Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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um  dem  guten  Rothschild  beizustehen,  soviel  ich  vermag.  Ich  hoffe
man  soll  am  Ende  überzeugt  werden,  daß  er  ein  braver  Mann  ist,
der  Achtung  verdient;  —  der  Neid  mag  sprechen  wider  ihn,  was
er  wolle.“ 50  Diese  Bethmännische  Anleihe,  im  Betrage  von  500000  fl,
verwirklichte  sich  nicht.  Die  Firma  war  außerstande,  ihr  Versprechen ­
  zu  erfüllen.  „Wie  sie  im  November  schrieb,  hatte  sie
einige  Monate  zuvor  noch  nicht  geahnt,  welche  Ereignisse  gerade
diejenigen  Teile  Deutschlands  zu  zertrümmern  drohten,  deren  Wohlstand ­
  durch  vieljährige  Ruhe  und  weise  Verwaltung  unerschütterlich
begründet  zu  sein  schien,  und  wohin  bisher  mancher  ermüdete
Bewohner  unserer  durch  so  viele  Lasten  gedrückten  Gegenden  sein
Auge  sehnsuchtsvoll  als  nach  einem  sicheren  Zufluchtsorte  zu  wenden
gewohnt  war!  Sogar  einen  kleinen  Vorschuß,  den  Gebrüder  Bethmann
  im  Februar  1806  dem  dänischen  Hofe  gewährt  hatten,  mußten
sie  zurück  erbitten,  um  ihre  eigenen  Verbindlichkeiten  erfüllen  zu
können.“ 51  In  dieser  Zeit  der  größten  Geldnot  stand  also  Rothschild
bereits  leistungsfähiger  da  als  dasjenige  Haus,  das  damals  nicht
nur  in  Frankfurt  a.  M.,  sondern  vielleicht  in  ganz  Deutschland  die
angesehenste  Stellung  einnahm.
Hessen-Darmstadt.
Von  den  drei  hessischen  Anleihen  wurde  die  erste  am  1.  Juli  1804
im  Betrage  von  500  000  fl  24  ff,  die  zweite  am  1.  Oktober  1804  im
Betrage  von  200  000  fl  24  ff  und  die  dritte  am  15.  April  1805  im
Betrage  von  600  000  fl  24  ff  abgeschlossen,  alle  drei  zu  4 1 /z°/o.  Auch
von  diesen  Anleihen  übernahm  der  Kurfürst  von  Hessen  beinahe
die  Hälfte.  Nur  über  die  erste  Anleihe  hat  sich  etwas  ermitteln
lassen,  zumal  die  hessisch-darmstädtischen  Akten  nicht  mehr  vorhanden ­
  sind,  weder  im  Staatsarchiv,“  noch  bei  der  Kabinettskassendirektion, ­
  noch  beim  Finanzministerium.  Im  Mai  1804  wurde
Rothschild  von  dem  hessischen  Staatsminister  von  Barckhaus  zu
Unterhandlungen  aufgefordert.  Man  einigte  sich  auf  folgende
Bedingungen:  Rothschild  erhielt  in  Wirklichkeit  nicht  4 1 /z,  sondern
5  °/o  Zinsen.  Er  durfte  für  120  000  fl  Rheinpfälzer  S^prozentige
Obligationen  Litera  D  in  Zahlung  geben.  Den  Rest  von  380  000  s!
hatte  er  in  Abschlagzahlungen  von  zwei  zu  zwei  Wochen  mit  je
25  000  fl  abzutragen,  so  daß  das  ganze  Kapital  im  November  desselben ­
  Jahres  aufgefüllt  war.  Neben  der  Hauptobligation  wurden
Partialobligationen  zu  1000  fl  ausgestellt,  beide  auf  J'/s 0 /«  Zinsen
            
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