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lich schon längst zermorscht, versank in Schulden und ging
zuletzt in der Sturmflut des Bürgerkrieges unter. Die ame-
rikanische Schiffahrt aber, die mitunter alle Nebenbuhler
übertroffen hatte, verschwand von den Weltmeeren, als
der Dampf und das Eisen neue Konkurrenzverhältnisse
auf diesem Gebiete weckten und als alle kapitalistischen und
persönlichen Kräfte Amerikas sich der inneren Entfaltung,
der Erschließung eines ganzen jungfräulichen Kontinentes
für Produktion und Verkehr zuwandten.
Diese im einzelnen so widerspruchsvolle und dennoch
im Endergebnis so großzügig-einheitliche Erschließung war
wiederum, ganz im Einklang mit dem neuweltlich-kolonialen
Gepräge aller dieser Vorgänge, von eigenartigen, in Europa
wenig oder gar nicht gekannten Reichtumserwerbungen und
Reichtumszuwendungen begleitet.
Die grandiosesten Wertentstehungen und Wertzuwei-
sungen sind dabei zweifellos mit der Geschichte der Eisen-
bahnen verbunden. Mit kleinen Lokalbahnen und ver-
hältnismäßig bescheidenen Verschleuderungen öffentlicher
Gelder und Ländereien fing es bereits in den dreißiger und
vierziger Jahren an, nachdem eine Periode fieberhaften
Chaussee- und Kanalbaues vorangegangen war. Mit Über-
landbahnen und der Opferung ganzer Provinzen und Staa-
ten, nach unseren festländisch-europäischen Größenvor-
stellungen, spann es sich seit dem Bürgerkriege fort. Und
wenn der Bund und die Einzelstaaten die bedenkenlos preis-
gegebenen Ländereien und Ausbeuterechte nach Wert und
Inhalt'kaum kannten und sie jedenfalls niemals nach ihrer
baldigen Zukunftsbedeutung zu würdigen verstanden, so
wußten die berufsmäßigen Gründer und Beutesucher über
die „unbegrenzten. Möglichkeiten‘ der in Frage kommen-
den künftigen Acker- und Weideflächen, Städte- und Berg-
werksgrundlagen häufig nur allzu gut Bescheid,- Der Ver-
trauensseligkeit und Geberlaune im Kongreß, in den Legis-
laturenz und | Städteverwaltungen stand] die erstaunliche
Gerissenheit gewerbsmäßiger Gründer‘ und Beutemacher
gegenüber, die unermüdlich um Landschenkungen und Privi-