Full text: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Die Aufgabenverkettung. 
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ausreicht, um verwickelte Zusammenhänge genügend klar und übersichtlich dar 
zustellen“ x . Vor allem die Erläuterung der Einzelheiten betrieblicher Aufgaben 
zusammenhänge, etwa des Umlaufs von Schriftstücken oder Waren usw., ist durch 
mündliche Unterweisung nur schwer möglich und die schriftliche Festlegung ist zu 
schwerfällig. Deshalb werden — in Anlehnung an das Verständigungsmittel des 
Ingenieurs: die Zeichnung — die Arbeitsabläufe in Zeit-Weg-Netze eingetragen, in 
denen auf der senkrechten Achse die einzelnen Teilaufgaben, auf der waagerechten 
Achse die eigenen oder fremden Dienststellen vermerkt sind. Die einfachen 
Ablaufbilder sind lediglich Darstellung der Zeit- und Wegfolge; in den maßstäb 
lichen Ablaufschaubildem werden dagegen sowohl die Zeiten als auch die Wege im 
maßstäblichen Verhältnis eingetragen. In der Praxis sind die letzteren wegen der 
fast unüberwindlichen Schwierigkeit und vor allem wegen der Kosten der Auf 
stellung nur in besonderen Fällen zur Anwendung gekommen; vor allem die Reichs 
bahn und andere Verkehrsunternehmungen, hin und wieder auch Wirtsohafts- 
betriebe zur Darstellung ihres innerbetrieblichen Verkehrs (Materialtransport, 
Botenwege) haben diese sog. Harmonogramme 2 benutzt. Diese Harmono- 
gramme sind jedoch auch lediglich Ablaufbilder mit maßstäblicher Darstellung 
der Zeit; sie sind — besonders von Hijmans — zur einwandfreien Ermittlung 
ganz bestimmter, streng festliegender Einzelarbeiten (etwa „Formen“, „Gießen“) 3 
und von der Reichsbahnverwaltung zur Untersuchung ihrer Botenwege 4 mit Erfolg 
angewendet worden. Es mag sein, daß die Benutzung der Harmonogramme in 
Verwaltungsstellen mit genau vorherbestimmtem, ständig gleichartig wiederkeh 
rendem Arbeitsvollzug eine gewisse Fortentwicklung der Organisationstechnik 
darstellen; im allgemeinen aber werden sie sich nicht verwenden lassen, da eine 
so peinliche Arbeitseinteilung innerhalb des Wirtschaftsbetriebes sicherlich nur 
auf Kosten der Wirtschaftlichkeit, vor allem aber der Betriebselastizität und auch 
des menschlichen Wohlbefindens durchführbar wäre. 
4. Die Aufgabenverbindung. Zeigten die vorigen Abschnitte die Notwendigkeit 
und die Wege der Aufgabenzusammenfassung und -regelung, so muß nun noch kurz 
auf die Verbindung aller Aufgaben, auf ihre Verwebung zu einem Ganzen, ihre 
innere Verwirkung eingegangen werden. Damit sind wir zur höchsten Stufe der 
Organisation gelangt. 
Aufgahenverbindung ist die Verknüpfung und Verwebung der zusammen 
gefaßten und geregelten Aufgaben zu einer einheitlichen Betriebsaufgabe, dem 
Betriebszweck. Sie hat es mit bereits vorher ausgewählten, geordneten, geglie 
derten, zusammengefaßten und geregelten Tatbeständen zu tun, stellt also das 
Ineinanderweben der vorbereiteten Betriebseinzelaufgaben zu einem Ganzen dar. 
Es ist zunächst allgemein ersichtlich, daß diese Verbindung zu einem Ganzen auf 
verschiedene Weise denkbar ist: sie kann durch einzelne, mehr oder weniger starre 
oder elastische Verbindungsglieder hergestellt werden. Dies wäre etwa durch 
fallweise oder periodiche Besprechungen oder Versammlungen — einzelner Ab 
teilungen oder der Gesamtbelegschaft — möglich; oder es würden laufend oder in 
unregelmäßigen Zwischenräumen je nach Bedarf Befehle und Anweisungen und 
Richtlinien gegeben. 
Offenbar ist es so in kleinen und mittleren Betrieben, wo der Betriebsleiter oder 
der Inhaber selbst ein bestimmtes Arbeitsgebiet versieht und — lediglich durch 
seine Person und seine persönliche Meinung geleitet •— von Zeit zu Zeit nach dem 
Rechten sieht oder auch, zu seiner eigenen Sicherheit, von vornherein gewisse 
Vorkehrungen getroffen hat, daß periodisch die Übereinstimmung der Aufgaben 
erledigung der Betriebsangehörigen mit seinen Wünschen geprüft und wieder her 
1 Schriften der G. f. 0., Bd. 4, S. ö. 2 Nach Nordsieck. 
3 Siehe hierzu Nordsieck: S. 141/42. 4 Siehe Nordsieck: S. 135. 
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