Full text : Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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4.  das  bei  einer  Dezentralisation  einzugehende  Geschäftsrisiko, ­
  welches  bei  ihrer  Stellung  als  Privatnoteninstitut
sehr  ins  Gewicht  fallen  mußte.
Aber  zu  alle  dem  kommt,  wie  schon  eingangs  erwähnt,
ihre  Sonderstellung  als  Landesnotenbank  vom  volkswirtschaftlichen ­
  Standpunkte  aus  betrachtet.  Als  solche  hat  sie  neben
der  Reichsbank  zunächst  in  erster  Linie  den  gesamten  Zahlungsverkehr ­
  zu  regeln  und  durch  ihr  Privileg  zur  Notenausgabe
den  Umlauf  der  baren  Geldmittel  zu  überwachen.  Erst  an
zweiter  Stelle  kommt  dann  die  Funktion  eines  kreditvermittelnden
Institutes  in  Betracht.  Um  ihren  ersteren  Obliegenheiten  gerecht
zu  werden,  ist  eine  Dezentralisation  nicht  absolut  erforderlich,
wenn  sie  auch  insbesondere  zur  Regulierung  des  Geldumlaufes
sehr  zweckdienlich  sein  würde.  Aber  deshalb  gleich  den  Stab
über  der  Badischen  Bank  zu  brechen  und  ihr  jedwede  Existenzberechtigung ­
  abzusprechen,  wie  dies  Ruby  in  seiner  Abhandlung
über  die  Badische  Bank  getan  hat,  dürfte  entschieden  zuweit
gehen.
Sie  kann  eben  als  Privatnotenbank  bezüglich  ihrer  äußeren
Entwicklung  nicht  ohne  weiteres  mit  dem  deutschen  Zentralnoteninstitut, ­
  oder  gar  mit  den  Kreditbanken  verglichen  werden,
für  die  in  unserer  heutigen  Wirtschaftsepoche  das  Einhalten
mehr  oder  minder  starker  Expansionstendenzen  eine  wirtschaftliche ­
  Notwendigkeit  geworden  ist.  Als  Privatnotenbank  sind  ihr
durch  Reichsgesetz  bestimmte  Grenzen  für  ihr  gesamtes  Wirken
gesetzt,  wodurch  für  sie  jeder  mit  größerer  Verlustgefahr  verbundene ­
  Geschäftszweig  und  jede  spekulativen  Charakter
tragende  Transaktion,  als  welche  auch  eine  nicht  aus  notwendigstem ­
  Bedürfnis  hervorgehende  Filialengründung  anzusehen
ist,  ausgeschlossen  ist.  Trotzdem  sie  durch  die  mächtig  dezentralisierte ­
  Reichsbank  weit  überflügelt  wurde,  darf  ihre  segenspendende ­
  und  tatkräftige  Unterstützung  der  badischen  Industrie
hauptsächlich  am  Mannheimer  Platze  nicht  übersehen  werden.
So  ist  es  zum  großen  Teil  mit  ihren  Interventionen  zu  verdanken, ­
  daß  in  der  Krise  von  1902  dem  Wirtschaftsleben  in
            
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