Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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in  einer  (l 1 ^—2  tägigen)  Dampfschiffahrt  zu  erreichen  ist.  Doch  glaubt  man
einer  direkten  Bahn  Nischni-Kasan  noch  nicht  das  Wort  reden  zu  müssen,
und  bezeichnenderweise  ist  von  Nischni  wohl  Moskau  und  auch  Pensa
vorteilhaft  mit  der  Bahn  Zu  erreichen,  Kasan  aber  nur  auf  großem  Umwege, ­
  so  daß  das  Dampfschiff  den  Vorzug  verdient 1 ).  Man  wird  ja  auch
trotz  der  Unterbrechung  der  Schiffahrt  im  Winter  vorläufig  nicht  daran  '
denken,  etwa  eine  Bahn  von  Kasan  wolgaabwärts  nach  Zarizyn  zu  bauen.
Die  Bedeutung  der  Dampfschiffahrt  ist  also  gerade  in  Rußland,
wo  sie  noch  vielerorts  die  Eisenbahn  ersetzt,  auch  bei  einer  Gegenüberstellung ­
  der  Eisenbahnen  zum  Raum  und  zur  Bevölkerung  nicht  auszuschalten. ­
  Es'  ist  zwar  behauptet  worden,  stimmt  aber  mit  den  Tatsachen ­
  nicht  überein,  daß  das  russische  Binnenschiffahrtsnetz  seit  dem
weiteren  Ausbau  des  Bahnnetzes  an  Bedeutung  verloren  habe,  wenigstens
bis  jetzt  noch  nicht.
Es  ist  natürlich,  daß  in  einem  derartigen  Reich  wie  dem  Russischen
die  Verteilung  der  Eisenbahnen  in  den  einzelnen  Landschaften  ungleich
ist.  In  einer  Statistik,  welche  die  Länge  des  russischen  Bahnnetzes  im
Vergleich  zum  Flächenraum  stellt,  müssen  selbstverständlich  die  großräumigen ­
  Nord-  und  Ostprovinzen  höchst  nachteilig  auf  das  Ganze
wirken.  Die  außerordentlich  ausgedehnten  Provinzen  des  Nordens,
die  einer  intensiven  Kultur  nie  zugänglich  sein  werden,  wirken  gewissermaßen ­
  als  Ballast.  Auf  100  qkm  kommen  in  Rußland  einschließlich
Finnland  noch  nicht  1,1  km  Eisenbahnen.  Auf  Länder  bezogen  wie
Rußland  mit  grundverschiedenen  Boden-,  Wirtschafts-  und  Kulturbedingungen ­
  haben  Berechnungen  solcher  Art  nur  sehr  geringen  Wert.
Trotzdem  sei  hier  die  Länge  des  Bahnnetzes  in  den  einzelnen  russischen
Provinzen  nach  den  Berechnungen  von  1913  angegeben  und  diese  im  Verhältnis ­
  zum  Flächenraum  und  zur  Einwohnerzahl  gesetzt.  Wenn  derartige
Ergebnisse  für  den  Norden,  teilweise  auch  für  den  Osten  wertlos  sind,  so
vermögen  sie  für  andere  Gebiete  immerhin  ein  richtigeres  Bild  zu  geben.

Polen
Lublin  ....

233  W,

248  km

auf  100  qkm  kommen
km  Eisenbahnen
1,47

auf  100000  Einw.
kommen  km  Eisenbahnen
16

Radom  ....

221

235

1,9

21,7

Kielzi  ....

240

256

2,54

26,5

Piotrkow  .  .  .

460

490

4

25,3

Kalisch  ....

75

80

0,71

7,1

Plozk  ....

52

55

0,58

7,8

Warschau  .  .

716

765

4,38

30,8

Sjedlez  .  .  .

465

495

3,46

50,4

Lomsha  .  .  .

269

287

2,66

42

Suwalki  .  .  .

225

240

1,95

36

1 )  Das  Dampfschiff  gebraucht  von  Nischni  Nowgorod  bis  Kasan  kaum
20  Stunden,  während  man  auf  der  Eisenbahn  etwa  24  Stunden  zubringen  muß.
            
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