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Herr Oberbürgermeister von Buer die größte Mühe, die Belegschaft
zur Wiederansahrt am nächsten Tage zu bewegen. Die
Belegschaft verlangte absolut eine schriftliche Erklärung der
Zechenverwaltung bezw. des Herrn Geheimrats. Erst als der
Herr Oberbürgermeister Dr. Rüssel von Buer erklärte, daß er
und der Herr Amtmann von Gladbeck Zeugen gewesen seien bei
den Versprechungen der Zechenverwaltung und dieselben auch
zweifellos gehalten würden, erklärte sich die Belegschaft bereit,
wieder anzufahren, obwohl noch Widerspruch aus den Reihen
der unorganisierten Belegschaftsmitglieder erschallte. Es wurde
dort aber auch ausgeführt, daß, wenn die Versprechungen nicht
gehalten würden, die Belegschaftsmitglieder die Arbeit wieder
niederlegen würden. Infolge der Lohnzahlungen für Januar
entstanden erneute Differenzen. Der Hauet E., Markennummer
1038, beschäftigt iin Revier 12-, sowie L. A., Markennummer
1087, wovon der erste 7 Kinder zu ernähren hat, der zweite 8,
verdienten im Monat Januar einen Lohn von 8,48 Mark pro
Schicht. Im Revier 8, Kohlen-Nr. 225, verdienten im Monat
Dezember 8 Mann einen Lohn von 8,78 Mark. Auf Kohlen-Nr.
231 wurden 6 Mann in demselben Monat 8,60 Mark als
Lohn ausgezahlt. Auf Kohlen-Nr. 235 verdienten im Monat
Januar 6 Mann 8,80 Mark pro Schicht, ebenso auf Kohlen-Nr.
237. Es war begreiflich, daß bei solchen Löhnen sich der Belegschaft
wieder größte Unzufriedenheit bemächtigte. Als man den
Wünschen, die Löhne aufzubessern, nicht entsprach, legte am 3.
März die Belegschaft der Zeche Scholven, am 6. März die Belegschaft
der Zeche Zweckel die Arbeit nieder. Der Schlichtungsausschuß
wurde auf Anraten der Organisationen, die auf Wiederanfahren
drängten, angerufen. Die Einigungsverhandlung,
wenn eine derartige Verhandlung, wie vor dem Schlichtungsausschuß
Recklinghausen, so genannt werden kann, brachte noch
mehr Mißstimmung in die Reihen der Bergarbeiter und es
kostete den Organisationsvertretern alle Mühe, die Belegschaften
in einer Versammlung, die am 9. März in Zweckel stattfand, zur
Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen. Der stellvertretende
Vorsitzende des Schlichtungsausschusses, Herr Bergrat Holländer,
hat nicht in wünschenswerter Weise auf eine Einigung hingedrängt,
und so kam es, daß diese Sitzung für die Arbeiterschaft
resultatlos verlief. Herr Krähn, Bezirksleiter von Gladbeck,
vertrat als Mundanwalt die Belegschaftsmitglieder und hatten
diese für die Schlichtungsausschutzsitzung folgende Forderungen
gestellt:
1. Der Lohn für Hauer soll nicht unter 10,60 Mark betragen.
2. Für Zimmerhauer und Schießmeister soll ein Lohn von 8 Mk.
gezahlt werden. 3. Der Lohn aller Schichtlöhner soll um 20
Prozent erhöht werden. 4. Nachzahlung des Lohnes, soweit er
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