für die gerade schulentlassenen Mädchen einen starken Rückhalt bietet
infolge der steten Aufsicht des Arbeitgebers, zu entziehen. Auch in
Kontor- und Verkaufsstellungen rücken die Töchter dieser Kreise gern
ein, da diese Stellen in höherem Ansehen stehen und weniger Zwang
auferlegen. Durch diese Bemühungen, nicht in einer Hauswirtschaft
Erwerb zu suchen, verringert sich das Angebot, aber nicht im gleichen
Maße die Nachfrage. Die Löhne steigen stärker, als der sonstigen Lohnerhöhungstendenz
entspricht. Dadurch aber wieder werden vielem
Familien gezwungen, sich ohne diese ständigen Dienstboten zu behelfen
und statt dessen mehr und mehr nur Aushilfskräfte anzustellen. Daher
zeigt die Kategorie der Lohnarbeit wechselnder Art, da sich deren Angehörige
hauptsächlich aus Auf Wärterinnen, Waschfrauen usw. zusammensetzen,
eine nicht unerhebliche Steigerung. Diese Tätigkeit
wird besonders gern von Frauen ausgeübt, die wohl gezwungen sind,
Erwerb zu suchen oder viel freie Zeit haben, aber doch nicht in die
Fabrik gehen und ihre Familie sich selbst überlassen wollen bzw..
können.
Die Steigerung in der Erwerbstätigkeit machte sich naturgemäß
unter den Berufsabteilungen da am stärksten geltend, wo mittlere und
höhere Stellen den Frauen Unterkunft boten. Die unteren Schichten
waren schon vorher erwerbstätig. Aber gerade in den Jahren, die zwischen
den beiden Berufszählungen liegen, setzte eine starke bürgerliche
Frauenbewegung ein, die allgemein für eine berufliche Tätigkeit der
Frauen kämpfte und auch Frauen aus den besseren Kreisen auf eigene
Berufsarbeit hinwies. Deshalb zeigt die Tätigkeit der Frauen im Handel
und Verkehr eine sehr erhebliche Steigerung.
Trotzdem ist aber nur ein geringer Teil'aller berufstätigen Frauen
im Handel tätig. Es waren beschäftigt:
1882
1895
1907
in der Landwirt-Schaft
. . .
2 540000 = 45,8%
2 750 000 = 41,9%
4 600 000 = 48,5%
in der Industrie
in Handel u. Ver-1
130 000 = 20,3%
1 520 000 = 23,1%
2 100 000 = 22,1%
kehr ....
in öffentlichen u.
300 000= 5,4%
580 000= 8,8%
930 000= 9,8%.
freien Berufen
in häuslichen
120 000 = 2,2%
180 000= 2,7%
290 000 = 3,1%
Diensten . .
180 000= 3,2%
230 000= 3,5%
320 000= 3,4%
als Dienstboten
1 280 000 = 23,1%
1 310 000 = 20,0%
1 250 000 = 13,1%
Die Hauptmasse der Frauen entfällt auf die Landwirtschaft, am
lebhaftesten ist unter den anderen Berufsabteilungen die Beteiligung