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Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit.
digung und das Minimum an Opfern für jeden der Austauschenden
verwirklicht. Das gleiche gilt auch für die sogenannten Gesetze des
Angebotes und der Nachfrage, des Einheitspreises, der Produktionskosten,
des Lohnes, der Zinsen, der Rente usw. Es ist sicherlich
eine Leistung, diesen intuitiven Behauptungen 1 j, die nichts als formlose
und unbestimmte Theorien waren, die Kraft eines unwiderleglichen
Beweises gegeben zu haben. Dieser Homo oeconomicus, den man
verlacht, ist nur ein Skelett, aber gerade dieses Skelett gestattet der
Wissenschaft, wie dem organischen Wesen, zu stehen und zu gehen!
Für die Entwicklung der nationalökonomischen Wissenschaft liegt
hierin ein Fortschritt, der dem vergleichbar ist, der in der biologischen
Entwicklung den Übergang der Wirbellosen zu den Wirbeltieren
bezeichnet.
Mag dies alles sein! Ein letzter Einwurf, oder doch ein Zweifel
bleibt aber übrig, nämlich ob die Wissenschaft, auch wenn sie diese
Wahrheiten für endgültig nachgewiesen hält, wie die Hedonisten
glauben, so viel Gewinn daraus ziehen kann, wie sie annehmen. Man
hat sehr richtig gesagt, daß die Mathematik nur einer Mühle gleiche,
die das Korn, das man ihr zugetragen hat, als Mehl wiedergibt, aber
man muß noch untersuchen, was es für Korn war. Hier haben wir
eine Menge von Abstraktionen, die man in das mathematische Räderwerk
geworfen hat — einen Einheitsmarkt, Individuen, deren einzige
Triebfeder das hedonistische Prinzip ist, die Identität beider Austauschender
vom Gesichtspunkt ihrer Begehrungen aus * 2 * * * * ), die Allgegenwart
des Kapitals und der Arbeit, eine vollständig unbehinderte Substitutionsfähigkeit
usw. —, und so ist es doch vielleicht möglich, daß das
Mehl, das aus der Mühle kommt, nicht allzu nahrhaft ist. Auf alle Fälle
muß man zugeben, daß das Mahlergebnis der hedonistischen Schule
eine Welt sein würde, die mit der bestehenden Wirklichkeit ebensowenig,
wie die fourieristische oder die saint-simonistische oder die
anarchistische Welt zu tun hat, und deren Verwirklichung noch unwahrscheinlicher
ist oder eine ebenso wunderbare Umwälzung zur
Voraussetzung hat. Dies geben die Hedonisten nun auch offen zu;
hierin liegt sogar eine Überlegenheit, die sie Uber die klassischen
Ökonomisten haben, die, wenn sie über die freie Konkurrenz ihre Gedanken
darlegen, stets denken: „Es ist erreicht!“ 8 ).
') Die Volkswirtschaft wird mit dem Tage eine Wissenschaft werden, an dem
sie sich dazu zwingt, „das nachzuweisen, was sie sich bis heute begnügt hat, allgemein
zu behaupten“ (Waleas, Economie Politique pure, 8. 427).
2 ) Man muß „auf alle in Betracht gezogenen Individuen und für jedes Produkt
dasselbe Gesetz der veränderlichen Stärke des Bedürfnisses anwenden“ (Aupetit, L a
Monnaie, S. 93).
s ) Übrigens sind die Hedonisten durchaus nicht in die Anwendung der mathematischen
oder abstrakten Methode verrannt, und verkennen keineswegs die Be-