Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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oder  Krankenkasse  Fürsorge  zu  gewähren  sein  wird.  Auch  dazu
wird  nach  Abschluß  der  Arbeiten  der  Kommission  Stellung  zu
nehmen  sein.
I.  V.:  W.  S  ch  w  a  n  d  e  r.

Die  Bergarbeitervertreter  im  Handelsministerium,  Kriegscrnährungs-
  und  Kriegsamt.
Am  Mittwoch,  den  19.  September,  fand  im  Handelsministerium
  eine  Besprechung  der  Organisationsvertreter  mit
Herrn  Handelsminister  Sydow  über  die  gegenwärtigen  Lohnverhältnisse
  der  Bergarbeiter  statt.  Im  Vordergründe  der  Verhandlungen ­
  stand  die  Erörterung  über  die  Lage  der  fiskalischen
Bergarbeiter.  An  der  Hand  zahlreichen  Materials  aus  dem
Saargebiete  und  anderen  Bergbaubezirken  wurde  die  Unzulänglichkeit ­
  der  gegenwärtigen  Löhne  nachgewiesen  und  eine  angemessene ­
  Erhöhung  derselben  gefordert.  Ferner  wurde  die  Beseitigung ­
  der  großen  Lohnunterschiede  und  der  vielfach  noch  bestehenden ­
  Scheingedinge  verlangt.  Gerade  diese  beiden  Punkte
wären  eine  ständige  Quelle  des  Unfriedens  unter  den  Bergarbeitern. ­
  Zumal  diejenigen  Bergleute,  die  am  meisten  arbeiteten,
oft  an>  wenigsten  verdienten-  Sodann  wurde  noch  darauf  hingewiesen, ­
  daß  im  Saargebiet  immer  noch  Kriegsinvaliden  und
'Unfallrentner  nicht  ihren  Leistungen  entsprechend  entlohn:  würden. ­
  Nachdrücklich  wurde  bei  den  Verhandlungen  betont,  daß  die
immer  noch  fortschreitende  gewaltige  Steigerung  der  Preise  für
Lebensmittel  und  sonstige  Bedarfsartikel  eine  ausreichende  Lohnerhöhung ­
  dringend  erforderlich  mache.  Nur  dadurch  würde  es
möglich  sein,  die  im  vaterländischen  Interesse  notwendige  Leistungsfähigkeit ­
  der  Bergleute  aufrecht  zu  erhalten.  Es  wurde
noch  besonders  gebeten,  die  Lohnerhöhung  mit  rückwirkender
Kraft  vom  1.  September  zu  bewilligen,  weil  vom  1.  Oktober  ab
wiederum  eine  besondere  Steigerung  der  Preise  der  wichtigsten
Lcbensmntel  eintrete.
Im  Laufe  der  Verhandlungen  erkannte  sowohl  der  Handels-Minister
  Sydow  wie  Herr  Oberberghauptmann  v.  Velsen  wiederholt ­
  die  Berechtigung  der  Bergarbeiterforderung  nach  einem
höheren  Lohn  ausdrücklich  als  berechtigt  an.  Die  Lohnerhöhung
sei  in  Rücksicht  auf  die  durch  die  fortwährende  Preissteigerung
hervorgerufene  Entwertung  des  Geldes  notwendig.  Wenn  man
also  auch  die  Notwendigkeit  der  Lohnerhöhung  durchaus  anerkenne, ­
  lo  könne  dieselbe  ;edoch  nur  durch  eine  Steigerung  der
Kühlenpreise  möglich  gemacht  werden-  Diese  Steigerung  könne
aber  erst  vom  1.  Oktober  ab  erfolgen  und  solle  von  diesem  Zeitpunkte ­
  ab  die  Erhöhung  der  Löhne  eintreten.  Bezüglich  des
Scheingedinaes  erklärten  die  Regierungsvertreter,  daß  dieses  von
ihnen  entschieden  gemißbilligt  würde,  wenn  dasselbe  trotzdem
hier  und  dort  bestehe,  so  sei  dies  ein  grober  Unfug,  auch  sie
            
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