Full text: Tote und lebendige Wissenschaft

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jenigen Dinge, die der Beteiligte allein übersehen und be 
urteilen kann, selbst entscheidet und daher den fort 
währenden inneren Umbau der Wirtschaft 
in der Zelle selbst besorgt. Der Schuster urteilt 
in seiner Zunft über Schusterangelegenheiten, die nur er ver 
steht, der chemische Erzeuger über chemische Angelegenheiten, 
die nur ihm bekannt sind und mit seinem Wohl und Wehe 
zusammenhängen. Die ständische Wirtschaft ist nach dem Grund 
sätze „Gleichheit unter Gleichen" gebaut und hat 
damit demjenigen Baugesetz, das aus dem Wesen und der 
Urkraft alles gesellschaftlichen Werdens, dem geistigen Leben, 
entspringt, Genüge getan. 
Dennoch wohnt auch der ständischen Wirtschaft eine ge 
wisse Gefahr inne, die Gefahr der Erstarrung ihrer Ordnungen. 
Wenn jene oben geschilderte Beweglichkeit im Innern wie nach 
außen hin so gehemmt wird, daß die wirtschaftlichen Tätigkeiten 
mehr festgelegt werden, als der Entwicklung der geistig 
sittlichen Ziele, denen die Wirtschaft dient, nicht entspricht; 
und wenn das geistig-sittliche Leben derart nachläßt, daß dauern 
der Organ-Eigennutz (Verbands-Eigennutz) die Eingliederung 
nach oben und unten zerstört; dann geht die Beweglichkeit 
der Ziele über die Beweglichkeit der Mittel hinaus, dann ob 
siegt das Mittel über das Ziel und es entsteht ein ähnliches Un 
vermögen der Wirtschaft, ihren Zielen zu dienen wie in der 
Planwirtschaft. Die Folge ist eine Rebellion der geistigen Welt 
gegen die Welt der Mittel, welche unzeitgemäße (nicht mehr 
zielgemäße) Bindungen aufweist. Renaissance und Humanis 
mus mit ihrem Frühkapitalismus sind Beispiele dafür. 
4. Die frei geregelte wirtschaft oder der gemäßigte 
Kapitalismus. 
Es ist denkbar, daß die ständisch-genossenschaftlichen Bin 
dungen sich im Innern wie im Verhältnis zueinander so sehr
	        
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