Full text : Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Die  Organisation.

gestellt  wird.  Es  ist  dies  die  rein  gewohnheitsmäßige  Form  der  Arbeitsgestaltung,
zwar  eine  Vorstufe  der  Organisation,  aber  doch  noch  nicht  Organisation  im  hier
gemeinten  Sinn.  Diese  ist  erst  durch  die  Verbindung  der  einzelnen  betrieblichen
Teilaufgaben  und  Aufgabenkreise  mit  den  sie  erledigenden  Personen,  den  Aufgabenträgern, ­
  über  die  Funktion  denkbar.  Diese  Funktionen  —  deren  Sinn  und
Bedeutung  für  die  Betriebsorganisation  bereits  festgestellt  wurde  —,  die  ein
Zusammenarbeiten  und  eine  Arbeitsverbindung  einer  Vielheit  von  Personen  an
einer  Vielzahl  von  Aufgaben  ermöglichen,  ergeben  nun  eine  Zahl  verschiedenartiger
Beziehungen  der  einzelnen  Aufgabenträger  zu  den  Aufgaben.  Außer  der  Ausführung ­
  einer  Aufgabe  kann  eine  Person  Hilfe  leisten  und  Teile  ergänzen  bei  einer
zweiten  und  dritten,  sie  kann  eine  vierte  kontrollieren,  eine  fünfte  vertreten,  einer
sechsten  den  Anstoß  geben,  von  einer  siebenten  in  Kenntnis  gesetzt  werden  usw. 1 .
Die  Festlegung  und  Kenntlichmachung  dieser  Vielzahl  von  Beziehungen  ist
kaum  anders  als  auf  graphischem  Wege  zu  verdeutlichen;  ihrem  Zweck  dient  das
Funktionsdiagramm  (das  zuerst  von  dem  Holländer  Hij  mans  entworfen  und  von
Nordsieck  weiter  entwickelt  wurde).
Das  in  Abb.  7  hinter  S.  144  gegebene  Beispiel 1  2  zeigt  auszugsweise  die  Benutzung  in  der
Praxis  zur  Darstellung  der  Aufgabenverbindung  in  einer  Werksgruppe  oder  einem  Konzern.
Wagereoht  sind  die  einzelnen  Aufgabengebiete  mit  ihren  Einzelaufgaben,  senkrecht  die
einzelnen  Arbeitsstellen  der  Zentralverwaltung  und  der  Werksbetriebe  aufgetragen;  die
Funktionen  sind  bezeichnet:  Kreis  =  Saohbearbeitung,  Punkt  =  Mitarbeit,  Kreuz  =  Überwachung ­
  oder  Unterrichtung.  Es  ist  zu  verfolgen,  daß  zum  Beispiel  die  Güteprüfung  folgende
Funktionen  auslöst  (senkrecht):  Saohbearbeitung  im  Laboratorium,  welches  zur  Werksgemeinkostenstelle ­
  gehört,  Mithilfe  bei  dem  Betrieb  und  der  Beschaffungsstelle,  Überwachung
durch  Werksleitung  und  gegenseitige  Unterrichtung  bei  Einkauf  und  Verkauf.  Oder  die
Fabrikate-Erfolgsrechnung:  Bearbeitung  bei  der  Abteilung  Rechnungswesen,  Mithilfe  der
Werksrechnungsstellen,  Unterrichtung  der  Gesamtleitung,  Werksleitung  und  der  Verkaufsabteilungen ­
  bei  der  Zentrale  und  den  Werken.  Wagerecht  ist  zu  verfolgen,  welche  Funktionen
dem  einzelnen  Aufgabenträger  bei  den  Abteilungen  übertragen  sind,  so  zum  Beispiel  dem
Zentralverkauf:  Verkaufsstatistik,  Verbandsfragen,  Werbefragen  als  Saohbearbeitung;  unterrichtet ­
  wird  sie  über  Kostenvergleich,  Fabrikate-Erfolgsrechnung  und  Statistik,  und  sie  überwacht ­
  das  Angebotswesen  der  Verkaufsstellen.
Wie  hier  die  Arbeitsverbindung  zwischen  den  Abteilungen  dargestellt  wurde,
so  ist  in  ähnlicher  Weise  die  Festlegung  der  Funktionen  innerhalb  einzelner  Abteilungen ­
  möglich  und  dadurch  eine  Möglichkeit  gegeben,  die  Funktionen  einzelner
Personen  als  Arbeitsträger  bestimmter  Aufgabenteile  zu  erkennen  und  festzuhalten ­
  (s.  Abb.  8  hinter  S.  144  einer  Beschaffungsstelle).
Dadurch  erst  ist  es  möglich,  Doppelarbeit  erkennen  und  vermeiden  zu  lernen
oder  andererseits  Stellen  einzusehalten,  deren  Möglichkeiten  bisher  nicht  beachtet
wurden,  und  so  eine  bessere  Verbindung  aller  Teile  des  Betriebes  auf  systematischem ­
  Wege  herstellen  zu  können,  die  sonst  dem  Zufall,  der  Denkarbeit  eines
einzelnen  oder  zum  mindesten  nur  der  gewohnheitsmäßigen  Handhabung  überlassen ­
  blieb.  (Auf  die  Darstellung  der  Gesamtorganisation  eines  Werkes  [S.  144,3/4]
sei  hingewiesen.)
6.  Die  organisatorische  Formgebung  (Verstetigung).  Jede  Arbeitsteilung  und
Aufgabengliederung  im  Betriebe  erschwert,  wenn  auch  in  noch  so  geringem  Ausmaße, ­
  die  Verständigung  zwischen  den  Menschen,  welche  jedoch  andererseits
für  jede  Gleichrichtung  und  Zusammenarbeit  unbedingt  notwendig  ist.  Die
Reibungen  und  Mißverständnisse  wachsen  mit  der  Zahl  der  Glieder  an;  sie
müssen  eingeschränkt,  ausgeglichen,  vermieden  werden,  soll  das  geschaffene  organisatorische ­
  Gebilde  Bestand  haben.  In  jedem  Augenblick  ändern  sich  jedoch
sowohl  die  geistige  und  körperliche  Haltung  der  Menschen  als  auch  die  Bedin1 ­
  Nordsieck:  S.  21.
2  Entnommen  aus  Dinkelbach:  Gegenwartsfragen  der  kaufmännischen  Betriebswirtschaft. ­
  Stahl  u.  Eisen  Jg.  52,  Nr.  47,  S.  1148.
            
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