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seit dem 1. September unter 9 Mark stand, weil seinerzeit fest
zugesagt wurde, daß unter 9 Mark kein Hauerlohn gezahlt
würde, wenn die betreffenden Arbeiter ihre Pflicht getan hätten.
Damals gab man zu, daß die Bergarbeiter Wohl ihre Pficht er
füllen, dies erklärten die Herren Generaldirektor Geheimrat Reif-
eisen, Dr. Pilz und Bergrat Schulte-Briesen des öfteren. In
der Schlichtungsausschußsihung am 8. März führte nun der
Zrchenvcrtreter Herr Bergrat Frielinghaus aus, daß die Leistung
seit der Zeit, wo die 9 Mark zugesagt wurden, um 20 Prozent
gesunken sei. Wenn erst wieder soviel geleistet würde, wie im
September 1916, dann wurde der Lohn von selbst auf 10,60 Mk.
steigen. Es wurde von den Arbeiterausschnßmitgliedern erklärt,
daß der Wagen-, Holz- und Preßluftmangel die Schuld daran
trügen, wenn wirklich die Leistungen etwas gesunken seien. Man
müsse aber bedenken, daß die Lebensmittelpreise immer mehr in
die Höhe gingen und deshalb auch ein höherer Lohn angemessen
erscheine. Auch die Einschiebung von immer mehr Gefangenen
drückte die Leistung herunter, die aber gar nicht so stark ge
sunken sei, wie man zu behaupten versuche. Die zweite Forde
rung, ein Lohn von 8 Mark für Zimmerhauer, wurde von der
Zechenverwaltung abgelehnt, ferner die 20 Prozent Lohnerhö
hung für Schichtlöhner. Auf eine Nachzahlung der versprochenen
Löhne wurde ebenfalls nicht eingegangen, weil Minderleistung
vorliegt. Der Herr stellvertretende Vorsitzende des Schlichtungs-
ausschusses führte dabei aus, daß auch die Staatswerke Ueber-
schüsse machen müßten. Auch zahle Zweckel und Scholven
schon die höchsten Löhne mit. Er versuchte dies durch eine Dar
stellung zu beweisen und ersuchte die Ausschüsse, statt daß er
irgend einen Vermittelungsweg vorschlug, die Forderungen zu
rückzuziehen, die Zeche würde schon die Löhne langsam steigen
lassen. Für Wagenmangel und sonstige Störungen könne man
die Zechenverwaltung nicht verantwortlich machen, und deshalb
könne sie auch nicht den Schaden tragen. Als der Ausschuß zur
Beratung abtrat, wandte sich der stellvertretende Vorsitzende Herr
Holländer an den Bezirksleiter Krähn, der als Vertreter und
Mundanwalt der Arbeiterschaft anwesend war, und ersuchte
diesen, er solle auf den Ausschuß einwirken, damit dieser die
Forderungen zurückziehe. Die Zeche habe doch alles getan, was
zu tun nötig sei. Der Mundanwalt Krähn lehnte aber diese Zu
mutung ab, da den Bergarbeitern in dieser Sitzung nichts be
stimmtes versprochen worden sei und ihre Forderungen für ge
recht betrachtet werden müßten. Besonders sei zu verurteilen,
daß die Zeche ihre gegebene Zusage nicht gehalten habe. AIs die
Sitzung wieder eröffnet wurde, fragte der Herr stellvertretende
Vorsitzende den Ausschuß, ob er die Forderungen zurücknehmen