fullscreen: Zur Wertzollfrage

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Weder die Verbündeten Regierungen noch der Reichs 
tag haben denn auch jemals verkannt, welchen moralischen 
und finanziellen Gewinn es der deutschen Steuerpolitik 
bringen müßte, wenn es gelänge, einen steuertechnisch 
gangbaren, eine richtige Wertanmeldung sichern 
den Weg zur praktischen Durchführung des Wertzoll 
gedankens zu finden. Schon im Jahre 1873 vertrat der 
sächsische Finanzrat Wahl in einer Kommission des 
Bundesrats den Wertzoll mit Begeisterung, aufs ein 
gehendste beschäftigte sich mit ihm wieder die Tabak 
steuerenquetekommission des Jahres 1878, im Jahre 
1893 vereinigten sich Konservative, Nationalliberale und 
Zentrum auf eine den Wertzoll empfehlende Resolution, 
im- Jahre 1905 war es wiederum der Bundesrat, der 
sich vergeblich um einen gangbaren Weg bemühte. Woran 
alle diese Versuche scheitern mußten, war stets das 
Gleiche. In Wahrheit bestand das praktisch-technische 
somit zuschläglich 40 °/o Wertzoll 109,2 Pfg. Einschließlich der Preis 
steigerung und auch des Wertzolls auf diesePreissteigerung 
verteuerte sich sonach das Kilogramm insgesamt um ca. 37 Pfg. (von 72 auf 
109,2 Pfg.). Hätte man aber statt des Wertzolls den Gewichtszoll er 
wählt, so wäre das Kilogramm Domingotabak, auch wenn es nicht 
im Marktpreise gesteigert worden wäre, um ca. 67 Pfg. (an 
statt um jene 87 Pfg. einschließlich Preissteigerung) teurer geworden. 
Denn so hoch wäre der Gewichtszoll, der rein rechnerisch (40°/„ von 
168 Mark Durchschnittswert für den Doppelzentner aller zollzuschlags 
pflichtigen Tabakblätter nach den Monatlichen Nachweisen für Januar 
bis Juni 1911) in finanzieller Beziehung dem Wertzoll entspräche. Auch 
bei einer etwaigenfalls auf den billigen Rohstoff beschränkten Markt 
preissteigerung bleiben sonach die Vorteile des Wertzolls vor 
dem Gewichtszolle für den Konsumenten sehr große!
	        
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