rechten Ufer der Desna, in derselben Entfernung wie Tschernigow,
liegt auch Brjansk, während der Bahnhof, ein wichtiger Knotenpunkt,
auf der linken Flußseite liegt.
Auch wo der Bahnbau die Anlage von Brücken von vornherein
nötig machte, sind diese häufig von Holz gefertigt worden. Die Verkehrs
entwickelung namentlich des letzten Jahrzehnts führte dann freilich
zu ihrer Beseitigung durch Eisenbrücken. So wurden auf der Wologda-
Archangelsker Bahn in den letzten 6—8 Jahren die zahlreichen Holz
brücken durch eiserne ersetzt. Aber selbst bei Projekten der jüngsten
Zeit sind zuweilen zunächst noch provisorische Brückenanlagen vor
gesehen, wenn nicht selbst derartige Bauten auf geschoben werden.
b) Schnellzuglinien.
Nicht leicht wird ein sicheres Urteil über die Bewertung der Bahn
linien und ihre unterschiedliche Behandlung bei der Einzeichnung in
das Kartenbild getroffen werden können. Es ist schwerer, als es scheint,
gewisse Einheitspunkte einer europäischen Verkehrskarte zugrunde zu
legen. Denn selbst üi Deutschland wird man an die Bahnen des östlichen
Preußen einen anderen Maßstab anlegen, als an die des Rheinlands, des
Gebiets mit dem stärksten kontinentalen Verkehr. Es ist verständlich,
daß man auf den Kulturzustand und die Verkehrsentwickelung der
einzelnen Länder überhaupt Rücksicht nimmt. Staaten mit mäßigem
oder schwachem Verkehr, wie der skandinavische Norden, Rußland,
die Staaten der südöstlichen und der iberischen Halbinsel werden bei
der unterschiedlichen Hervorhebung der Verkehrswege im Kartenbild
anders bewertet werden müssen als das westliche Deutschland, Belgien
und die Niederlande. Daneben laufen aber auch häufig in unseren
Kartenwerken und Darstellungen eine Reihe von Irrtümern unter.
Namentlich herrschen hinsichtlich Rußlands falsche Anschauungen.
Veraltet ist es z. B. auf den Verkehrskarten, so sogar auf der Karte unseres
Reichskursbuches, den Schnellzugverkehr zwischen Moskau und Kiew
über Kursk—Konotop leiten zu lassen. Die Linie Kursk—Konotop
erscheint ganz allgemein als Schnellzuglinie, während auf ihr keine
Züge größerer Bedeutung mehr verkehren, seitdem die Linie Moskau—
Brjansk—Konotop gebaut ist, die entweder überhaupt nicht beachtet
oder in ihrer Bedeutung unterschätzt wird. Auch eine der beiden Stamm-
strecken der Südostbahngesellschaft, über die noch jetzt teilweise der
Verkehr von Moskau über Woronesh nach Rostow und dem Kaukasus
geleitet wird, hat auf der südlichen Teilstrecke Liski—Lichaja—Rostow
geringere Bedeutung, was sich schon in der verminderten Geschwindigkeit
und in dem häufigen Anhalten ausprägt. Wichtiger ist der von Moskau
über Charkow und Losowaja geleitete Verkehr. Hier gabelt sich der
Kaukasus- von dem Krimverkehr und erreicht über Charzysk Rostow.
Die Teilstrecke Losowaja—Charzysk wird noch allgemein in ihrer Be