Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

84 Das Kapital. 
Risiko der Unternehmung mit, eine Verlustgefahr, die im Kon 
kurs des Kreditnehmers wirksam wird. Der einfache Waren 
oder Geldgläuhiger ist somit in diesem ungünstigsten Fall am 
Verluste in der Höhe des Unterschiedes zwischen Anspruch und 
Konkursquote voll beteiligt, am Gewinn der Unternehmung 
jedoch nur mit einem im voraus vereinbarten Zins. 
Für die Kritik der eigenen Mittel von besonderer Wichtig 
keit ist folgendes: Die Entstehung, Zusammensetzung und Ver 
wendung des eigenen Kapitals; das Verhältnis zwischen den 
eigenen Mitteln und dem Leihkapital (Schulden); das Verhältnis 
zwischen Grund- und Zusatzkapital, die Größe des haftpflichtigen 
Unternehmerkapitals mit Berücksichtigung etwaiger Nachschuß 
verpflichtungen; endlich das Verhältnis zwischen eigenen Mitteln 
und dem Erträgnis der Unternehmung, die Rentabilität des 
Kapitals. Das Eigenkapital ist Betriebsfonds, Garantiekapital 
den Gläubigern gegenüber und Träger des Kapitalrisikos der 
Unternehmung. Im Einzelfall sind noch andere durch die Eigen 
art der Unternehmung bedingte Beziehungen des Kapitals zu 
anderen Bilanzposten zu berücksichtigen. 
Das Kapital der Aklienvereine im besonderen läßt sich wie 
folgt gruppieren: 
I. Offenes, bilanzmäßig sicht- II. Bilanzmäßig nicht oder nicht 
bares Kapital: unmittelbar sichtbares (ge- 
a) gebundenes, unverteilbares heimes) Kapital: 
Kapital: a) gesetzlich vorgeschriebene, 
1. Aktienkapital (gleichbe- b) freiwillige „stille Reserven“- 
rechtigte Aktien; Stamm- 
und Vorrechtsaktien; voll 
oder nur teilweise ein 
gezahlt); 
2. gesetzliche Reserve, § 262; 
b) freies, verteilbares Kapital; 
3. freiwillige Reserven; 
4. bilanzmäßiger Reingewinn. 
Das Aktienkapital ist während der Dauer des Bestandes 
der Unternehmung von der Verteilung an die Aktionäre ausge 
schlossen. Die Rückzahlung des Kapitals bei Aktienvereinen
	        
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