Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Bankbilanzen.

«

Andererseits  muß  ein  Sinken  der  Geldleihsätze  nicht  ohne  weiteres ­
  den  Gewinn  der  Kreditbanken  (relativ)  schmälern,  da  den
geringeren  Zinseneinnahmen  auch  geringere  Zinsenausgaben  gegenüberstehen. ­
  Anders  bei  den  Notenbanken,  die  im  wesentlichen ­
  Kreditgeschäfte  betreiben,  Lombard-  und  Diskontdarlehen
geben,  und  denen  bei  rückläufigem  Leihwert  des  Geldes  der
Ausgleich  durch  geringere  Zinsenausgaben  fehlt.

Durchschnitt!.  Privatdiskont  Berlin

1912

1910

1909

1908

1907

4,22

4,35

3,93

4,76

6,03

Erträgnis  der  Reichsbank  in  %...

6,95

6,38

5,83

7,77

9,89

Zinseneinnahmen  und  -ausgaben  wenigstens  sollten  die  Kreditbanken ­
  trennen,  wenn  man  schon  im  Interesse  des  Geschäfts
eine  so  weitgehende  Spezialisierung  nicht  verlangen  will,  wie
sie  in  der  russischen  Bilanz  gezeigt  wird  (S.  276).  Manche  Banken ­
  machen  im  Geschäftsbericht  Angaben  über  Zinsen-  und
Provisionseinnahmen  bzw.  -ausgaben  und  stellen  in  der  Erträgnisbilanz ­
  deren  Saldo  ein.
Trotz  der  Dürftigkeit  der  Ertragsbilanz  lassen  sich  interessante ­
  Verhältniszahlen  berechnen,  die,  nach  einheitlicher  Methode ­
  ermittelt,  wertvolle  Vergleichszahlen  für  eine  Gruppenstatistik ­
  abgeben.
a)  Zunächst  gliedern  wir  die  Gewinnquellen,  scheiden  den
Gewinnvortrag  aus  dem  Vorjahr  aus  und  berechnen  die  Prozentanteile ­
  der  Einzelgewinne  am  Gesamtgewinn.
b)  Der  prozentuale  Anteil  des  Jahresremgewinns  am  Jahreshruttogevnnn
  bringt  den  Kostenanteil  zum  Ausdruck,  dessen
Höhe  bei  steigenden  Umsätzen,  nach  Errichtung  neuer  Depositenkassen, ­
  ebenfalls  steigt  —  wegen  höherer  und  vermehrter  Gehälter, ­
  Steuern,  Einrichtungskosten  —,  auch  von  dem  Charakter
der  Bank  beeinflußt  wird  (zentralisierter  Betrieb,  Kredit-  oder
Depositenbank  usw.).
c)  Die  Auszahlungsbeträge  für  Dividenden  und  Tantiemen
usw.  werden  prozentualiter  vom  Jahresreingewinn  berechnet;
der  Rest  des  (Bilanz-)  Reingewinnes  entfällt  auf  die  Vermehrung
des  eigenen  Kapitals  (Reserven,  Gewinnvortrag).  Die  Anteile
der  Auszahlungsbeträge  schwanken  bei  den  Banken  je  nach
ihrer  Reserve  ansammelnden  Verteilungspolitik  und  nach  der
Höhe  der  Tantiemen.
            
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