  erheblich  v  e  r  s  ch  I  echte ­
  r  t  e  Qualität,  d.  h.  der  erheblich  geringere
N  ä  h  r  wert  des  Brotes  nicht  zu  vergessen  ist.  Sonst  seien
von  den  Preisen  genannt:
            
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