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ischen Beobachter klar war, daß eine erhebliche Beschneidung
des Schutzsystems nicht abzuwenden war, haben interessierte
Produzenten beständig gegen das Unabwendbare gekämpft, indem
sie sich einzureden versuchten, daß die Änderungen vermieden
oder hinausgeschoben werden könnten. Die gleiche Unwilligkeit
gegenüber einem unwillkommenen Zustande wird wohl auch in
den drei Jahren, bevor der Zucker ganz frei wird, zutage treten.
Die Taktik der Protektionisten deutet auf mancherlei Art an, daß
sie auf eine Wiederkehr der guten alten Zeiten hoffen. Unter
solchen Umständen kann man wohl kaum eine wohlerwogene An
passung an die Bedingungen des neuen Tarifs erwarten und, wenn
das jetzige Programm tatsächlich bis zum letzten Ende ausgeführt
wird, so werden wohl die Zuckerproduzenten im Jahre 1916
ebenso schlecht darauf vorbereitet sein, wie es jetzt der Fall ist.
Die taktischen und politischen Gründe für die Zollfreiheit des
Zuckers bestehen darin, daß man hierdurch die Kosten des Lebens
unterhalts zu ermäßigen glaubt. Hier kommt eine Ware in Frage,
die allgemein gebraucht und durch den bestehenden Zoll verteuert
wird und die ziemlich sicher nach Abschaffung des Zolles billiger
Werden wird. Allerdings können inzwischen mißliche Erntever
hältnisse die Wirkung bis zum Jahre 1916 eventuell in Frage
Hellen. In diesem Falle wird die Abschaffung des Zolles zwar
wicht dazu beitragen, den Preis des Zuckers zu ermäßigen, wohl
aber wird sie verhüten, daß er noch teurer wird.
Wie verhält sich nun die Zollfreiheit des Zuckers zu dem
Prinzip des „Wettbewerbs-Tarifs“ oder der „illegitimen In
dustrien“? Der Import von Zucker ist immer groß gewesen. So
weit Kohrzucker in Betracht kommt, hat stets eine Konkurrenz
bestanden zwischen den einheimischen Produzenten unter-
e 'Pander und zwischen diesen und den ausländischen. Die
Produktion von Rohr- und Rübenzucker ist in den Ver
einigten Staaten so legitim gewesen, wie dies nur bei
e 'Per hoch geschützten Industrie der Fall sein kann. Viel-
Dicht mag der Umstand, daß die Zuckerpflanzer von
Hawaii und Porto Rico und in geringerem Maße die von Kuba
lm d den Philippinen sich unter den durch den Zoll Begünstigten
befanden, dazu beigetragen haben, daß die Stellung zu der Zoll-
tra Se sich nicht änderte. In der Hauptsache aber muß die Ab-