Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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sich  der  Realisierung  dänischer  Obligationen  im  Betrag  von  1  Mill.
Gulden  unterziehen  wollten.  Die  Entscheidung  über  Annahme  oder
Ablehnung  derselben  sollte  innerhalb  acht  Tagen  der  Finanzminister
Schimmelmann  treffen.  Aber  auch  bei  dieser  Angelegenheit  trat
Rothschilds  Bedeutung  noch  nicht  in  den  Vordergrund,  die  Firma
Rüppell  &  Harnier,  vertreten  durch  ihren  Teilhaber  Simon  Rüppell,
spielte  die  Hauptrolle.
Rothschild  gewann  aber,  so  scheint  es,  im  persönlichen  Verkehr. ­
  So  hier  bei  Niebuhr.  Gerade  von  jener  Konferenz  an  muß
sein  Ansehen  bei  der  dänischen  Regierung  gestiegen  sein.  Denn  bis
dahin  hatte  er  nur  eine  dänische  Anleihe  verwirklicht,  im  JahrelSOl,
und  ein  Mal  eine  dänische  Stückzahlung  von  250  000  Rtlrn.  vermittelt ­
  im  Juli  1803.  Jene  Anleihe  aber  war  sehr  klein  und  nur
einer  Beteiligung  seitens  der  Rüppell  &  Harnier  an  ihrem  großen
Anlehen  zu  verdanken.  Und  wenn  Rothschild  dänische  Obligationen
in  fertigem  Zustand  für  den  Kurfürsten  anzuschaffen  hatte,  so  waren
es  bis  dahin  ältere  Staatspapiere  gewesen,  in  der  Regel  Bethmännische.
Dann  aber  hatte  Rothschild  sich  von  diesen  beiden  Bankhäusern
unabhängig  gemacht.  Vom  Jahre  1804  an  bis  zum  Jahre  1806  verwirklichte ­
  er  sechs  dänische  Anleihen  und  schaffte  außerdem  mehrere
Male  neue  dänische  vom  Finanzkollegium  erteilte  Originalobligationen
für  den  Kurfürsten  an,  in  der  Regel  mittels  dänischer  durch  ihn
selbst  vermittelter  Stückzahlungen.  Das  alles  konnte  trotz  Rothschilds ­
  Bemühung  nicht  verborgen  bleiben  und  wurmte  die  Rüppell  &
Harnier.  Die  Häufung  dänischer  Geldgeschäfte  in  Rothschilds  Hand
erschien  ihnen  wie  eine  Monopolisierung.  Es  entwickelte  sich  zwischen
beiden  Firmen  ein  erbitterter  Konkurrenzkampf.  Rothschild  wurde
von  den  Rüppell  &  Harnier  mit  Haß  verfolgt,  und  die  Rüppell  &  Harnier
wurden  von  Rothschild  gefürchtet.  Bezeichnend  für  die  Art,  wie
jene  Firma  gegen  ihren  Nebenbuhler  vorging,  ist  ein  Schreiben  vom
16.  Juni  1806.  An  der  dänischen  Anleihe,  die  von  den  Rüppell  &  Harnier
am  1.  Oktober  eröffnet  war,  hatte  sich  auch  die  Hanauer  Kammerkasse ­
  mit  100  000  fl  20  ff  beteiligt.  Rothschild  hatte  Kenntnis  von
diesem  Besitz,  zumal  die  Kammerkasse  mehrfach  die  Einlösung  der
Zinsabschnitte  nicht  den  Rüppell  &  Harnier,  sondern  ihm  übertragen
hatte.  Er  stellte  daher  seinen  üblichen  Antrag,  jene  4prozentigen
Papiere  zur  vermeintlichen  Verfallzeit,  nämlich  am  30.  September  1806,
gegen  neue  dänische  4 1 /aprozentige  Obligationen  umzutauschen m .
Die  Rentkammer  war  bereit  dazu  und  übermittelte  den  Rüppell  &
            
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