Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

VI

Vorwort  zur  ersten  Ausgabe.

zum  18.  Jahrhundert  in  denen  Dübois’,  Rambaitd’s,  und,  im  Ausland,
Ashlby’s,  Ingram’s,  Hectob  Denis’,  Beants’,  Cossa’s  (um  nur  die  anzuführen, ­
  die  in  französischer  Sprache  geschrieben  oder  in  sie  übersetzt ­
  worden  sind),  —  während  im  Gegenteil  die  heutigen  Lehren
nur  einen  relativ  geringen  Platz  darin  einnehmen.
Aber  nicht  nur  mit  Hinsicht  auf  die  Zeitalter,  auch  mit  Hinsicht
auf  die  Länder  haben  wir  uns  Beschränkungen  auferlegen  müssen.
Man  wird  uns  entschuldigen,  wenn  wir  einen  verhältnismäßig  großen
Teil  des  Buches  den  französischen  Doktrinen  gewidmet  haben,  da
wir  in  erster  Linie  für  französische  Studierende  schrieben.  Übrigens
tut  das  ein  jeder  Schriftsteller  für  das  Land,  dem  er  angehört,  was
auch  richtig  ist,  da  die  Leser  zunächst  über  das  unterrichtet  werden*
sollen,  was  sie  am  wenigsten  kennen.  Doch  haben  wir  uns  bemüht,
England  und  Deutschland  den  großen  Platz  vorzubehalten,  der  ihnen
gebührt,  obgleich  wir  in  bezug  auf  das  letztere  Land  uns  schon  zu
manchem  Verzicht  haben  entschließen  müssen.  Was  die  Volkswirtschaftler ­
  anderer  Länder  betrifft,  die  wir  leider  nur  zu  oft  mit  Stillschweigen ­
  übergehen  mußten,  oder  die  wir  nur  gelegentlich  in  Verbindung ­
  mit  dieser  oder  jener  Theorie,  der  sie  ihren  Namen  gegeben
haben,  erwähnen  konnten,  so  bitten  wir  sie,  in  diesen  Lücken  nicht
eine  Verkennung  der  bedeutenden  Dienste  zu  sehen,  die  ihre  Länder,
besonders  Italien  und  die  Vereinigten  Staaten,  der  ökonomischen
Wissenschaft  in  der  Vergangenheit  wie  in  der  Gegenwart  geleistet
haben.
Aber  auch  trotz  dieser  Beschränkung  war  unser  Arbeitsgebiet
doch  noch  zu  reichhaltig,  um  alles  aufnehmen  zu  können,  so  daß  eine
Auswahl  erforderlich  wurde.  Wir  haben  uns  bemüht,  unsere  Darlegungen ­
  auf  eine  möglichst  kleine  Zahl  von  Namen  und  Ideen  zu
beschränken,  um  diese  desto  besser  darstellen  zu  können.  Es  war
nicht  unser  Ehrgeiz,  eine  vollständige  und  erschöpfende  Geschichte
zu  schreiben,  sondern  eher,  eine  Reihe  von  Bildern  zu  entwerfen,
die  den  bedeutendsten  Epochen  der  Geschichte  der  Doktrinen  entsprechen. ­

Eine  derartige  Auswahl  bedingt  aber  stets  eine  gewisse  Willkür. ­
  Wie  soll  der  qualifizierteste  Vertreter  einer  jeden  Lehre  ausgewählt ­
  werden?  In  einer  Wissenschaft,  wie  der  Nationalökonomie,
in  der  die  Schriftsteller  einander  oft  nicht  gekannt  haben,  ist  es
häufig,  daß  sie  sich  wiederholen,  und  es  ist  nicht  leicht,  festzustellen,
wer  den  Anspruch  auf  die  Priorität  hat.  Wenn  es  aber  schwierig
ist,  den  Zeitpunkt  zu  entdecken,  in  dem  eine  Idee  zum  ersten  Male
erscheint,  so  ist  es  relativ  leicht,  denjenigen  mit  Sicherheit  zu  bezeichnen, ­
  in  dem  sie  sich  der  Aufmerksamkeit  aufzwingt  und  sich  dem
Kreise  der  vorgetragenen  oder  wenigstens  diskutierten  Wahrheiten
            
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