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zu Grunde liegenden Leistungseinheit erforderlich ist, Schwankungen
ausgesetzt ist, die nicht in irgend einer Qualität
einer Arbeitsleistung ihren Grund haben, sondern in erster Linie
in elementaren Umständen. Was ich hier in erster Linie im Auge
habe, ist die Abhängigkeit des Arbeitsertrages der Kohlenbergarbeiter
von der mehr oder minder günstigen Gestaltung des
Flözes und damit im Zusammenhang auch von der Gunst der
Steiger. »Der Kohlberg und der Steiger machen den Bergmann« 1 ).
Die aus Kontrollgründen unvermeidliche, aber gleichwohl oft genug
unbillig gehandhabte und deshalb schwer empfundene Einrichtung
des »Nullens« von Förderwagen, also von Arbeitsleistungen,
ist gleichfalls in diesem Zusammenhang zu erwähnen 2 ). Insofern
das Aussuchen der »Steine« aus der gelösten Kohle wegen der
Eigenartigkeit des Flözes vielfach unmöglich ist, das spärliche
Licht und die stauberfüllte Luft die Unterscheidung an und für
sich erschweren (z. B. namentlich bei Brandschiefer als Nebengestein),
unterliegt der Arbeiter auch hierin einer Beeinträchtigung
seines Verdienstes durch schwankende Umstände, die bei Zeitlohnbemessung
den Arbeitgeber, beziehungsweise seinen Betriebsertrag
treffen. Es werden allerdings gerade mit Rücksicht
auf diese Verschiedenheit in der Gestaltung der einzelnen Kohlenflöze
in den deutschen Kohlenbergwerken die Gedinge ziemlich
weitgehend (sogar kameradschaftsweise, also je nach der Sachlage
»vor Ort«) spezialisiert, aber gleichwohl wirkt die Schwankung
in den Gesteinsverhältnissen auf den tatsächlichen Arbeitsverdienst
gewaltig ein.
5. Aber nicht nur durch solche Schwankungen wird die
Sicherheit in der Berechnung des wahrscheinlichen Kraft- und
Zeiterfordernisses beeinflusst, die der Arbeiter vornehmen muss,
bevor er sich auf einen Werklohnsatz einlässt, auch ganz abgesehen
davon bringt die Notwendigkeit der Bestimmung mutmasslicher
Kraft- und Zeitaufwendungen ein starkes Moment von U nsicherheit
in die Verwertung der Arbeitskraft.
Die Entgeltbestimmung im Werklohnverhältnisse ist vielfach auf
Wahrscheinlichkeit basiert.
Es ist ja nicht allein die Intensität der Arbeitsanspannung,
sondern auch die Leistungsfähigkeit des Arbeiters, die Qualität
1) Pieper, Lorenz, Die Lage der Bergarbeiter im Ruhrrevier. S. 67.
2) Ebenda S. 92 ff. »Nullen« heisst die Bezeichnung des Förderwagens durch
den Brückenkontrolleur in der Weise, dass kein Lohn dafür berechnet wird.