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seien der Ansicht, daß dadurch die Leistung der Bergarbeiter erheblich
zum Nachteil beeinflußt werde.
Die Organisationsvertreter erklärten sich bereit, dem Herrn
Minister bezüglich des Scheingedinges weiteres Material zuzufiellcu,
sie wünschten sodann daß bei der Prüfung dieses Materials
die Arbeiterausschußmitglieder bzw. Sicherheitsmänner
hinzugezogen würden.
Zu den Lohnunterschieden wurde von den Regierungsven
tretern betont, daß diese nach Möglichkeit beseitigt werden sollen
und sie selbst niedrige Löhne nicht wünschten.
Zur Frage der Kohlenpreiserhöhung gaben die Organisationsvertreter
ihrer Auffassung dahin Ausdruck, daß gegen sie
nichts einzuwenden sei, wenn nachweisbar nur durch eine Steigerung
der Kohlenpreise die berechtigten Lohnforderungen erfüllt
werden könnten. Möglich würde die Verständigung, wenn auch
die Arbeitgeber im Privatbergbau ähnlich wie die königliche
Bergwerksverwaltung mit den Vertretern der Bergarbeiterorganisationen
verhandeln würden.
Am gleichen Tage fand auch eine Besprechung mit dem neuen
Leiter des Reichsernährungsamtes, Staatssekretär Exzellenz von
Waldow, statt. Die Vertreter der Bergarbeiter trugen in dieser
Konferenz zunächst die allgemeinen Wünsche der Bergarbeiter in
der Ernährungsfrage vor. Insbesondere wurde die Kartoffel-,
und Brotversorgung sowie die Preisgestaltung erörtert. Zunächst
wurde darauf hingewiesen, daß eine Kartoffelration von 10
Pfund pro Kopf und Woche unbedingt notwendig sei. Es müsse
den Bergleuten wenigstens ein Nahrungsmittel gegeben werden,
wovon sie sich sattessen könnten. Eine Wiederholung der großen
Entbehrungen vom Winter und Frühjahr könne den Bergarbeitern
nicht wieder zugemutet werden. Bei einer Rationierung
von sieben Pfund sei es unbedingt erforderlich, die Schwerarbeiterzulagen
weiter zu gewähren. Gewünscht wurde, die Kartoffeln
den Verbrauchern so billig wie möglich zu liefern, da
der vielfach festgesetzte Preis zu hoch sei. Dieser könne dadurch
erniedrigt werden, daß die Schnelligkeits- und Anfuhrprämie
auf die Staatskassen übernommen und auch Frachtermäßigung
gewährt würde. Das Reichsernährungsamt wurde ferner gebeten,
auf die Arbeitgeber einzuwirken, den Arbeitern durch
finanzielle Beihilfen das Einkellern der Kartoffeln zu erleichtern.
Die Erhöhung der Brotration auf vier Pfund pro Kopf und
Woche wurde von den Vertretern der Bergarbeiter freudig begrüßt.
ES wurde aber gebeten, die bisher gewährte Zulage für
die Bergarbeiter bestehen zu lassen. Gegen die angeregte Gewährung
von besonderen Brotprämien für Ueberschichten wurde
Einspruch erhoben. Bezüglich der Brotpreise wurde gewünscht,
wenn eben möglich, die in Aussicht stehende Erhöhung zu vermeiden
oder dieselbe doch in mäßigen Grenzen zu halten.