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mehrere Länder gleichzeitig an der Strippe: Er telephoniert z. B. mit
Amsterdam, ein anderer Devisenhändler derselben Bank in der durch
ein Schiebefenster verbundenen Nachbarzelle gleichzeitig mit Brüssel; der
Brüsseler Geschäftsfreund ist vielleicht gleichzeitig mit Paris, und Paris
ist mit London verbunden. So ergeben sich oft eine Menge gewinnver
sprechender Möglichkeiten, die augenblicklich aber infolge der in den meisten
Ländern bestehenden Devisenbewirtschaftung stark eingeschränkt sind.
Über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Arbitrage sagte Di. von Sie
mens 1892 im Reichstage: Stellen Sie sich eine große Wassermasse vor;
wenn an einem Punkte eine Verschiebung oder Versenkung eintritt, so strömt
das Wasser dahin, um sich dort, wo die Lücke ist, eine Unterkunft zu suchen und
das Gleichmaß der Fläche wieder herzustellen. Die Arbitrage ist weiter
nichts als diejenige Operation, welche versucht, dieses Gleichgewicht der öko
nomischen Bewegung und der Geldverhältnisse der verschiedenen Staaten auf
rechtzuerhalten. Es kommen so und so viele Fälle vor, wo die Zahlungs
bilanz eines Volkes sich gegenüber seinem Nachbar verschiebt: wir müffen zu
bestimmten Zeiten Getreide kaufen und bezahlen; wir haben nicht gleich die
Möglichkeit, dies durch Fabrikate auszugleichen; da treten andere Dinge ein;
Geld kann man nicht nehmen, weil das Metall zum Export zu teuer ist; man
nimmt Effekten, d. h. verzinsliche Geldwerte."
X. Die wichtigsten Effektenbörsen des Auslandes l )
Sind schon, bedingt durch die Höhe der Umsätze, die Börsen desselben
Landes verschieden organisiert, so bestehen große Unterschiede iw
Aufbau der einzelnen Weltbörsen. Jede Effektenbörse ist ein
besonders geartetes Gebilde. An den meisten ausländischen Börsen findet
Kasia- und Terminhandel statt. In New Jork jedoch gibt es nur das
Kassageschäft; in London überwiegt der Terminhandel; in Wien bietet
das Arrangement-Geschäft Ersatz für den Terminhandel.
I. Die Wiener Börse
Durch kaiserliches Patent vom 1. August 1771 wurde in Wien die Errichtung
einer Geldbörse angeordnet. Ihre Leitung erfolgte durch Organe der Reg^'
rung. Für Aufrechterhaltung der Ordnung hatten ebenfalls Staatsbeamte 5 U
sorgen, die k. k. Börsenkommisiare. 1875 erhielt die Wiener Börse eine autw
Z S. Gerhard Schachner, Handbuch der Weltbörsen. Stuttgart I 931 '
H. Blume r, Die Organisation der wichtigsten Effektenbörsen des Auslandes,
Schweizerische Handelswissenschaftliche Zeitschrift. XXVII, 1. Plutus-Briefe. X,