Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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Desgleichen  kommt  die  Const.  11  v.  J.  384  desselben  Titels  in
Betracht:
Hi,  quibus  ad  exercenda  metalla  privata  dives  marmorum  vena
consentit,  excidendi  exsecandi  juxta  legem  dudum  latam  habeant
facultatem,  ita  ut  decima  pars  fisci  nostri  ntilitatibus,  decima  ei,
cujus  locus  est,  deputetur *  1 .
Ganz  unzweideutig  ist  aber  die  nachfolgende  Konstitution  der
Kaiser  Valentinian,  Theodesius  und  Arkadius  aus  dem  Jahre  393
(Const.  14,  Cod.  Theod.  de  met.);
Quosdam  operta  humo  esse  saxa  dicentes,  id  agere  cognovimus  ut
defossis  in  altum  cuniculis,  alienarum  aedium  fundamenta  labefactent.
  Qua  de  re  si  quando  hujusmodi  marmora  sub  aedificiis
latere  dicantur,  perquirendi  eadem  copia  denegetur;  ne  dum  cautium
ementita  nobilitas  cum  aedificiorum  qualitate  taxatur  et  pretium,
domus  ne  diruatur,  offertur,  non  tarn  publicae  rei  Studium  quam
privati  causa  videatur  fuisse  dispendj.
Als  Grund,  weshalb  die  Konstitution  erlassen  wurde,  ist  die  Besorgnis ­
  angegeben,  daß  jene  Bergbaufreiheit  nicht  des  allgemeinen  Nutzens,
d.  h.  der  von  den  Bergwerksbetreibern  zu  zahlenden  Abgaben  halber,
noch  mit  der  ernstlichen  Absicht,  Bergbau  zu  treiben,  sondern  überhaupt ­
  nur  zu  dem  Zwecke  ausgeübt  werden  könnte,  um  durch  die
Vorspiegelung  des  Vorhandenseins  edlerer  Mineralien  den  Grundeigentümer ­
  zur  Zahlung  einer  Abfindungssumme  dafür  zu  bestimmen,
daß  sein  Haus  nicht  durch  den  Bergbau  zusammengestürzt  werde.  Eine
solche  Besorgnis  dürfte  aber  nicht  obgewaltet  haben  können,  wenn
überhaupt  nur  mit  Einwilligung  des  Oberflächeneigentümers  Bergbau  betrieben ­
  werden  durfte.  Diese  Konstitution  ist  mit  einer  sachlich  unerheblichen ­
  Abkürzung  in  den  nämlichen  Titel  des  Justinianischen  Kodex
(XI,  6)  und  in  lib.  X.  tit.  11  der  lex  Romana  Visigothorura  (des  sogenannten ­
  breviarium  Alaricianum)  übernommen.  Die  interpretatio 2
im  Breviar  lautet  hierzu:
Quicunque  metallum  dicentes  latere  sub  alienis  aedificiis  quaelibet
saxa  vel  marmora  effodienda  crediderint,  ut  per  eos  fundamentorum
  firmitas  incipiat  vacillare,  his  inquisitionibus  hujus  licen

baufreiheit  nur  im  Keime  (en  germe)  finden  will.  Wie  im  Text  auch  Abignente  p.  95,
64  und  Villanueva  1.  c.
1  Anm.  4  auf  S.  8.
-  Haenel,  Lex  Romana  V’sigothorum  p.  218.
            
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