Full text: Organisation

IV. Staatliche und private Organisation. 
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Butter, Milch usw. wurde moralisch getadelt, wenn er 
nicht verkaufte, während er vor dem Krieg machen 
konnte, was er wollte, auch die Lebensrnittel zugrunde 
gehen lassen oder dem Vieh verfüttern. Jetzt auf ein 
mal beschränkte man sein Recht durch das Bedürfnis 
der Allgemeinheit: er durfte nicht nur, nein er sollte 
und mußte verkaufen. Aber auch schon vor dem Krieg, 
z. B. bei Bergarbeiterstreiken, als einmal Kohle zu man 
geln drohte, da konnte man genau merken, daß die 
„öffentliche Meinung" den Bergwerksbesitzern nicht 
dieselbe Art von Eigentum an der Kohle zusprach, wie 
etwa an ihren Privathäusern, deren Einrichtung, oder 
ihrem Geld. Hier bereitet sich eine Änderung vor, die 
das unbeschränkte Eigentum an Gütern, die für die 
wichtigen Lebensinteressen des Volkes unentbehrlich 
sind, einfach aufhebt und die ich nun kurz zu begründen 
versuchen will. 
Die extremsten Anschauungen über die Bedeutung 
und das Recht des Eigentums haben sich geschichtlich 
gegenübergestanden: etwa die Lehre, es sei ein Teil 
der sittlichen, göttlichen Weltordnung und dagegen der 
kecke Satz des Kommunismus: „Eigentum ist Diebstahl" 
(Proudhon). Beide Theorien berufen sich auf die 
„Natur", indem einmal das Privateigentum, das 
andere Mal der Gemeinschaftsbesitz als das eigentlich 
„Natürliche" erklärt und damit nur bewiesen wird, daß 
sich aus einem so allgemeinen leeren Schlagwort wie 
„Natur" auch hier gar nichts beweisen läßt. Demgegen 
über hat die neuere Rechtsphilosophie vor allem die 
Entstehung des Eigentums in Helles Licht gerückt, 
unter reicher Benützung der anthropologischen Tat 
sachen, und dadurch eine Unterlage geschaffen, auf der
	        
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